IKK-Praxistipp „Schichtarbeit"

Zehn Tipps, worauf es bei der Gestaltung von Schichtplänen ankommt:

1. Nicht mehr als drei Nachtschichten hintereinander

Auch bei Dauernachtarbeitern kommt es nur zu einer Teilanpassung der Körperfunktionen an die Nachtarbeit. Aus diesem Grund sollten die Nachtschichtblöcke möglichst kurz sein, so dass eine Anpassung vom Körper erst gar nicht eingeleitet wird. Das Schlafdefizit ist dann noch nicht so groß und der Schichtarbeiter erhält mehr Möglichkeiten, am sozialen Leben teilzunehmen.

2. Schnelle Rotation von Früh- und Spätschichten

In einem Schichtblock sollten nicht mehr als drei Frühschichten hintereinander liegen. Denn die Erfahrung zeigt, dass „Frühschichtler“ nicht unbedingt eher zu Bett gehen, auch wenn sie morgens schon zeitig aus den Federn müssen. Mit der Zeit häufen sich so die Schlafdefizite an. Bei längeren Spätschichtblöcken leiden Familie, Freunde und Bekannte, denn die Freizeit am Abend ist mehr wert als freie Zeit am Vormittag, wenn andere arbeiten müssen. Die Empfehlung lautet: maximal drei Spätschichten hintereinander und nicht mehr als vier Spätschichten pro Woche.

3. Frühschichtbeginn nicht zu früh

Je früher der Frühschichtbeginn, desto kürzer wird meist der Nachtschlaf davor und desto größer ist die Müdigkeit. Ein Arbeitsbeginn um 7 Uhr ist daher besser als einer um 6 Uhr oder früher.

4. Arbeitszeiten gesund halten

Je länger gearbeitet wird, desto mehr nehmen Belastung, Müdigkeit und Unfallrisiko zu. Eine Ausdehnung der Arbeitszeit über den Acht-Stunden-Tag oder die 48-Stunden-Woche hinaus sollte möglichst vermieden werden.

5. Vorwärtswechsel der Schichten

Die Vorwärtsrotation entspricht eher dem inneren täglichen Rhythmus der Körperfunktionen. Das bedeutet, es wird mit der Frühschicht begonnen, auf die dann Spät- und Nachtschicht folgen.

6. Geblockte Wochenendfreizeiten

Die Freizeit am Wochenende ist für Schichtarbeiter besonders wichtig, weil sie oftmals nur dann die Möglichkeit haben, mit Familie und Freunden etwas zu unternehmen. Einzelne freie Tage zwischen mehreren Arbeitstagen haben keinen hohen Erholungswert. Zwei zusammenhängende freie Tage, wobei mindestens ein Tag Samstag oder Sonntag sein sollte, sollten deshalb in den Schichtplan eingebunden sein.

7. Ungünstige Schichtfolgen vermeiden

Bestimmte Schichtfolgen sind für den Arbeitnehmer besonders belastend, zum Beispiel der Rückwärtswechsel. Auch ein einzelner freier Tag nach einem Nachtschichtblock reicht nicht aus, um sich gänzlich zu erholen. Hier sollten mindestens zwei freie Tage eingeplant werden.

8. Länge der Schichten der Arbeitsbelastung anpassen

Die Schichtpläne sollten die Art und Schwere der Tätigkeit berücksichtigen. Dabei kommt es nicht nur auf die körperliche Belastung an, sondern auch auf die psychische. Arbeiten. Wird eine hohe Konzentration verlangt und ist dadurch das Risiko eines Fehlverhaltens besonders groß, sollte eine Schicht nicht über den Acht-Stunden-Tag hinausgehen. Das gilt insbesondere für die Nachtarbeit.

9. Kurzfristige Systemänderungen vermeiden

Ein einmal aufgestelltes Schichtsystem sollte nach Möglichkeit lange bestehen bleiben, da sich nach ihm das Leben des Schichtarbeiters und seiner Familie richtet.

10. Mindestens ein freier Abend von Montag bis Freitag

Ein freier Abend in der Arbeitswoche ermöglicht es dem Schichtarbeiter, Zeit mit der Familie oder Freunden zu verbringen.