Sicher und gesund ans Ziel: Tipps für Vielfahrer

Ob täglich auf dem Weg zur Arbeit oder regelmäßig unterwegs zum Kunden: Mobilität ist heute so gefragt wie nie zuvor. Entsprechend groß ist die Zahl derer, die beruflich viel mit dem Auto unterwegs sind. Sie können ein Lied davon singen, wie anstrengend es ist, Tag für Tag hinter dem Steuer zu sitzen. Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihren im wahrsten Sinne des Wortes bewegten Alltag am besten meistern können.

Powermahlzeit unterwegs: Leichte Kost klar im Vorteil

Ob auf langen oder kurzen Strecken: Irgendwann sind die Reserven geleert und Hunger macht sich bemerkbar. Auftanken ist angesagt. Glaubt man Studien, so laben sich die meisten Autofahrer beim ersten Magenknurren an Süßigkeiten und Fastfood wie Burger, Pommes und Bratwurst. Diese beliebten Gaumenfreuden der Vielfahrer haben eines gemein: Sie sind in jeder Hinsicht denkbar ungünstig.

Die oft sehr fettreiche Imbiss-Kost schlägt sich nicht nur langfristig negativ auf der Waage nieder, sondern belastet den Körper unnötig, da er regelrechte Höchstarbeit in die Verdauung investieren muss. Das Resultat sind Ermüdungserscheinungen und mangelnde Konzentration. Dazu kommt, dass der Magen durch das lange Sitzen schlechter mit Blut versorgt ist. Verdauungsprobleme sind da häufig vorprogrammiert.

Süßigkeiten schneiden nicht besser ab als ihre deftigen Alternativen. Der hier reichlich enthaltene Einfachzucker lässt den Insulinspiegel in die Höhe schnellen und danach genauso rapide in den Keller sinken. Nach einem kurzen Energiekick droht das Zuckerloch inklusive nachlassender Konzentration und Ermüdung.

Eigene Lunchpakete: Kreativ, gesund und billiger

Um den kleinen Hunger zu vertreiben und die Energiereserven aufzufüllen, genügt häufig schon ein kleiner Snack. Wie wäre es etwa mit einem frischen Apfel oder einer Banane? Obst enthält wichtige Vitamine und liefert obendrein reichlich natürlichen Fruchtzucker, der schnell ins Blut übergeht und die Konzentration steigert. Eine Extraportion Energie und Nährstoffe für starke Nerven stecken in Nüssen und Studentenfutter. Müsliriegel enthalten Kohlenhydrate, die lange satt halten. Außerdem lassen sich die kleinen Powerpakete gut auf Vorrat im Handschuhfach bunkern. Riskieren Sie aber durchaus auch mal einen Blick auf die Zutatenliste. Denn auch so mancher Müsliriegel enthält mehr als reichlich Zucker und Fett.

Gerade wer viel unterwegs ist, sollte sich selbst zubereitete Lunchpakete zur Gewohnheit werden lassen. Zum einen sind sie auf jeden Fall billiger, zum anderen ganz nach Ihrem individuellen Geschmack. Großen Hunger schlagen Sie am besten mit selbst belegten Brötchen in die Flucht. Besonders gute Sattmacher sind kernige Vollkornbrote. Sie enthalten komplexe Kohlenhydrate, die den Körper lang anhaltend mit Energie versorgen. Belegen Sie die Brote einfach mit fettarmer Wurst oder Käse. Dazu gesellen sich ein paar Scheiben Tomate, Gurke und Salatblätter, und fertig ist die ausgewogene Powermahlzeit. Kühltaschen gibt es inzwischen in unterschiedlichen Größen und manche Lunchboxen sorgen mit einem Kühlakku für Frische.

Raststätten-Essen muss nicht ungesund sein

Wenn Sie es mal nicht schaffen, zu Hause etwas vorzubereiten: Die Angebote an Raststätten, Imbissen und Tankstellen mit angeschlossenen Bistros müssen nicht ungesund sein. Um den Körper nicht unnötig zu beschweren, sollten Sie jedoch auf fettreiche Fleischmahlzeiten, schwere Beilagen wie Pommes sowie sahnige Soßen verzichten.

Knackige Salate mit Dressings auf Essig-Öl-Basis sind leicht bekömmlich und stecken voller Vitamine, sekundärer Pflanzenstoffe und Fasern, die die Verdauung in Schwung halten. Auch Geflügelfleisch oder viele Fischsorten sind mager und liefern in Kombination mit einer Tomatensoße oder einem Chutney, reichlich Gemüse und etwas Basmatireis eine leckere und absolut autotaugliche Mahlzeit.

Auch auf kurzen Strecken: Trinken nicht vergessen!

Auch wenn das bedeutet, dass Sie häufiger einen Toilettenstopp einlegen müssen: Ausreichend trinken unterwegs ist ein Muss – am besten noch bevor der Durst kommt. Der Körper verliert gerade bei Hitze viel Flüssigkeit. Denn falls Sie den Flüssigkeitsverlust nicht beizeiten ausgleichen, lassen Konzentration und Aufmerksamkeit rapide nach.

Ideale Durstlöscher für die Autofahrt sind Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees und verdünnte Säfte. Etwas zurückhalten sollten Sie sich bei koffeinhaltigen Getränken. Sie kaschieren zwar Müdigkeit, können in größeren Mengen aber die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.

Gewusst wie: Die richtige Sitzposition

Während die einen eingeklemmt hinter dem Lenkrad sitzen, lümmeln die anderen regelrecht hinter dem Steuer. Die wenigsten sind sich bewusst, wie sie sitzen. Dabei ist man mit der richtigen Sitzposition viel besser in der Lage, das Auto in brenzligen Situationen zu beherrschen. Und auch die passiven Sicherungssysteme wie Airbag und Sicherheitsgurt können nur bei richtiger Sitzhaltung ihre schützende Wirkung entfalten.

Auch für den Rücken und Nacken zahlt sich eine optimale und entspannte Sitzhaltung aus. Denn die dauerhaften Vibrationen beim Autofahren bewirken eine enorme Druckbelastung auf die Bandscheiben. Außerdem nimmt der Rücken das lange, stille Sitzen krumm. Das Resultat: Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich, die das tägliche Autofahren zur Tortur machen. Mit der richtigen Einstellung des Autositzes können diese Beschwerden deutlich verringert werden.

So bewahren Sie Haltung:

  • Die meisten modernen Autos sind mit höhenverstellbaren Fahrersitzen ausgestattet. Die Sitzhöhe ist dann korrekt, wenn Sie ohne Einschränkungen durch die Frontscheibe blicken und die Instrumente gut ablesen können. Die Vorderkante des Sitzes sollte jedoch nicht so hoch sein, dass die Blutzirkulation der Oberschenkel behindert wird.
  • Der Sitzabstand ist dann richtig eingestellt, wenn Ihr linkes Bein bei durchgetretenem Kupplungspedal noch leicht angewinkelt ist. Zwischen Oberkörper und Airbag-Lenkrad sollte ein Mindestabstand von 25 bis 30 Zentimetern bestehen. Die Sitzfläche endet einige Zentimeter vor der Kniekehle, während das Gesäß möglichst nah an die Lehne heranrückt.
  • Die Rückenlehne sollte so eingestellt sein, dass Ihre Arme leicht angewinkelt sind, wenn die Hände das Lenkrad in der Viertel-vor-drei-Position greifen. Die Schulterblätter behalten auch beim Lenken den Kontakt zur Lehne. Außerdem heißt es möglichst aufrecht sitzen, um den Rücken zu schonen.
  • Für eine sichere und bequeme Sitzposition ist auch die Kopfstütze entscheidend. Sie sollte bis zur Kopfoberkante reichen. Die steil eingestellte Lehne sorgt zusätzlich dafür, dass sie nah an den Hinterkopf rückt und der Nacken entspannt bleibt.
  • Falls die Sitze Ihres Autos eine Lordosenstütze besitzen, sollten Sie diese so einstellen, dass ein Rundrücken vermieden wird.
  • Dem Rücken tut es besonders gut, wenn er auch während der Fahrt in Schwung gehalten wird. Ampelstopps sind ideal, um eine kleine Bewegungspause einzulegen. Einfach das Gewicht von einer auf die andere Po-Seite verlagern oder abwechselnd einen Katzenbuckel und ein Hohlkreuz machen.

Trotz Fahrroutine: Tipps für eine sichere Autofahrt

Auch wenn Sie tagtäglich hinter dem Steuer sitzen und Ihnen das Fahren längst in Fleisch und Blut übergegangen ist, sollten Sie einige grundsätzliche Tipps nicht außer Acht lassen.

  • Pausen müssen sein. Bei längeren Strecken wird empfohlen, spätestens nach drei, bessern noch alle zwei Stunden anzuhalten. Denn durch die starre Blickrichtung nach vorn und die ständig geforderte Aufmerksamkeit ermüden die Augen und die Konzentration lässt nach. Außerdem freuen sich gerade Rücken, Schultern und Nacken über etwas Bewegung. Ein paar Schritte an der frischen Luft, einige leichte Dehnübungen und ein kleiner Snack, und schon kann es mit frischem Schwung weitergehen.
  • Gehören Sie zur Gattung der Pendler? Dann wissen Sie vermutlich, wie frustrierend es sein kann, tagtäglich die gleichen Straßen zu fahren. Am besten denken Sie unterwegs nicht an die Strecke, die noch und vor allem mal wieder vor Ihnen liegt. Setzen Sie sich lieber kleine Etappenziele. Das kann eine kleine Pause sein, die Sie für ein paar Schritte an der frischen Luft nutzen, oder auch der nächste Tankstopp.
  • Planen Sie bei Ihrer Fahrt zur Arbeit oder zum Kunden immer genügend Puffer ein. So behalten Sie auch in Stresssituationen wie Staus oder bei schlechten Sichtverhältnissen einen kühlen Kopf. Außerdem sollten Sie hin und wieder die eigene Fahrweise reflektieren. Denn wer sich nicht zu gefährlichen Fahrmanövern verleiten lässt, sondern sich auf der Straße strategisch und taktisch richtig verhält, der kommt entspannter und vor allem sicher am Zielort an.
  • Auch wenn es Zeit spart, sollten Sie sich nicht im Auto über Ihren Proviant hermachen. Der Körper hat sonst keine Gelegenheit, sich zu erholen. Außerdem lenken Essen und Trinken beim Autofahren ab. Also lieber rechts ran fahren, etwas an der frischen Luft bewegen und dann entspannt und mit Genuss essen.
  • Vorsicht beim Griff zur Tablette: Zahlreiche Medikamente können die Fahrsicherheit negativ beeinflussen und sich ähnlich auf das Wahrnehmungs- und Reaktionsvermögen auswirken wie Alkohol. Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten Sie sich daher die Unbedenklichkeit von einem Arzt bestätigen lassen. Besondere Vorsicht gilt bei Beruhigungs-, Schlaf- und Schmerzmitteln, aber auch Narkotika und Medikamenten gegen Allergien und Entzündungen.