Künstlersozialkasse – die große Unbekannte

Es gibt immer noch Unternehmen, die nicht genau wissen, was sich hinter der Künstlersozialversicherung (KSV) verbirgt, oder diese einfach ignorieren. In diesem Fall kann Unwissenheit teuer werden, denn gerade jetzt prüft die Künstlersozialkasse wieder verstärkt und besonders sorgfältig.

Die KSV fungiert als gesetzliche Sozialversicherung für selbstständige und freiberufliche Künstler und Publizisten. Hierzu gehören u. a. Grafiker, Fotografen, Texter und Journalisten. Versteuert werden muss die Verwertung der künstlerischen oder publizistischen Leistungen dieser Personen vom Auftraggeber, ungeachtet dessen, ob die beauftragten Künstler und Publizisten selbst Mitglied der Künstlersozialversicherung sind.

Die publizierenden und künstlerisch tätigen Versicherten tragen die Hälfte ihrer Beiträge zur Künstlersozialversicherung selbst, den Rest übernehmen der Bund und die Auftraggeber mit ihren Beiträgen. Bisher wurde die Künstlersozialabgabe durch Stichproben und nach freiwilliger Meldung ermittelt. Auftraggeber sind nicht nur Verlage, Werbeagenturen oder Hersteller von Bild- und Tonträgern, sondern auch Kleinunternehmer oder Mittelständler, die z. B. die Gestaltung von Visitenkarten und Logos oder die Erstellung einer Homepage beauftragen. Nur Leistungen juristischer Personen wie einer GmbH sind nicht KSV-pflichtig.

Als Berechnungsgrundlage dienen neben dem Honorar auch sämtliche Nebenkosten, die bei der Erbringung der Leistung entstehen. Ausgenommen sind Mehrwertsteuer und Aufwandsentschädigungen (Reise- und Bewirtungspauschalen). Die Höhe der Abgabe wird für jedes Jahr neu festgelegt. Für 2016 beträgt der Steuersatz der KSV 5,2 Prozent.

Wer sich bisher mit Glück den Stichproben der KSV entziehen konnte, wird spätestens bei einer Betriebsprüfung mit rückwirkenden Zahlungen konfrontiert. Auf Jahre gesehen kann das für ein Unternehmen richtig teuer werden.

Mehr im Netz: www.kuenstlersozialkasse.de