Gelsenkirchener haben überdurchschnittlich häufig Rückenprobleme

Am Mittwoch, den 15. März, ist Tag der Rückengesundheit

Zwischen 2009 und 2015 gab es in Gelsenkirchen jährlich durchschnittlich 610,5 Behandlungsfälle wegen Rückenbeschwerden je 1.000 Versicherte – in NRW waren es durchschnittlich nur 457,9 – Röntgen, MRT oder CT helfen meist nicht weiter – regelmäßige Bewegung ist am besten

(09.03.2017). Rückenschmerzen begleiten den Großteil der Bevölkerung. Jeder fünfte gesetzlich Versicherte geht mindestens einmal im Jahr deswegen zum Arzt – viele sogar mehrmals. Die Anzahl der Behandlungsfälle aufgrund von Rückenschmerzen variiert regional erheblich. „In Gelsenkirchen gab es zwischen 2009 und 2015 jährlich durchschnittlich 610,5 Behandlungsfälle pro 1.000 Versicherte, während der Durchschnitt in NRW bei 457,9 lag“, so Stefanie Weier von der Krankenkasse IKK classic. Sie hat zum Tag der Rückengesundheit am Mittwoch, den 15. März, aktuelle Daten von „Faktencheck Gesundheit 2016“ der Bertelsmann Stiftung ausgewertet.

Zur Diagnosestellung werden sehr häufig bildgebende Verfahren wie Röntgenuntersuchungen, MRT oder CT eingesetzt. „Hier lag Gelsenkirchen mit 452,3 Bildgebungen je 1.000 Versicherte pro Jahr ebenfalls über dem NRW-Durchschnitt von 406,0. Der bundesweite Durchschnittwert lag bei 397,6“, so Stefanie Weier weiter. Die Experten der Bertelsmann Stiftung gehen jedoch davon aus, dass sich bei vier von fünf Patienten mit Rückenschmerzen – auch nach gründlicher Diagnostik – keine spezifische Schmerzursache finden lässt. Eine Bildgebung hilft hier also nicht weiter und sollte – auch aufgrund der Strahlenbelastung – nicht zu früh durchgeführt werden.

Denn: Die Ursachen von Rückenschmerzen sind häufig Verspannungen durch Überlastungen oder einseitige Körperhaltung. Auch die Psyche kann eine Rolle spielen: Stress, Ängste und depressive Verstimmungen können Rückenschmerzen verursachen. „Die Mehrheit der Deutschen ist aber eher von Bewegungsmangel betroffen. Regelmäßige Bewegung ist deshalb die beste Prävention gegen Rückenschmerzen“, sagt Stefanie Weier. Sehr wirkungsvoll sind sogenannte Gesundheitskurse, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst werden. In diesen Kursen werden sowohl Techniken für eine rückenschonende Bewegung und Entspannung vermittelt, als auch Wege aus der „Komfortzone“ aufgezeigt.

Weitere Informationen auch unter: www.ikk-classic.de/gesundheitskurse 

Hinweis für die Redaktion:
Als ein Behandlungsfall zählt ein Patient, der einen Arzt ein- oder mehrmals pro Quartal aufgesucht hat.

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