Jedes 3. Baby in Dortmund wird per Kaiserschnitt geboren

33,3 Prozent aller Kinder in Dortmund wurden im Jahr 2018 per Kaiserschnitt zur Welt gebracht – Dortmund liegt damit deutlich über dem NRW-Durchschnitt.

(10.07.2020). Im Jahr 2018 wurden laut aktuellsten Zahlen des Landesbetriebs IT.NRW in Dortmund 1.845 von 5.548 Kinder per Kaiserschnitt zur Welt gebracht – 33,3 Prozent aller Geburten entfielen auf diese Geburtsmethode. „Damit liegt Dortmund deutlich über dem NRW-Durchschnitt von 29,9 Prozent. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 29,1 Prozent. 1994 betrug der Anteil der Kaiserschnitte in Deutschland lediglich 17,3 Prozent, die natürliche Methode wird also durch den Kaiserschnitt immer mehr verdrängt“, sagt Stefanie Weier von der Krankenkasse IKK classic.

Warum immer mehr Entbindungen per Kaiserschnitt erfolgen, ist nicht eindeutig geklärt. „Es gibt Situationen, in denen ein Kaiserschnitt medizinisch unumgänglich ist, beispielsweise um das Leben von Mutter und Kind zu schützen“, so Stefanie Weier. „In den meisten Fällen gibt es jedoch einen Ermessensspielraum, der von Ärzten und Krankenhäusern offensichtlich ganz unterschiedlich genutzt wird.“ Hinzu kommt, dass viele Frauen den Kaiserschnitt einer natürlichen Geburt vorziehen. Beispielsweise weil sie glauben, dies sei die sicherere Methode und sie Angst vor Schmerzen und Komplikationen haben, oder weil sie so an einem bestimmten Termin entbinden können.

Zwar sind die Komplikationen bei einem Kaiserschnitt dank des medizinischen Fortschritts zunehmend gesunken, trotzdem handelt es sich bei dieser Methode immer noch um einen großen medizinischen Eingriff, der nicht gefahrlos ist. So haben beispielsweise Frauen schon nach einer natürlichen Geburt ein erheblich gesteigertes Risiko, eine Thrombose oder eine Lungenembolie zu bekommen, durch einen Kaiserschnitt steigt dieses Risiko aber noch weiter an. Außerdem haben Kaiserschnittkinder ein höheres Risiko, später an Diabetes Typ 1, Allergien, Asthma und Zöliakie, eine Überempfindlichkeit gegenüber Weizenbestandteilen in der Nahrung, zu erkranken. Zudem wirkt sich ein Kaiserschnitt auf zukünftige Schwangerschaften aus. Durch die Narbe ist die Einnistung des Embryos in der Gebärmutter häufiger beeinträchtigt.

„Bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf sollte deshalb die Notwendigkeit eines Kaiserschnitts immer gut abgewogen und mit dem Arzt und der Hebamme besprochen werden“, so Stefanie Weier.

© IKK Classic

Nordrhein-Westfalen
Westfalen-Lippe

Stefanie Weier
Pressereferentin

Tel.: 0521 9443-530016
Fax: 0521 9443-582199

stefanie.weier@ikk-classic.de
twitter.com/IKKcl_Presse_WL