Vereinfachungsreglung Beitragsfälligkeit

Für viele Arbeitgeber steht am Fälligkeitstag noch gar nicht fest, wie hoch die zu zahlenden Beiträge tatsächlich sind. In diesen Fällen gilt der Grundsatz: Gezahlt wird zunächst die voraussichtliche Höhe der Beitragsschuld. Der verbleibende Restbeitrag wird dann zum drittletzten Bankarbeitstag des Folgemonats fällig.


Seit 2017 sind für die Ermittlung der Beiträge zum Fälligkeitstag folgende drei Wege zur Berechnung der Bemessungsgrundlage für die Sozialversicherungsbeiträge möglich:

  • Ist das endgültige Entgelt im Abrechnungsmonat bekannt (z. B. bei Zahlung eines festen Monatsgehalts), ist keine Schätzung notwendig und es wird das tatsächliche Entgelt des aktuellen Monats zugrunde gelegt.
  • Ist das endgültige Entgelt im Abrechnungsmonat noch nicht bekannt (z. B. bei Zahlung von Stundenlohn), muss entweder eine fiktive Hochrechnung erfolgen oder unter Hinzunahme des Vormonats und Berücksichtigung der eingetretenen Änderungen (Beschäftigtenzahl, Arbeitstage/-stunden, Beitragssätze etc.) geschätzt werden oder
  • es ist im Rahmen der Vereinfachungsregelung der Vormonatswert zugrunde zu legen.

Wenn kein Beitragssoll eines Vormonats vorliegt, sind die Varianten 1 oder 2 zu nutzen.

Bisher war die 3. Variante an weitere Bedingungen geknüpft. Diese Bedingungen sind seit 2017 entfallen. Die Vereinfachungsregelung kann von allen betroffenen Unternehmen ohne Bedingungen genutzt werden. Einzige Ausnahme: Im betreffenden Monat werden Einmalzahlungen geleistet. Diese sind im jeweiligen Monat zu berücksichtigen, in dem sie gezahlt werden.