Häusliche Krankenpflege

Zuhause wird im Rahmen der ärztlichen Behandlung zusätzliche Hilfe benötigt? Ein Krankenhausaufenthalt soll vermieden oder verkürzt werden?

Neben der ärztlichen Behandlung erhalten Versicherte in ihrem Haushalt häusliche Krankenpflege. In Ausnahmefällen kann die häusliche Krankenpflege aber auch in Schulen, Kindergärten, betreuten Wohnformen oder Arbeitsstätten erbracht werden. Wichtig ist, dass die ärztlich verordnete häusliche Krankenpflege notwendig ist und der Versicherte selbst oder eine im Haushalt lebende Person die erforderliche Pflege sowie Versorgung nicht übernehmen kann.

Notwendig ist die häusliche Krankenpflege, wenn:

  • eine Krankenhausbehandlung erforderlich, aber nicht ausführbar ist,
  • eine Krankenhausbehandlung erforderlich ist, die durch die häusliche Krankenpflege vermieden oder verkürzt wird,
  • durch die häusliche Krankenpflege das Ziel der ärztlichen Behandlung erst erreicht werden kann oder
  • wegen schwerer Krankheit oder akuter Verschlimmerung einer Krankheit, insbesondere nach einem Krankenhausaufenthalt, nach einer ambulanten Operation oder nach einer ambulanten Krankenhausbehandlung häusliche Krankenpflege erforderlich ist.

Die häusliche Krankenpflege wird durch geeignete Pflegekräfte durchgeführt, zum Beispiel Gesundheits- und Krankenpflegekräfte. Dabei besteht die freie Wahl unter den ambulanten Pflegediensten, mit denen die IKK classic Verträge abgeschlossen hat. Oft empfiehlt der Arzt Pflegedienste, mit denen er häufiger zusammenarbeitet und gute Erfahrungen gemacht hat.

Häusliche Krankenpflege ist als kurzzeitige Pflege für maximal vier Wochen je Krankheitsfall gedacht. In Ausnahmefällen kann dieser Zeitraum verlängert werden. Die Notwendigkeit einer Verlängerung stellt der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) fest.

Die häusliche Krankenpflege umfasst drei Bereiche:

  1. Behandlungspflege: Dies sind Maßnahmen der ärztlichen Behandlung, die an Pflegekräfte abgegeben werden können, zum Beispiel Blutdruck- und Blutzuckermessung, Medikamentengabe, Wundversorgung, Verbandwechsel oder An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen.
  2. Grundpflege: Dies sind Grundverrichtungen des täglichen Lebens im Bereich Körperpflege und Ernährung, beispielsweise Waschen oder Duschen, Hilfe beim Essen oder Trinken.
  3. Hauswirtschaftliche Versorgung: Hier geht es zum Beispiel um das Einkaufen, Geschirrspülen, das Wechseln der Bettwäsche, Kochen/ Essenszubereitung und die Wohnungsreinigung.

Zuzahlung

Haben Sie das 18. Lebensjahr bereits vollendet, zahlen Sie zehn Prozent der anfallenden Kosten für maximal 28 Tage im Kalenderjahr. Pro Verordnung ist zusätzlich eine Zuzahlung von zehn Euro zu zahlen. Diese Zuzahlungen werden auf die Höchstgrenze für eine Zuzahlungsbefreiung angerechnet.