IKK-Praxistipp: Business-Knigge

Alle Mitarbeiter sind „lebendige Visitenkarten“ eines Unternehmens. Was das genau bedeutet und wie Sie und Ihre Mitarbeiter nicht nur eine gute Figur machen, sondern auch Türen öffnen können, darüber informiert Sie unser Experte der IKK-Akademie Detlef Groß – gleichzeitig auch Vorstandsmitglied der Deutschen Knigge Gesellschaft:

Im Interview: Detlef Groß, Experte der IKK-Akademie

Business-Knigge, was heißt das kurz in ein paar Sätzen? 

Der Umgang mit Kunden, Kollegen und Vorgesetzten soll Spaß machen. Es geht nicht um starre Verhaltensweisen, nicht darum, sich von der Etikette an die Kette legen zu lassen. Wichtig ist es, in meinem beruflichen und gesellschaftlichen Leben authentisch zu bleiben! Es ist unbestritten, dass es unterschiedliche soziale Milieus gibt, in denen stark voneinander abweichende Regeln und Codes vorherrschen. Und die gilt es zu beachten. Hinzu kommen Werte wie beispielsweise Freundlichkeit und Höflichkeit. Die Erfolgsformel lautet: Umgangsformen + freundliches und authentisches Verhalten = Erfolg!

Was sind die wichtigsten Anliegen dieses Themas?

  • Wertschätzend miteinander umgehen
  • Ethische und moralische Werte in den Focus rücken
  • Sich seiner eigenen inneren Haltung bewusst werden, um dann gemeinsam eine wertschätzende Kultur zu etablieren
  • Als Individuum oder Organisation für Veränderung bereit sein
  • Den Finger an die eigene Nase halten und nicht ständig auf den anderen zeigen

Wie können Arbeitgeber das theoretische Wissen gemeinsam mit ihren Mitarbeitern im Arbeitsalltag umsetzen?

  • Aus abstrakten Wertvorstellungen gemeinsam konkrete Verhaltensweisen entwickeln
  • In Bezug auf die Führungskräfte: besser ein Vorbild, als ein Leitbild
  • Eine wertschätzende Führungs- und Beziehungskultur in Unternehmen schaffen

Was gehört aus Ihrer Sicht beispielsweise zu einem schlechten Geschäftsgebaren?

  • Handeln von Führungskräften und Mitarbeitern resultiert aus einem antrainierten Verhalten
  • Freundlichkeit untereinander und zum Kunden hin wird nicht erlebbar gemacht
  • Finanzielle und materielle Werte stehen im Vordergrund
  • Ein gewünschtes Verhalten der Mitarbeiter wird befohlen
  • Missachten der guten alten, jedoch immer noch aktuellen Umgangsformen, wie beispielsweise „danke“ und „bitte“ sagen, wirklich zuhören, Türen aufhalten etc.

Wo liegen in Unternehmen aktuell die größten Ressourcen in dieser Hinsicht?

Die größten Ressourcen liegen bei den eigenen Mitarbeitern! Es gilt, sie zu begeistern! Dann leben sie buchstäblich auf, sind innovativ und kreativ. Ein wertschätzendes Miteinander trägt zur Gesundheit eines Mitarbeiters bei und sorgt für ein gesundes Klima in der Gemeinschaft.

Ihre praktischen Tipps für Arbeitgeber und Führungskräfte:

  • Als Führungskraft lehne ich mich ein Stückchen zurück und betrachte meine Mitarbeiter mit der Frage, wie finde ich den Schlüssel zu ihnen? Und was kann ich dazu beitragen, dass es gut läuft?
  • Als Führungskraft stelle ich mich in den Dienst meiner Mitarbeiter
  • Ich mache mir bewusst, dass ich für die Mitarbeiter da bin und nicht umgekehrt
  • Ich nehme meine eigenen Werte wahr
  • Ich reflektiere regelmäßig meinen Entwicklungsprozess
  • Ich nehme ernsthaft meine Denk- und Verhaltensmuster unter die Lupe
  • Ich zeige Veränderungsbereitschaft
  • Ich stehe in ständigem Austausch mit meinen Mitarbeitern und versorge sie aktuell mit allen relevanten Informationen
  • Ich delegiere und übertrage Verantwortung
  • Ich höre aktiv und empathisch zu
  • Ich gebe zu verstehen, dass ich auch nur ein Normalsterblicher bin, der Fehler macht, der bereit ist, Neues zu lernen und versucht, das Beste zu geben

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