Sonnenschutz am Arbeitsplatz

Schönes Wetter hebt die Stimmung und die Arbeit geht deutlich leichter von der Hand. Aber Vorsicht: Wer in der prallen Sonne arbeiten muss, sollte Haut und Augen schützen. Hier die wichtigsten Tipps:

Bekleidung

Arbeitsbekleidung sollte leicht und langärmlig sein. T-Shirt, Hemden und Hosen bieten Schutz. Bequeme Schnitte und Textilien mit UV-Schutz sorgen dafür, dass die Kleidung auch tatsächlich getragen wird.

Auch in Branchen, in denen keine Helmpflicht besteht, niemals auf eine Kopfbedeckung verzichten. Helm, Sonnenhut oder Kappe schützen vor der intensiven Sonneneinstrahlung. Das ist ganz besonders wichtig für alle, bei denen die Haare dünner sind.

Hautpflege

Produkttests für Sonnenschutzmittel zeigen immer wieder, dass nicht der Preis entscheidend ist, sondern die Anwendung. Wichtig ist:

  • Produkt mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor (LSF) verwenden und alle unbedeckten Stellen des Körpers eincremen
  • Sonnenschutzmittel rechtzeitig auftragen – die Wirkung setzt erst nach etwa 30 Minuten ein – und im Laufe des Tages nachcremen
  • ausreichend Sonnenschutzmittel auftragen – um den angegebenen Lichtschutzfaktor tatsächlich zu erreichen, sollten es schon 30 ml Creme für den ganzen Körper sein – das ist in etwa so viel, wie in ein Schnapsglas passt.

Sonnenbrille

Sonnencreme schützt die Haut vor Sonnenbrand, das weiß fast jedes Kind. Dass auch Augen Sonnenbrand bekommen können, weiß fast niemand. Sonnenbrillen bannen diese und andere Gefahren und sind deshalb bei der Arbeit im Freien ein absolutes Muss. Eine qualitativ gute und auf ihre Sicherheit geprüfte Brille kann auch der Laie erkennen:

  • Gläser: Eine qualitativ gute und auf ihre Sicherheit geprüfte Brille erkennt man am CE-Zeichen, das den gesetzlich vorgeschriebenen UV-Schutz der Sonnenbrille bestätigt. Auch Hinweise wie UV 400 oder 100 Prozent UV-Strahlung deuten auf einen ausreichenden UV-Schutz hin. Allerdings sind diese Hinweise oft zu Unrecht angebracht. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann den UV-Schutz seiner Sonnenbrille beim Optiker prüfen lassen.
  • Blendschutz: Für den nötigen Blendschutz sorgt die Gläsertönung in den Kategorien 0 bis 4. Mit 18 bis 43 Prozent Lichtdurchlässigkeit bietet die Kategorie 2 (CAT 2) einen guten Schutz für Sonnentage in Mitteleuropa. Bei der Farbwahl raten Experten zu braunen und grauen Gläsern. Sie verfälschen die Farben kaum und bieten einen guten Blendschutz. Besonders stark getönte Gläser (CAT 4) sind eher etwas für extreme Sichtbedingungen und damit für den Straßenverkehr ungeeignet. Doch gerade für Autofahrer kann eine Sonnenbrille lebenswichtig sein: Wer bei 130 km/h eine Sekunde lang geblendet ist, legt mehr als 35 Meter im Blindflug zurück.
  • Form und Verarbeitung: Vor dem Kauf sollten Gestell und Gläser auf ihre Verarbeitung geprüft werden. Das Glas darf auch auf leichten Fingerdruck nicht nachgeben und sollte keine Blasen, Schlieren oder Einschlüsse aufweisen. Bei den Bügeln ist es hingegen ein gutes Zeichen, wenn sie auf Druck ein wenig nachgeben: Dann lässt sich die Brille leicht anpassen und hat gut funktionierende Scharniere. Die Fassung sollte zu Kopfform und -größe passen, damit sie nicht drückt oder scheuert. Befinden sich die Gläser möglichst nah am Auge und reichen von den Augenbrauen bis seitlich zu den Schläfen, decken sie es vollständig ab und halten den Anteil von Streulicht gering.

In der baua: Praxis kompakt „Sonnenbrillen – Sicherer Sonnenschutz für die Augen“, der Broschüre der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) stehen weitere wichtige Hinweise. Sie gibt es als PDF unter: www.baua.de/publikationen

Technische Schutzmaßnahmen

Mit Überdachungen, Sonnensegeln, UV-absorbierende Fenstern und anderen Maßnahmen lässt sich die Belastung am Arbeitsplatz deutlich reduzieren. Oft lässt sich der Betriebsablauf mit wenig Aufwand den hochsommerlichen Bedingungen anpassen:

  • Arbeit so gestalten, dass möglichst viel im Schatten erledigt werden kann
  • Beschränkungen der Aufenthaltsdauer in der prallen Sonne, falls möglich Arbeitsplatzwechsel im Team organisieren
  • früherer Arbeitsbeginn und Verlagerung körperlich anstrengender Tätigkeiten in die kühleren Morgenstunden
  • kurze Zusatzpausen im Schatten

Arbeitgeber sind verpflichtet zu prüfen, ob eine Gefährdung der Beschäftigten bei Arbeitsplätzen im Freien vorliegt. Mehr Informationen finden Sie dazu in der Broschüre "Licht und Schatten – Schutz vor Sonneneinstrahlung für Beschäftigte im Freien" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.