Entgeltfortzahlung bei Organspende

Für Arbeitgeber besteht die Pflicht zur Entgeltfortzahlung, wenn ein Arbeitnehmer wegen einer Organspende im Sinne des Transplantationsgesetzes nicht arbeiten kann. Denn diese wird wie eine unverschuldete Arbeitsunfähigkeit behandelt. Aber: Die Krankenversicherung des Organempfängers erstattet die Aufwendungen.

Der Arbeitgeber bleibt mit dem fortgezahlten Entgelt nicht belastet. Das fortgezahlte Bruttoentgelt einschließlich der darauf entfallenden Beiträge zur Sozialversicherung und zur betrieblichen Altersversorgung wird auf Antrag zu 100 Prozent erstattet.

Der Antrag geht an die Krankenkasse, bei der der Organempfänger versichert ist. Ist der Empfänger nicht Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse, erstattet der Kostenträger der Organtransplantation (private Krankenversicherungen, Beihilfeträger) dem Arbeitgeber die entstandenen Aufwendungen.

Bei längerem Ausfall wird Krankengeld gezahlt

Dauert der Arbeitsausfall wegen einer Organspende länger als sechs Wochen an, haben die Spender künftig auch einen Krankengeldanspruch. Sie erhalten als Ersatz für das ausgefallene Nettoentgelt Krankengeld. Für pflichtversicherte Arbeitnehmer bleibt die Mitgliedschaft in dieser Zeit erhalten.

Sofern der Organspender für mehr als sechs Wochen nicht arbeiten kann, leistet die Krankenkasse nach Ablauf der Entgeltfortzahlung Krankengeld. Allerdings gibt es hier einen entscheidenden Unterschied zum „normalen“ Krankengeld: Während dieses grundsätzlich in Höhe von 70 Prozent des Regelentgelts, maximal in Höhe von 90 Prozent des entfallenen Netto-Entgelts geleistet wird, erhält der Organspender Krankengeld in der vollen Höhe des entfallenen Nettoarbeitsentgelts (begrenzt auf die kalendertägliche Beitragsbemessungsgrenze). Während der Zeit des Krankengeldbezugs bleibt die Mitgliedschaft bei der Krankenkasse des Organspenders – gesetzlich wie private - erhalten.

Dies gilt analog auch für die Mitgliedschaft in der Pflegeversicherung. Die aus
dem Krankengeld zu zahlenden Beiträge zur Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung trägt ebenfalls die Krankenkasse des Organempfängers.

Mitwirkungspflichten des Arbeitnehmers

Ausdrücklich im Gesetz geregelt wird auch die Verpflichtung des Arbeitnehmers, seinen Arbeitgeber unverzüglich über alle Fakten zu informieren, die zur Durchsetzung des Erstattungsanspruchs erforderlich sind.                                           

Weitere Infos erhalten Betriebe in den IKK-Servicecentern vor Ort oder unter der kostenlosen Rufnummer 0800 045 5400.