Praxistipp: Gesundes Heben und Tragen

Rückenschmerzen sind die Volkskrankheit Nummer eins in Deutschland und die häufigste Ursache der Arbeitsunfähigkeit von Arbeitnehmern. Umso schlimmer ist es, wenn schwere körperliche Arbeit im Betrieb die Ursache der Rückenleiden ist. Schmerzen und Verletzungen durch das Heben schwerer Gegenstände kann man durch schonende Arbeitsabläufe vorbeugen.

Laut Arbeitsschutzgesetz und Lastenhandhabungsverordnung hat der Arbeitgeber dafür Sorge zu tragen, dass seine Mitarbeiter keine zu schweren Lasten tragen müssen. Lässt sich dies nicht vermeiden, so muss er geeignete Hilfsmittel zur Verfügung stellen, um die Belastung der Arbeitnehmer so gering wie möglich zu halten. Zu den Pflichten des Arbeitgebers zählt außerdem eine Unterweisung der Mitarbeiter in Bezug auf rückenschonende Arbeitsabläufe.

Tipps für einen gesunden Rücken

  • Wichtig ist die Verringerung des Lastgewichts, indem eine Last in mehrere kleinere aufgeteilt, eine leichtere Verpackung gewählt oder andere Materialien genutzt werden. Es gilt die Regel: Geteilte Last ist halbe Last. Falscher Ehrgeiz ist hier fehl am Platz. Wo immer es möglich ist, sollte man sich Unterstützung holen und eine Last mit mehreren Personen tragen.
  • Außerdem gibt es zum Tragen und Heben verschiedene Hilfsmittel. Je nach Umständen und Aufgaben sind dies z.B. Tragegurte, Lastenaufzüge, Gabelhubwagen, Winden oder Sackkarren.
  • Ein wichtiger Aspekt zur Schonung der Bandscheiben ist die „Gewichtheber-Regel“: Die Kraft zum Anheben eines Gegenstands muss aus den Beinen und Armen, aber niemals aus dem Rücken kommen. Zum Anheben tritt man so nah wie möglich an den Gegenstand heran und geht etwas in die Hocke. Die Knie sollten nicht mehr als 90 Grad gebeugt werden. Der Rücken bleibt beim Anheben gerade, weil die Last aus den Knien herausgehoben werden soll. Beim Abstellen gilt: Erst in die Hocke gehen, dann die Last absetzen.
  • Außerdem dürfen Gewichte niemals ruckartig und mit Schwung, sondern immer gleichmäßig und mit Kraft angehoben werden. Vor dem Anheben sollte der Körper aufgerichtet werden. Um den Oberkörper zu stabilisieren und die Wirbelsäule zu entlasten, wird die Rumpfmuskulatur angespannt. Das gilt vor allem für Bauch und Gesäß. 
  • Beim Heben den Oberkörper möglichst nicht verdrehen. Die Beinarbeit sollte dann verstärkt werden, wenn z.B. eine Weitergabe der Last oder eine Richtungsänderung beim Tragen erforderlich sind! Denn dreht man den ganzen Körper aus den Beinen heraus, wird die Wirbelsäule geschont.
  • Wer Lasten körpernah trägt statt mit ausgestreckten Armen, der schont ebenfalls seinen Rücken. Außerdem ist es sinnvoll, das Gewicht gleichmäßig auf beide Körperseiten zu verteilen. Wenn dies nicht möglich ist, dann ist das Tragen auf beiden Schultern oft eine gute Alternative.
  • Hohe oder schiefe, abgelaufene Absätze bieten keinen sicheren Stand und sind daher für das Tragen von schweren Gegenständen ungeeignet. Schuhe mit weichen Sohlen verringern Erschütterungen, die beim Gehen die Wirbelsäule stauchen.
  • Außerdem sind grundsätzlich kleine Pausen nach 20 bis 30 Minuten zum Dehnen und Strecken ratsam.

Der Gesundheitsberater der IKK classic berät und unterstützt Sie gern bei der Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements.

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