Häusliche Krankenpflege

Wer liegt schon gerne länger im Krankenhaus als nötig? Sie müssen nach einer Operation noch ärztlich behandelt werden, aber nicht unbedingt in der Klinik bleiben? Und Sie sind noch nicht so fit, dass Sie sich alleine zu Hause versorgen können? Dann verordnet der behandelnde Arzt häusliche Krankenpflege, wenn sie medizinisch notwendig ist und dadurch ein Krankenhausaufenthalt vermieden oder verkürzt werden kann oder das Ziel der ärztlichen Behandlung gesichert wird.  

Häusliche Krankenpflege ist gedacht als kurzzeitige Pflege, für maximal vier Wochen je Krankheitsfall. In Ausnahmefällen kann die Zeit verlängert werden, sofern der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) den Fall positiv begutachtet.

Häusliche Krankenpflege umfasst drei Bereiche:

  • Behandlungspflege: Maßnahmen der ärztlichen Behandlung, die an Pflegekräfte delegiert werden können, zum Beispiel Blutdruck- und Blutzuckermessung, Medikamentengabe, Wund- und Drainagenversorgung oder Verbandwechsel
      
  • Grundpflege: Grundverrichtungen des täglichen Lebens, zum Beispiel Waschen oder Duschen, Hilfe bei Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr
      
  • Hauswirtschaftliche Versorgung: zum Beispiel Einkaufen, Geschirr spülen, Bettwäsche wechseln und Kochen

Sie haben dabei die freie Wahl unter den Pflegediensten, mit denen die IKK classic Verträge abgeschlossen hat. Oft empfiehlt der Arzt Pflegedienste, mit denen er häufiger zusammenarbeitet und gute Erfahrungen gemacht hat.

Der Arzt berücksichtigt dabei, was der Patient oder im Haushalt lebende Angehörige selbst leisten können.

Änderung ab dem 1. Januar 2016

Erweiterter gesetzlicher Leistungsanspruch für Versicherte, für die bislang keine Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde: Die IKK classic gewährt Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung auch dann, wenn keine medizinische Behandlungspflege verordnet wurde. Der Anspruch besteht bei schwerer Krankheit oder einer akuten Verschlimmerung einer Erkrankung; insbesondere nach einem Krankenhausaufenthalt, einer ambulanten Operation oder einer ambulanten Krankenhausbehandlung. Die Leistungen sind ausgeschlossen, wenn Ansprüche aus der sozialen Pflegeversicherung bestehen, zum Beispiel auch bereits Leistungsansprüche nach § 123 SGB XI (sogenannte „Pflegestufe 0“).

Zuzahlung

Haben Sie das 18. Lebensjahr bereits vollendet, zahlen Sie 10 Prozent der anfallenden Kosten für maximal 28 Tage im Kalenderjahr. Pro Verordnung ist zusätzlich eine Zuzahlung von 10 Euro zu zahlen. Diese Zuzahlungen werden auf die Höchstgrenze für eine Zuzahlungsbefreiung angerechnet.