IKK-Praxistipp Bewegung am Arbeitsplatz

Bewegte Büroarbeit, gesundheitsgerechtes Heben, einseitige Arbeiten, zu wenig Bewegung: Das Thema ist schwer einzugrenzen. Warum aber sollten sich Betriebe trotzdem damit beschäftigen?

Im Interview: Frank Ruhnau, Bewegungsexperte der IKK classic

Beziehen wir uns zuerst auf die klassische Büroarbeit. Was können Arbeitgeber hier für gesunde und bewegte Arbeitsplätze tun?

Als Grundvoraussetzung sollte die aktuelle Arbeitsplatzverordnung als Minimalanforderung an einen Büroarbeitsplatz erfüllt sein. Mit ergonomischen Maßnahmen kann zusätzlich die Körperhaltung entlastet werden. Dabei geht es um optimale Arbeitshöhen, funktionale Bürostühle (gegebenenfalls mit DVGS Zertifizierung), Beleuchtung, Anordnung der Arbeitsmittel und mehr. Gestalten Sie den Arbeitsplatz außerdem so, dass Mitarbeiter auch mal aufstehen müssen und so in Bewegung kommen. Sie können Ihren Mitarbeiter auch online gestützte „Bildschirmanimationen“ anbieten, die immer mal wieder zu einer Bewegungspause auffordern.

Grundsätzlich gibt es viele falsche Bewegungsabläufe. Wo kann der Arbeitgeber bei diesem Thema ansetzen? 

Natürlich müssen auch die Mitarbeiter über dieses Thema gut Bescheid wissen, denn der beste Stuhl taugt nichts, wenn er falsch eingestellt ist. Über Aufklärung und Information ist es möglich, eine höhere Verantwortung für das eigene Verhalten und den richtigen Umgang mit den Arbeitsmitteln zu erreichen.

Grundsätzlich sollten Arbeitsmittel so angeordnet werden, dass eine Belastung gar nicht erst entsteht, zum Beispiel häufig genutztes Material in einer „guten“ Höhe positionieren.

Im Durchschnitt bewegen wir uns alle zu wenig. Was können Unternehmen ihren Mitarbeitern anbieten? 

Wie schon gesagt können kurze Unterbrechungen zu Bewegungspausen animieren. Der Arbeitgeber kann auch gemeinsame Bewegungsangebote machen und so zu aktiven Pausen motivieren. Betriebssport, Kooperationen mit Fitnessstudios oder Sportvereinen und Lauftreffs mit einem gemeinsamen Ziel, zum Beispiel „miles for more“ motivieren zusätzlich zu einer bewegten Freizeit.

Was zeichnet heute einen gesundheitsbewussten Betrieb aus?

Der möglichst viele Anreize zu einem gesundheitsbewussten Verhalten schafft und seine Mitarbeiter in diese Prozesse einbezieht, zum Beispiel mit einem betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM). Außerdem sollte es einen „Steuerungskreis“ geben, der sich den Gesundheitsthemen annimmt und gemeinsam mit der Belegschaft umsetzt.

Ein gesundheitsbewusster Betrieb verfolgt immer eine Firmenphilosophie, die Gesundheit als zentrale Aufgabe sieht, um sowohl leistungsfähige und motivierte Mitarbeiter zu haben als auch die Wettbewerbsfähigkeit als attraktiver Arbeitgeber zu erhöhen.

10 Tipps für Betriebe, die gesund in Bewegung bleiben bzw. kommen wollen

  • Gesundheit als zentrale Aufgabe sehen
  • Verantwortung hierzu an „Kümmerer“ geben
  • Eine Strategie zum Thema Gesundheit und Bewegung entwickeln
  • Die Mitarbeiter einbinden in Entscheidungen (Was wollt ihr?)
  • Im Arbeitsprozess Bewegungsanreize schaffen
  • Breites Gesundheitsangebot anbieten
  • Kooperationen mit externen Unterstützern, z.B. Studios, Sporttherapeuten
  • Schrittzähler und die Aufforderung eine vereinbarte Schrittanzahl zusätzlich pro Tag zu laufen
  • Eventuell verknüpft mit einem gemeinsamen Ziel: pro km gibt der Betrieb 10 Eurocent, z.B. für einen guten Zweck
  • Einbinden der Vorhaben ins Gesundheitsangebot der IKK classic für Betriebe

Die IKK classic bietet Ihnen umfassende Unterstützung in Sachen Gesundheit im Betrieb in Form vom betrieblichen Gesundheitsmanagement an.