Kreis Borken: Mehr Kinder und Jugendliche wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus

Mehr als nur einen kleinen Schwips: 2018 mussten 14,2 Prozent mehr Kinder und Jugendliche wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden.

(18.09.2020). Mussten im Kreis Borken nach aktuellsten Zahlen von Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) 2017 noch 127 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis unter 20 Jahren in einem Krankenhaus wegen einer akuten Alkoholvergiftung behandelt werden, so waren es 2018 schon 145 – eine Zunahme von 14,2 Prozent. „Allerdings darf man nicht vergessen, diese Zahlen sind nur die Spitze des Eisbergs. Bei weitem nicht alle Kinder und Jugendlichen mit einem ‚Vollrausch‘ landen auch im Krankenhaus, die Dunkelziffer ist entsprechend hoch“, so Stefanie Weier von der Krankenkasse IKK classic.

Warum manche junge Menschen so viel trinken, wissen selbst die Experten nicht ganz genau. Klar ist aber: Viele Kinder und Jugendliche glauben, dass Alkohol sie erwachsen, selbstbewusst, attraktiv, sexy oder mutig macht. Außerdem sind die alkoholischen Mixgetränke immer noch sehr beliebt, bei denen man den Alkohol nicht schmeckt, deren Wirkung aber sehr schnell einsetzt. „Eine Hauptursache für den hohen Alkoholkonsum bei uns ist sicherlich auch der niedrige Preis. Deutschland ist eines der wenigen Länder in Europa, wo man sich noch immer für ein Taschengeld zu Tode trinken kann. Hinzu kommt, dass Alkohol an Kiosken und Tankstellen rund um die Uhr verfügbar ist, die Hersteller für ihre Produkte frei werben dürfen und der Jugendschutz oft nur auf dem Papier besteht. Deshalb bleibt die Alkoholprävention bei Kindern und Jugendlichen ein ganz wichtiger Punkt und sollte noch weiter ausgebaut werden“, so Stefanie Weier.

Hinweis für die Redaktion: Bei den erfassten Fällen von Kindern und Jugendlichen mit einer Alkoholvergiftung werden nur die Kinder und Jugendlichen erfasst, die ihren Wohnsitz auch tatsächlich im Kreis Borken haben. Kinder und Jugendliche, die im Kreis wegen einer Alkoholvergiftung behandelt wurden und ihren Wohnsitz in einer anderen Stadt oder einem anderen Landkreis haben, fließen nicht in die Statistik ein.

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