Stress - Herausforderung statt Belastung

Stress entsteht, wenn wir vor neuen Herausforderungen stehen. Dadurch, dass das Gehirn auf Hochtouren läuft, sind wir eher in der Lage, diese zu meistern.Sobald wir eine Lösung für das Problem gefunden haben, verankert sich das erfolgreiche Handlungsmuster und trägt dazu bei, ähnliche Probleme in Zukunft schneller zu lösen. Stress ist also Voraussetzung, um etwas leisten zu können. Erst zuviel davon macht krank.

In drei Schritten zu mehr Gelassenheit

Wenn wir das Gefühl haben, ständig gehetzt und überfordert zu sein, wird aus dem positiven Eustress der so genannte Disstress – der negative Stress, der zu Lustlosigkeit, Erschöpfung oder Burnout führt. Um das zu vermeiden, unterscheiden Sie in einem ersten Schritt zwischen positivem Stress, der anregend wirkt, und negativem Stress, der Energie raubt.

Negativer Stress ist oft hausgemacht. Er entsteht, wenn die Erwartungen an die eigene Person sehr hoch gesteckt sind. Damit ist fast automatisch die Angst verbunden, diesen hohen Anforderungen nicht zu genügen, „es nicht zu schaffen“. Dabei wäre der Druck – von außen betrachtet – oft gar nicht nötig. Stress ist immer auch subjektiv. Die Verantwortung beispielsweise, ein Team zusammenzustellen und zu koordinieren, ist für den einen eine Herausforderung. Für den anderen ist es jedoch vor allem eine Last – vielleicht weil er zu viel von sich selbst verlangt, ein perfektes Ergebnis abliefern will, von allen gemocht werden will. Im beruflichen Alltag ist das jedoch einfach nicht möglich. Um den schädlichen Stress zu reduzieren, überprüfen Sie in einem zweiten Schritt die eigene Einstellung. Ist es wirklich so entscheidend für Ihr Leben, dass Sie immer alles perfekt machen? Fragen Sie sich außerdem, ob Sie überhaupt Einfluss auf die Lösung des jeweiligen Problems haben. Wenn Sie dauerhaft versuchen, Tatsachen zu ändern, die sich nicht ändern lassen, sind Sie auf dem besten Weg zum Burnout.

Konzentrieren Sie sich im dritten Schritt auf das, was Sie ändern können. Dazu gehören in der Regel Konflikte mit Kollegen, Kunden oder dem Chef. Begegnen Sie der Situation offensiv mit offenen Gesprächen. Versuchen Sie, im Vier-Augen-Gespräch eine Lösung zu finden, bevor Sie Außenstehende mit hineinziehen. Bleiben Sie sachlich, hören Sie zu, versuchen Sie eine Lösung zu finden, die für beide Seiten in Ordnung ist. Wenn Sie Probleme so Stück für Stück angehen, verwandeln Sie schlechten Stress in guten, und aus einer Belastung wird eine Herausforderung.

Weitere Tipps zur Stressbewältigung

Erledigen Sie die wichtigsten Aufgaben zuerst, schieben Sie alles andere auf. Faustregel, um wichtige Aufgaben zu erkennen: Sie führen zum Ziel. Definieren Sie also kurz-, mittel- und langfristige Ziele und bemessen Sie alle Aufgaben daran, ob Sie Ihnen helfen, diese Ziele zu erreichen.

Außerdem: Bewerten Sie Ihre Situation positiv: Die Verantwortung, die Sie tragen, kann auch eine Herausforderung sein. Und das unbekannte Gebiet, auf dem Sie sich bewegen, führt dazu, dass Sie die Welt wieder neu erfahren und dadurch weiter kommen – nicht nur in Ihrem Job, sondern auch in Ihrem Leben.

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