IKK-Praxistipp: Azubi-Motivation

Aufgrund des immer stärker werdenden Wettbewerbes um qualifizierte Nachwuchskräfte ("War of Talents") ist es von entscheidender Bedeutung, das Ausbildungsmarketing zu stärken.

Tobias Nitzschke, IKK-Fachreferent des Online-Seminars „Azubi-Marketing“, gibt 10 praktische Tipps für Arbeitgeber:

  • Mit der Motivation von jungen Menschen, so auch Auszubildenden, sollten Arbeitgeber bereits bei der Einstellung starten. Über die Motivation geben meist eben nicht die Noten oder die Antworten im Bewerbungsgespräch Auskunft. Der Einsatz von Persönlichkeitstests unterstützt maßgeblich die sichere Auswahl von Auszubildenden, die auch wirklich zum Unternehmen passen. So kann sich Motivation dauerhaft entfalten.
  • Motivation ist bei jedem Menschen Schwankungen unterworfen. Aufgabe eines Arbeitsgebers ist es, gerade junge Menschen dabei zu unterstützen, diese Schwankungen in den Griff zu bekommen. Der Einsatz von Feedback ist wie ein regelmäßiges Aufladen der Motivations-Akkus zu verstehen. Planen Sie es daher regelmäßig ein.
  • Konzentrieren Sie sich auf ein hochwertiges Lob. Dadurch verankern Sie das gewünschte Verhalten. In vielen Betrieben ist Lob Mangelware. Setzen Sie unsere ABC-Praxisformel in Ihrem Alltag um.
    Praxisformel für wirkungsvolles Lob: „Du hast A umgesetzt, daher ist es zu B gekommen, ich fühle C. Weiter so!“
    Erklärung: Das wirkungsvolle Lob erfolgt in drei Schritten in einem Satz: Als erstes (A) beschreiben Sie – im Detail! – was positiv beobachtet wurde (z.B. „Ich habe gesehen, wie schnell Sie mit der Aufgabe fertig waren."). Sie verankern das gewünschte Verhalten. Als zweites (B) stellen Sie die positiven Folgen dar (z.B. „Das führt dazu, dass wir gemeinsam unser Ziel erreichen."). Sie erläutern den Sinn. Als drittes (C) drücken Sie Ihr Empfinden aus (z.B. „Das finde ich toll.). Sie stärken die Beziehungsebene
  • Gehen Sie auf junge Menschen zu und bitten Sie darum, Feedback zu Ihrem Internetauftritt und Ihrer Ausbildungsplatzausschreibung zu geben. Sprechen Sie die junge Generation auf Ihren Wegen an.
  • Betriebe, welche von Auszubildenden als attraktiv bewertet werden, zeichnen sich meist dadurch aus, dass Sie auf die Jugendlichen zugehen und diesen auch ein vielfältiges Ausbildungsprogramm bieten. Prüfen Sie, ob Sie ausreichend Zeit eingeplant haben. Mit am stärksten wird der Kontakt bewertet, also die zwischenmenschliche Kommunikation von Ausbildungsleitung und Auszubildenden. Setzen Sie daher auf ein situatives Führungsverhalten.
  • Motivationstäler können in vielen Fällen mit einem „schriftlichen Vertrag“ gemeistert werden. Setzen Sie ein Schriftstück auf, wo Sie die in einem Gespräch vereinbarten Verhaltens- und Arbeitsweisen festhalten. Tragen Sie unbedingt auch feste Kontrolltermine ein. Es gilt die Faustformel: Je größer das „Loch“, desto kürzer die Abstände zwischen den Kontrollterminen.
  • Sorgen Sie langfristig dafür, dass Sie als Arbeitgeber ein Alleinstellungsmerkmal besitzen. Dies gilt gerade auch für ausschließlich regional agierende Betriebe. Beantworten Sie sich die Fragen: Was zeichnet uns aus? Was ist an uns besonders? Wie stellen wir dieses nach außen klar heraus? Qualifizierte Jugendliche suchen sich die attraktivsten Arbeitgeber heraus. Daher: Raus aus der Masse!
  • Achten Sie bei der jungen Generation auf deren Besonderheiten. Zentral ist die hohe Affinität und Verbindung zu modernen Medien. Stellen Sie sicher, dass Ihre Internetpräsenz auf mobilen Endgeräten gut funktioniert. Erstellen Sie einen kurzen Filmtrailer, welcher über die Endgeräte abrufbar ist. Seien Sie auf Facebook präsent.
  • Gehen Sie auch proaktive Wege, um motivierte Auszubildende zu gewinnen. Erstellen Sie eine Poster-Kampagne für die regionalen Schulen. Setzen Sie einen QR-Code ein, über den interessierte Jugendliche auf Ihre Facebook-Seite oder Homepage gelangen. Stellen Sie Ihren Ausbildungsplatz in Kürze dar. Platzieren Sie ein aussagekräftiges Bild.
  • Es gibt zwei Wege der Motivation. Das ist einmal die „Sog“-Motivation. D.h. Jugendliche sind motiviert, weil Sie Freude an etwas haben oder etwas erreichen möchten. Der andere Weg ist die „Druck“-Motivation und meint alle Verhaltensweisen, welche durch konstruktiven Druck von außen in Gang gesetzt wurden. Kombinieren Sie in Ihrer Praxis beide Wege miteinander! Überlegen Sie sich einmal in Ruhe, wie Sie bisher „Sog“ und wie „Druck“ erzeugt haben. Überlegen Sie sich konkrete Wege, wie Sie beide Seiten in Ihrer Ausbildung stärken und ausbauen können.