Mehr Windpockenfälle im Kreis Gütersloh

Die Zahl der Windpockenfälle ist 2018 im Kreis Gütersloh – verglichen mit dem Vorjahr – um 43,9 Prozent gestiegen. Eltern sollten die Windpockenimpfung nicht vernachlässigen.

(08.05.2019). Im Kreis Gütersloh ist die Zahl der Windpockenfälle im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. „Insgesamt waren es 164 Fälle, im Jahr 2017 waren es nur 114. Dies entspricht einer Steigerung von 43,9 Prozent. Bundesweit war dagegen ein Rückgang von 8,1 Prozent zu verzeichnen, in NRW betrug der Rückgang 13,7 Prozent“, so Stefanie Weier von der Krankenkasse IKK classic. Basis für die Zahlen ist die Auswertung der aktuellen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) durch die IKK classic. „Man sollte diese Krankheit nicht unterschätzen, Windpocken sind bei Kindern zwar meistens relativ harmlos, bei Erwachsenen besteht aber die Gefahr von Folgeerkrankungen wie Gehirn- oder Leberentzündung“, so Stefanie Weier.

Windpocken werden meist durch Husten und Niesen übertragen, eine Ansteckung kann auch durch Flüssigkeiten aus den Bläschen des Hautausschlags erfolgen, in dem viele Viren enthalten sind. Da die Viren lange in der Luft schweben, kann die Infektion tatsächlich durch Wind über große Entfernung übertragen werden – daher ihr Namen Windpocken. Wer nicht immun ist, steckt sich in der Regel sofort an. Danach dauert es zwei bis drei Wochen, bis die Krankheit ausbricht. Die Symptome klingen in der Regel nach einer weiteren Woche wieder ab. Wer schon einmal mit der Krankheit infiziert war oder geimpft wurde, kann sich dagegen nicht anstecken.

„Darum ist es so wichtig, dass möglichst alle Kinder gegen Windpocken geimpft werden. Die Entscheidung, ob Eltern ihr Kind impfen lassen, kann ihnen natürlich niemand abnehmen. Es ist jedoch wichtig, dass sich Eltern mit diesem Thema intensiv auseinandersetzen, zum Schutz ihrer Kinder und zum Schutz Dritter“, so Stefanie Weier. Der Impfschutz wird im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen vom Kinderarzt überprüft. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die erste Impfung für Kinder im Alter von elf bis 14 Monaten. Die zweite Impfung sollte in einem Lebensalter von 15 bis 23 Monaten erfolgen. Die Impfung kann zudem zu jedem Zeitpunkt nachgeholt werden, wenn sie nicht im empfohlenen Alter erfolgte, und wird von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

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