Freiwillige Versicherung

Endet per Gesetz die Krankenversicherungspflicht oder die Familienversicherung einer Person, tritt seit 1.8.2013 die obligatorische Anschlussversicherung in Form einer freiwilligen Versicherung in Kraft.*

Dies gilt nur dann nicht, wenn innerhalb von zwei Wochen nach dem Hinweis der Kran­kenkasse über die Möglichkeit auszutreten, der Austritt erklärt wird. In diesem Fall ist zusätzlich das Bestehen einer anderweitigen Versicherung zur Absicherung im Krankheitsfall nachzuweisen; infrage kommt dafür in erster Linie eine private Krankenversicherung. Voraussetzung ist ferner, dass sich der an­derweitige Anspruch grundsätzlich lückenlos an die vorangegangene Versicherung anschließt.

Arbeitnehmer

Zur Beendigung der Versicherungspflicht kommt es bei Beschäftigten u. a. wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze.

Über die gefällte Entscheidung hinsichtlich der Versicherung (gesetzlich oder privat) nach dem Ausscheiden aus der Versicherungspflicht hat der Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber zeitnah zu unterrichten.

Wichtig: Eine Besonderheit gilt, wenn ein bisher krankenversicherungs­pflichtig beschäftigter Arbeitnehmer den Arbeitgeber wechselt und das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt über der Versicherungspflichtgrenze liegt. Denn dann besteht Krankenversicherungsfreiheit unmittelbar ab Aufnahme der neuen Beschäftigung.

Arbeitnehmer, die erstmalig im Inland eine Beschäftigung mit einem regelmäßigen Jahresarbeitsentgelt über der Versicherungspflichtgrenze aufnehmen (z. B. Akademiker), sind ebenfalls vom Beginn der Beschäftigung an krankenversicherungsfrei. Das einmalige Beitrittsrecht kann dabei nur innerhalb von drei Monaten ausgeübt werden. Die freiwillige Mitgliedschaft beginnt stets mit dem Tag der Beschäftigungsaufnahme.

Eine freiwillige Mitgliedschaft in der Krankenversicherung zieht Versicherungspflicht in der sozialen Pflegeversicherung nach sich.

Beitragszuschuss Arbeitgeber

Bestimmte Beschäftigte erhalten von ihrem Arbeitgeber einen Zuschuss zu ihrem Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag. Hierzu gehören u. a. solche Arbeitnehmer, die wegen der Höhe ihres regelmäßigen Jahresarbeitsentgelts krankenversicherungsfrei sind oder sich bei Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze von der Krankenversicherungspflicht haben befreien lassen.

Für freiwillig versicherte Arbeitnehmer ist als Beitragszuschuss der Betrag zu zahlen, den der Arbeitgeber im Falle von Krankenversicherungspflicht als Arbeitgeberbeitragsanteil zu zahlen hätte. Entsprechendes gilt für Privatversicherte, allerdings ist hier höchstens die Hälfte des Betrages zu zahlen, den der Arbeitnehmer für seine private Kranken- und Pflegeversicherung tatsächlich aufwendet.

*Für Versicherte, die aus Eigeninitiative heraus die freiwillige Versicherung beantragen oder für Personen, die nicht aus der Versicherungspflicht oder Familienversicherung ausscheiden und eine freiwillige Versicherung beantragen, sind weiterhin die vorgeschriebenen Vorversicherungszeiten zu erfüllen.

Die freiwillige Mitgliedschaft ist schriftlich zu beantragen und kann sich nur lückenlos an eine bestandene Mitgliedschaft anschließen. Als Vorversicherungszeit sind zwei Möglichkeiten definiert:

  • unmittelbar vor Beginn der freiwilligen Versicherung bestand eine durchgängige Mitgliedschaft von mindestens einem Jahr
  • in den letzten fünf Jahren vor Beginn der freiwilligen Mitgliedschaft bestanden Mitgliedszeiten von insgesamt mindestens zwei Jahren

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