Ferienjobs - Berufsalltag live erleben

Ferienjobs bieten die Gelegenheit, ein paar Wochen den Berufsalltag live zu erleben. Vielen Unternehmen sind Schüler-Aushilfen besonders in der Urlaubszeit sehr willkommen. Und wer weiß, vielleicht ist das sogar ein erster Schritt in die berufliche Zukunft der jungen Leute.

Nachfolgende Hinweise sollten Sie auf jeden Fall berücksichtigen:

  • Grundsätzlich müssen Ferienjobs so begrenzt sein, dass der Erholungswert der Ferien und die Leistungen in der Schule nicht beeinträchtigt werden.
  • Für alle Aushilfen unter 18 Jahren gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG). Dieses regelt unter anderem die Sicherheit und Arbeitszeiten. Schüler dürfen nur Tätigkeiten ausüben, die sie nicht körperlich überfordern und keine Gefahren für die Gesundheit bergen. Fließband- oder Akkordarbeit und Arbeiten bei starker Hitze, Kälte, Nässe oder Lärm sind tabu.
  • Für einen Ferienjob müssen die Jugendlichen mindestens 15 Jahre alt sein. 13- und 14-jährigen Schülern ist es unter Umständen erlaubt, leichte Tätigkeiten zu übernehmen – allerdings nur für maximal für zwei Stunden am Tag. Das sind zum Beispiel Zeitungen austragen, Babysitten oder kleinere Botengänge.
  • Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren können pro Kalenderjahr in den Schulferien für maximal vier Wochen (= 20 Tage) beschäftigt werden. An 5 Tagen in der Woche darf bis zu 8 Stunden gearbeitet werden, allerdings nur zwischen 6 und 20 Uhr. Samstags und sonntags gilt ein generelles Arbeitsverbot. Ausnahmen gibt es nur für einige Tätigkeiten, zum Beispiel in Verkaufsstellen, Gaststätten und Krankenhäusern.
  • Klar geregelt sind auch die Pausen: Diese müssen bis 4,5 Stunden mindestens 15 Minuten; mindestens 30 Minuten bei einer täglichen Arbeitszeit von 4,5 bis 6 Stunden und 60 Minuten bei einer täglichen Arbeitszeit von über 6 Stunden betragen.
  • Schülerinnen und Schüler müssen für einen Ferienjob über den Betrieb unfallversichert werden. Der Arbeitgeber muss bei einem Arbeitsunfall den Schaden über seine gesetzliche Unfallversicherung regulieren. Bei Ferienjobs fallen für Schüler keine Beiträge zu den Sozialversicherungen (Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung) an. Falls Sie dazu Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihre IKK classic.

Jugendliche mit einem Ferienjob sind „kurzfristig Beschäftigte“, wenn die Tätigkeit zeitlich auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahrs angelegt ist. Die Höhe des Einkommens ist bei einem solchen Job irrelevant, das Beschäftigungsverhältnis ist sozialversicherungsfrei, der Schüler muss aber bei der Minijobzentrale an- und abgemeldet werden. Die kurzfristige Beschäftigung ist steuerpflichtig.

Schüler, die regelmäßig stundenweise tätig sind und pro Monat nicht mehr als 450 Euro erhalten, gelten als „Minijobber“ und werden entsprechend behandelt.

Mehr zu kurzfristig Beschäftigten und Minijobber unter "Geringfügig Beschäftigte".

Besonderheit bei Schulabgängern: Wer mit einem Job die Zeit bis zum Ausbildungsbeginn überbrückt und mehr als 450 Euro im Monat verdient, wird sozialversicherungspflichtig