IKK-Praxistipp: Gesund essen am Arbeitsplatz

Was zu gesunder Ernährung gehört, weiß fast jeder. Ein Blick in Pausenräume am Arbeitsplatz zeigt oft jedoch ein anderes Bild. Hier erfahren Sie, wie eine optimale Ernährung im Berufsalltag aussehen kann.

Im Interview: IKK-Gesundheitsexpertin Uta Paproth-Jesinger

Gesunde Ernährung, was heißt das in drei kurzen Sätzen? Damit gesunde Ernährung auch Spaß macht, sind abwechslungsreiche und leckere Hauptmahlzeiten extrem wichtig. Vor allem im Berufsalltag sollten dazwischen kleine Snacks gegessen werden, um Leistungstiefs zu vermeiden. Und zu guter Letzt gehört ausreichendes und regelmäßiges Trinken dazu.

Was sind die Hauptthemen der gesundheitsgerechten Verpflegung am Arbeitsplatz? Stichworte sind hier unter anderem fettarmes Essen mit viel Obst und Gemüse sowie bedarfsgerechte Verpflegung. Denn ein Bauarbeiter braucht eine andere Versorgung als eine Bürokraft. Andererseits sind die vorhandenen Möglichkeiten zur Essensversorgung bzw. zur Aufbewahrung von Essen von grundlegender Bedeutung für die Qualität der Verpflegung.

Welche konkreten Auswirkungen haben denn die verschiedenen Tätigkeiten auf die Ernährung? Bei einer vorwiegend sitzenden Arbeit werden grundsätzlich weniger kalorienreiche Lebensmittel benötigt. Hier sollte man auf fettarme Mahlzeiten achten. Mitarbeiter mit schwerer körperlicher Tätigkeit haben einen deutlich höheren Kalorienbedarf, welcher vorwiegend durch Kohlenhydrate (z.B. belegte Brote) abgedeckt werden sollte. Je nach Wetterlage oder/und schwitzender Tätigkeit ist zudem der Flüssigkeitsbedarf erhöht.

Welche Rolle spielen eigene Bedürfnisse (Geschmack) und Möglichkeiten (finanziell, zeitlich)?  Essen muss schmecken und den eigenen Bedürfnissen entsprechen, sonst funktioniert gesunde Ernährung nicht. Wem es lieber ist, am Abend die Hauptmahlzeit zu sich zu nehmen, kann zum Mittagessen z.B. belegtes Brot und Gemüsesticks und als Nachtisch einen Joghurt essen. Kleine Ernährungssünden können mit der nächsten Mahlzeit ausgeglichen werden. Auch im Arbeitsalltag ist es oft möglich, gute und abwechslungsreiche Speisen/Mahlzeiten zu kaufen. Es muss nicht immer selber gekocht werden. Obst und Gemüse (z.B. Cocktailtomaten) zur Zwischenmahlzeit sind einfach von zu Hause mitzubringen. Wichtig ist das, was man über den ganzen Tag verteilt zu sich nimmt.

Was kann der Arbeitgeber zur gesunden Verpflegung beitragen? Es gibt da viele Möglichkeiten. Er kann einen angenehmen Pausenraum zur Verfügung stellen, in dem es einen Kühlschrank und vielleicht eine Mikrowelle gibt. Er kann Mineralwasser bereitstellen. Und er sollte für ausreichend lange Pausen sorgen und schauen, dass diese auch eingehalten werden.

Praktische Tipps:

  • Einkauf: Es ist günstig, einmal pro Woche einen Großeinkauf mit Obst und Gemüse machen. Dadurch hat man täglich etwas zum Mitnehmen.
  • Zubereitung/ Vorbereitung: Einfach zu Hause immer etwas mehr kochen. Dann kann man das am nächsten Tag für die Mittagspause mitnehmen und aufwärmen.
  • Wann essen: Wer unregelmäßig isst oder Mahlzeiten ausfallen lässt, muss mit Heißhungerattacken und mit Leistungsabfall sowie Konzentrationsstörungen rechnen.
  • Fastfood und Fertiggerichte: Auch hier gibt es ausgewogen Möglichkeiten: z.B. zwei Frikadellen mit Kartoffelsalat oder auch ein Hamburger mit Salat und Wasser statt Cola sind in Ordnung. Wichtig ist die Abwechslung. 1 bis 2 mal pro Woche Fastfood ist o.k.
  • Trinken: Das wichtigste Getränk sollte immer Mineralwasser oder Wasser sein. Zuckerhaltige Getränke und auch Fruchtsäfte liefern unnötige Kalorien. 3 bis 4 kleine Tassen Kaffee am Tag sind völlig o.k., aber Vorsicht mit den Zuckerstücken. Unter normalen Bedingungen sollten insgesamt ca. 2 Liter Flüssigkeit pro Tag getrunken werden, was bei schweren körperlichen Tätigkeiten und großer Hitze auch bis auf ca. 5 Liter ansteigen kann.

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