Richtig abschalten nach Feierabend

Für viele steht bald Urlaub vor der Tür. Der Einzug mobiler Technologien bedeutet jedoch für vier von zehn Arbeitnehmern, auch in der Freizeit und im Urlaub erreichbar zu sein. Sie begründen es unter anderem damit, dass es ihnen wichtig ist, über aktuelle Entwicklungen und Prozesse informiert zu sein oder weil der Vorgesetzte es erwartet. Wer jedoch auch nach Feierabend ständig weiter gedanklich bei der Arbeit ist – vielleicht sogar noch das ein oder andere dafür erledigt – fühlt sich häufig gestresst, und das kann schlimmstenfalls zu einem Burnout führen. Hier sind jetzt die Führungskräfte gefragt.

Erreichbarkeit im Urlaub

Viele Mitarbeiter sind sogar im Urlaub jederzeit erreichbar. Wer sich in dieser Zeit wirklich erholen will, sollte von Kollegen oder vom Chef gar nicht oder wirklich nur im äußersten Notfall kontaktiert werden. Eine Urlaubsvertretung zu bestimmen und sie mit allen wichtigen Informationen zu versorgen, ist unumgänglich, besonders dann, wenn in der Abwesenheit wichtige Entscheidungen anstehen. Mitarbeiter tun einem Kollegen keinen Gefallen, wenn sie ihn im Urlaub über den Job auf dem Laufenden halten. Man kann in seiner Abwesenheit ohnehin nichts tun. Ein Anruf oder eine Nachricht hat den Effekt, dass der Mitarbeiter in Gedanken sofort wieder auf der Arbeit ist – er kann im Urlaub nicht abschalten und die Erholung ist dahin.

Erreichbarkeit vereinbaren

Viele Mitarbeiter, die ständig erreichbar sind, müssten dies wahrscheinlich gar nicht. Sie gehen einfach davon aus, dass es von ihnen erwartet wird, obwohl keine ausdrückliche Anweisung vorliegt. Führungskräfte sollten deshalb unbedingt

  • offen mit ihren Vorgesetzen und Mitarbeitern über Erwartungen und Bedürfnisse zur Erreichbarkeit sprechen.
  • klare Abmachungen mit ihnen treffen, wann wer erreichbar sein muss.
  • Erreichbarkeitspausen vereinbaren und wenn möglich, die Erreichbarkeit auf mehrere Schultern verteilen.

Außerdem ist es besser, ein dienstliches und ein privates Handy nutzen, damit man das dienstliche einfach ausschalten kann.

Freizeit sinnvoll nutzen

Die freie Zeit ist für die Familie und für Hobbys da: Vor allem Sport baut Stress ab – Ausdauersport macht zudem stressresistent und wirkt präventiv. Kleine Stresssensoren lassen Puls und Blutdruck nicht mehr in die Höhe schnellen. Yoga beispielsweise hat diese Wirkung nicht, tut zur Entspannung aber trotzdem gut. Ebenfalls ein Stresspuffer: das soziale Umfeld. Nach Feierabend sollten sich Berufstätige mit Menschen treffen, die ihnen wichtig sind. Ein Kino- oder Theaterbesuch mit Freunden wirkt oft Wunder. Wichtig dabei ist jedoch, dass die Freizeittermine nicht auch in Stress ausarten. Deshalb ist ab und an auch Nichtstun angesagt – sich aufs Sofa werfen, den Fernseher anmachen oder ein gutes Buch lesen.