Hautkrebs: Erkrankungen nehmen zu, Vorsorge sinkt

IKK classic registriert geringste Vorsorgequote seit Jahren; Corona-
Pandemie wirkt sich deutlich auf Vorsorge aus; Digitales Diagnose-Tool erweitert gesetzliche Früherkennung

Erfurt. Nach Auswertungen der IKK classic haben Hautkrebserkrankungen in den vergangenen Jahren zugenommen. So wurden im Jahr 2020 1,66 Prozent der IKK-Versicherten in Thüringen wegen Hautkrebs ärztlich behandelt. Im Jahr 2019 lag die Erkrankungsrate bei 1,55 Prozent, 2013 waren es noch 1,07 Prozent.

Hautkrebsvorsorge so niedrig wie nie

Trotz steigender Erkrankungszahlen gehen immer weniger Menschen in Thüringen zur Hautkrebsvorsorge. Mit einer Teilnahmequote von 11,75 Prozent registrierte die Krankenkasse unter ihren anspruchsberechtigten Versicherten im Jahr 2020 die mit Abstand geringste Inanspruchnahme seit fast zehn Jahren. Als Grund für den deutlichen Rückgang kann allerdings die Corona-Pandemie vermutet werden. So haben Versicherte aus Verunsicherung und Angst vor einer möglichen Corona-Infektion den Gang zum Hautarzt im vergangenen Jahr offenbar vermieden. Aber auch in den Vorjahren lag die Inanspruchnahme unter den IKK-Versicherten in Thüringen mit 14 bis 16 Prozent auf einem niedrigen Niveau. Nicht einmal jeder Sechste nutzte demnach in den Jahren 2016 bis 2019 ein regelmäßiges Hautkrebs-Screening.  

„Den rückläufigen Trend der ohnehin schon geringen Inanspruchnahme der Hautkrebsvorsoge beobachten wir seit Jahren mit großer Sorge“, sagt Andreas Gärtner, Landesgeschäftsführer der IKK classic in Thüringen. „Dabei ist ein regelmäßig durchgeführtes Hautkrebs-Screening die wirkungsvollste Methode, um Veränderungen der Haut schnell, einfach und sicher festzustellen und im Fall der Fälle weitere Schritte zu veranlassen. Früh erkannt, ist Hautkrebs nahezu 100 Prozent heilbar“, macht Andreas Gärtner deutlich und ruft zur regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung auf.

Gesetzliche Hautkrebsvorsorge und digitales Diagnosetool

Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahre haben alle zwei Jahre Anspruch auf eine kostenfreie Hautkrebsvorsorge. Die Untersuchung kann von einem Hautarzt oder einem Hausarzt mit entsprechender Qualifikation durchgeführt werden. Sie beinhaltet eine gezielte Anamnese, eine visuelle Ganzkörperinspektion der gesamten Haut, einschließlich des Kopfes, eine anschließende Beratung und Dokumentation der Ergebnisse.

Seit diesem Jahr verfolgt die IKK classic bei der Hautkrebsfrüherkennung einen weiteren, digitalen Ansatz. In Zusammenarbeit mit ihrem Kooperationspartner TeleClinic bietet die Krankenkasse ihren Versicherten die Möglichkeit, auffällige Hautveränderungen abzufotografieren und per entsprechender App an versierte Fachärzte zu schicken. Nach spätestens 48 Stunden erhalten Versicherte kostenfrei eine Diagnose inklusive einer Behandlungsempfehlung. „Mit dem Skin-Checker der TeleClinic geben wir unseren Versicherten ein digitales Diagnosetool an die Hand, mit dem sie Hautprobleme schnell und einfach medizinisch abklären lassen können. Nötige Behandlungsschritte können so viel schneller eingeleitet werden“, beschreibt Andreas Gärtner die Angebotsvorteile.

Schwarzer Hautkrebs ist gefährlichste Krebsart überhaupt

Hautkrebs gehört mit etwa 270000 Neuerkrankungen jedes Jahr (davon rund 23000 Erkrankungen am schwarzen Hautkrebs) zur häufigsten Krebsart überhaupt. Jährlich sterben rund 3000 Menschen am schwarzen Hautkrebs. Darunter auch immer mehr Jüngere. Nachlässigkeit oder das falsche Schönheitsideal von tiefer Bräune lassen die Zahl der Neuerkrankungen in die Höhe schnellen. Wie bei kaum einer anderen Krebserkrankung wird die Entstehung von Hautkrebs maßgeblich durch das persönliche Verhalten beeinflusst. „Ein bewusster Umgang mit der Sonne und ein regelmäßig durchgeführtes Hautkrebsscreening tragen dazu bei, dass Hautkrebs gar nicht erst entsteht beziehungsweise früh erkannt wird“, gibt Andreas Gärtner zu bedenken.

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Thüringen

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