Ergonomisch am Schreibtisch

Die Werkstatt ist mit modernen Maschinen ausgestattet, auf der Baustelle wird Arbeitssicherheit großgeschrieben und die Firmenwagen bekommen regelmäßig eine Inspektion. Doch wie sieht es beim Schreibtisch aus? Egal, ob die Inhaber eines kleinen Handwerksbetriebs die kaufmännischen Tätigkeiten am Abend erledigen oder ob es eine Verwaltung in einem großen Unternehmen gibt – ein optimal ausgestatteter Arbeitsplatz beugt gesundheitlichen Schäden vor und erhöht das Wohlbefinden der Mitarbeiter.

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Ein verspannter Nacken, Kopfschmerzen und brennende Augen sind häufige Beschwerden nach längerer Schreibtischarbeit. Die körperlichen Belastungen können mit einer funktionalen und ergonomischen Gestaltung des Arbeitsplatzes verringert werden. Dafür muss das Büro nicht unbedingt komplett neu eingerichtet werden, oft genügt ein Soll-Ist-Vergleich, um Schwachstellen aufzudecken. An den Richtwerten können sich Büroarbeiter orientieren – entscheidend ist jedoch das subjektive Wohlfühlgefühl.

Hat der Schreibtisch die richtige Position im Raum? Die Blickrichtung des Mitarbeiters sollte parallel zum Fenster sein. Der seitliche Lichteinfall vermeidet Blendungen und Spiegelungen auf dem Bildschirm. Als freie Bewegungsfläche vor dem Schreibtisch sollten mindestens 1,5 m² vorhanden sein, wobei die Tiefe mindestens 1 m beträgt.

Stimmen die Maße des Schreibtisches? Die Fläche sollte mindestens 160 x 80 cm groß sein. Bei wenig Schriftgut, nur einem Bildschirm und ohne wechselnde Tätigkeiten reicht eine Breite von 120 cm. Ungefähr 74 cm hoch ist ein Standardschreibtisch. Ideal sind höhenverstellbare Tische, an denen sich nach Bedarf sowohl im Sitzen als auch im Stehen arbeiten lässt. Für genügend Beinfreiheit darf unter dem Tisch eine Breite von 85 cm nicht unterschritten werden, sonst müssen Papierkörbe oder Computer einen anderen Platz finden.

Ist der Bürostuhl passend eingestellt? Die Sitzfläche komplett ausnutzen und Füße flach auf den Boden stellen. Bilden Oberschenkel und Unterschenkel einen 90-Grad-Winkel, hat der Stuhl die richtige Höhe. Sollten die angewinkelten Ellenbogen dann nicht auf Höhe des Tisches sein, können Fußstützen ausgleichen. Für dynamisches Sitzen mit einem Wechsel von aufrechtem, nach vorne und nach hinten geneigtem Rücken muss die Rückenlehne jede Bewegung mitmachen, um die Wirbelsäule in allen Positionen zu stützen. Die Rückstellkraft der Lehne sollte abhängig von Körpermaß und -gewicht individuell einstellbar sein.

Wie hell sollte es am Arbeitsplatz sein? Die Beleuchtung spielt eine große Rolle für die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden. Die Fenster sollten ausreichend Tageslicht in den Raum bringen und über Jalousien verfügen, um blendende Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Direkt am Schreibtisch sollte die Beleuchtung mindestens 500 Lux haben, im Umgebungsbereich mindestens 300 Lux. Zum Vergleich: Eine Kerze hat eine Helligkeit von einem Lux, ein bedeckter Wintertag 3.500 Lux.

Ist das Raumklima regelbar? Die optimale Lufttemperatur für Büroarbeitsplätze beträgt 20 bis 22 °C. Im Winter macht es die Heizung einfach, diesen Wert zu erreichen. Im Sommer ist ein Sonnenschutz notwendig, um ein Überhitzen des Raums zu vermeiden. Grünpflanzen sind nicht nur eine Zierde, sondern tragen auch dazu bei, eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 40 Prozent zu erreichen. Zu trockene Luft kann Atemwegserkrankungen begünstigen.

Gibt es weitere gesundheitliche Risiken? Eine häufige Ursache von Arbeitsunfällen durch Stolpern und Stürzen ist das Hängenbleiben an Kabeln. Die zahlreichen Stromkabel der Bürogeräte gehören daher in Kabelbrücken. Ist der Lärmpegel durch Drucker und Kopierer hoch, sollten die Geräte in einem anderen Raum aufgestellt werden. Der Gang zum Drucker sorgt dann gleichzeitig für mehr Bewegung.