Leistungen für Pflegebedürftige

Die IKK‑Pflegekasse versorgt ihre Versicherten bei Bedarf mit allen gesetzlich vorgesehenen Leistungen der Pflegeversicherung.

Unsere Pflegeleistungen im Überblick:

Zu Hause in der gewohnten Umgebung bleiben zu können, ist für Pflegebedürftige sicher die angenehmste Lösung. Dabei können Sie selbst entscheiden, ob die Pflege von einem Angehörigen oder einer anderen vertrauten Person übernommen werden soll oder ob Sie einen professionellen ambulanten Pflegedienst beauftragen wollen. Auch eine Kombination dieser beiden Leistungen ist möglich.

Pflegegeld

Sie möchten zu Hause gepflegt werden und die Pflege wird von den eigenen Angehörigen oder vertrauten Personen übernommen? Kein Problem, für Sie steht das Pflegegeld für häusliche Pflege zur Verfügung.

Pflegesachleistungen

Die Pflege soll durch einen Pflegedienst sichergestellt werden? Dann können Sie die Pflegesachleistungen erhalten.

Pflegebedürftige können in der häuslichen Pflege wählen zwischen:

  • der Pflegesachleistung, das ist die Hilfe durch Fachpersonal (Gesundheits- und KrankenpflegerIn) eines ambulanten Pflegedienstes (etwa einer Sozialstation oder eines privaten Pflegedienstes). Mit der Pflegesachleistung werden vorrangig die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung sichergestellt. Sind diese gewährleistet, können ergänzend Leistungen der häuslichen Betreuung durch einen Pflegedienst in Anspruch genommen werden (Spaziergänge, Besuche bei Verwandten, etc.).
  • dem Pflegegeld, dann leisten Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn die Hilfe (=ehrenamtliche Pflege)
  • oder der Kombination aus diesen beiden Leistungen.

Sowohl für die Pflegesachleistung als auch für das Pflegegeld gelten monatliche Höchstwerte:

Pflegestufe Pflegesachleistung Pflegegeld

0+*

bis zu 231 Euro

123 Euro

I

bis zu 468 Euro

244 Euro

I+*

bis zu 689 Euro

316 Euro

II

bis zu 1.144 Euro

458 Euro

II+*

bis zu 1.298 Euro

545 Euro

III

bis zu 1.612 Euro

728 Euro

III (Härtefall)

bis zu 1.995 Euro

728 Euro

*gilt für Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz

Kombinationsleistungen

Pflegegeld und Pflegesachleistungen können miteinander kombiniert werden.

Auf Wunsch können Sie die Pflege durch einen Pflegedienst mit der Pflege durch ehrenamtliche Pflegekräfte kombinieren. Der Pflegedienst rechnet seine Leistungen bis zu den genannten monatlichen Höchstbeträgen ab. Sofern der Höchstbetrag nicht ausgeschöpft wird, ermittelt die IKK-Pflegekasse anschließend das anteilige Pflegegeld und zahlt es aus.

Beispiel Pflegestufe II:

Der Sachleistungshöchstbetrag der monatlich maximal abrechenbar ist beläuft sich auf 1144 Euro. Der Pflegedienst berechnet 600 Euro. Diese 600 Euro entsprechen 52,45 % des Sachleistungshöchstbetrages. Somit verbleiben 47,55 % für das anteilige Pflegegeld. Der Höchstbetrag des Pflegegeldes beläuft sich auf 458 Euro. 47,55 % des Pflegegeldhöchstbetrages entsprechen 217,78 Euro. Somit beträgt das anteilige Pflegegeld in diesem Beispiel 217,78 Euro.

Die Pflege ist zu Hause nicht möglich? Dann übernimmt die IKK classic die Kosten für die vollstationäre Pflege bis zur gesetzlich vorgesehenen Höchstgrenze. 

Pflegestufen und Höchstgrenzen

Pflegestufe 0+* 231 Euro

Pflegestufe I

1.064 Euro

Pflegestufe I+*

1.064 Euro

Pflegestufe II

1.330 Euro

Pflegestufe II+*

1.330 Euro

Pflegestufe III

1.612 Euro

Pflegestufe III (Härtefall)

1.995 Euro

*gilt für Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz

Die IKK-Pflegekasse beteiligt sich im Rahmen der jeweiligen Pflegestufe an den Kosten für die pflegebedingten Aufwendungen, die medizinische Behandlungspflege und die soziale Betreuung. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung trägt der Pflegebedürftige selbst. Der Anteil der IKK-Pflegekasse wird unbürokratisch direkt an das Pflegeheim gezahlt.

Mehr Transparenz durch Schulnoten

Durch die Notenvergabe für jedes Pflegeheim in Deutschland kann die Qualität der Einrichtungen eindeutig erkannt werden. Die einzelnen Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDK) überprüfen nach bundeseinheitlichen Vorgaben Schritt für Schritt alle Pflegeheime in Deutschland.   

Die Qualitätsunterschiede von Pflegeeinrichtungen werden hierdurch klar transparent. Eines ist dabei ganz wichtig: Vor den MDK-Prüfungen kann sich niemand drücken, die Ergebnisse werden auf jeden Fall veröffentlicht, egal, ob sie gut oder schlecht ausfallen. Damit wird erstmals eine echte Vergleichbarkeit durch unabhängige Prüfer hergestellt: Ein großer Schritt hin zu einer Verbesserung der Qualität in der ambulanten und stationären Pflege.

Das bisherige Schulnotensystem wird zurzeit vom Bundesministerium für Gesundheit überarbeitet.

Pflegequalitätsbericht

Alle Pflegebedürftigen mit einer Pflegestufe haben die Möglichkeit, zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Höhe des Grundbetrages (bis zu 104 Euro monatlich) in Anspruch zu nehmen.

Bei Menschen, deren Alltagskompetenz erhöht eingeschränkt ist, die beispielsweise dement sind, eine geistige Behinderung oder psychische Erkrankung haben, können Kosten für den Betreuungsaufwand für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Höhe von bis zu 208 Euro monatlich erstattet werden.

Das sind zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen:

Alle Kosten im Zusammenhang mit

  • Tages- oder Nachtpflege sowie Kurzzeitpflege

Damit soll die finanzielle Eigenbelastung des Versicherten gemindert werden. Sämtliche Kosten der Leistung, einschließlich der Kosten für Unterkunft und Verpflegung können damit ausglichen werden.

  • Besondere Betreuungs- und Entlastungsleistungen von zugelassenen Pflegediensten

Spezielle Hilfen der allgemeinen Anleitung und Beaufsichtigung mit den zentralen Inhalten der sozialen Betreuung bzw. tagesstrukturierender Maßnahmen.

  • Nach Landesrecht anerkannte niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsleistungen

Betreuungsgruppen (z.B. Alzheimergruppen), Helfer/innenkreise zur stundenweisen Entlastung pflegender Angehöriger/Lebenspartner etc., Tagesbetreuung in Kleingruppen/Einzelbetreuung, Familienentlastende Dienste, Serviceangebote für haushaltsnahe Dienstleistungen, Alltagsbegleiter, Pflegebegleiter. 

Sie leben in einer Senioren-Wohngemeinschaft mit anderen Pflegebedürftigen zusammen?

Wenn Sie und Ihre Mitbewohner gemeinsam Sachleistungen gebündelt einkaufen, können Sie die so gewonnene Zeit und die Kostenvorteile für Betreuungs- und Entlastungsleistungen einsetzen. Damit wird Ihnen ermöglicht, möglichst lange selbstbestimmt leben zu können.

Verhinderungspflege

Ist die ehrenamtliche Pflegeperson an der Pflege gehindert (z.B. urlaubs- oder krankheitsbedingt), kann der Pflegebedürftige Ersatzpflege beanspruchen. Vorausgesetzt wird eine vorangegangene Pflege im häuslichen Bereich vor der erstmaligen Verhinderung von mindestens 6 Monaten. 

Bis zu 1.612 Euro pro Kalenderjahr werden nachgewiesene Kosten für eine Ersatzpflege erstattet. Dabei ist der Zeitraum pro Kalenderjahr auf 6 Wochen begrenzt.

Übernimmt vorübergehend ein anderer naher Angehöriger die Pflege, leistet die IKK-Pflegekasse gegebenenfalls Ersatzpflege in Höhe des jeweiligen Pflegegeldes und übernimmt weitere Kosten (zum Beispiel Fahrkosten oder Verdienstausfall) bis zu insgesamt 1.612 Euro für bis zu 6 Wochen im Kalenderjahr.

Die Verhinderungspflege kann um bis zu 806 Euro aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Kurzzeitpflege erhöht werden. Dieser Erhöhungsbetrag wird jedoch auf den Leistungsbetrag der Kurzzeitpflege angerechnet.

Für maximal 4 Wochen zahlt die IKK-Pflegekasse die Hälfte des Pflegegeldes weiter. Bei Bezug der Kombinationsleistung als Grundleistung orientiert sich die Höhe des weiter zu zahlenden Pflegegeldes am Vormonat.

Die Verhinderungspflege kann auch stundenweise in Anspruch genommen werden. In diesem Fall wird das Pflegegeld ungekürzt weitergezahlt.

Kurzzeitpflege

Es besteht die Möglichkeit der vorübergehenden vollstationären Pflege in einer so genannten Kurzzeitpflegeeinrichtung, z.B. im Anschluss an eine stationäre Behandlung oder wenn die häusliche Pflege für eine vorübergehende Zeit nicht möglich ist. Die IKK-Pflegekasse übernimmt die Kosten für bis zu 4 Wochen im Kalenderjahr in Höhe von maximal 1.612 Euro.

Der Anspruch auf Verhinderungspflege kann für die Kurzzeitpflege verwendet werden und auch der zeitliche Rahmen kann dadurch auf bis zu 8 Wochen pro Kalenderjahr ausgedehnt werden. Allerdings mindert dies den Anspruch auf die Verhinderungspflege.

Für maximal 4 Wochen,  zahlt die IKK-Pflegekasse die Hälfte des Pflegegeldes weiter. Bei Bezug der Kombinationsleistung als Grundleistung orientiert sich die Höhe des weiter zu zahlenden Pflegegeldes am Vormonat.

Die Pflegeperson braucht Entlastung? Der Pflegebedürftige braucht die Gemeinschaft anderer? Die Betreuung und Pflege im häuslichen Bereich kann mit einer Unterbringung (tagsüber oder nachts) in einer teilstationären Tages- oder Nachtpflegeeinrichtung kombiniert werden, zum Beispiel um die Pflegeperson zu Hause zu entlasten oder wenn bestimmte dort angebotene Pflege- und Betreuungsleistungen für den Pflegebedürftigen sinnvoll sind. 

Je nach Pflegestufe zahlt die IKK-Pflegekasse direkt an die Pflegeeinrichtung:

Pflegestufe 0+* bis 231 Euro

Pflegestufe I

bis 468 Euro

Pflegestufe I+*

bis 689 Euro

Pflegestufe II

bis zu 1.144 Euro

Pflegestufe II+*

bis zu 1.298 Euro

Pflegestufe III

bis zu 1.612 Euro

* gilt für Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im Sinne von § 45 a SGB XI

Seit dem 1. Januar 2015 können die Ansprüche auf teilstationäre Leistungen der Tages- und Nachtpflege neben der Pflegesachleistung und / oder dem Pflegegeld beansprucht werden. Eine gegenseitige Anrechnung dieser Leistungen findet nicht (mehr) statt.

Restkosten aus der Tages- und Nachtpflege können über die zusätzlichen Betreuungsleistungen ausgeglichen werden. 

Um die Pflege zu Erleichtern werden Pflegehilfsmittel benötigt. Oder innerhalb der Wohnung müssen bauliche Veränderungen durchgeführt und finanziert werden.

Pflegehilfsmittel

Unter bestimmten Voraussetzungen werden Pflegehilfsmittel zur Verfügung gestellt. Die zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel, wie beispielsweise Desinfektionsmittel oder saugende Bettschutzeinlagen zum Einmalgebrauch, werden bis zur Höhe von 40 Euro monatlich übernommen. Technische Pflegehilfsmittel wie z.B. ein Hausnotrufsystem, sofern es sich nicht um handelsübliche Gegenstände des täglichen Lebens handelt, können ebenfalls übernommen werden. Der Versicherte zahlt ab dem vollendeten 18. Lebensjahr grundsätzlich einen Eigenanteil in Höhe von 10% der Kosten, maximal 25 Euro je Pflegehilfsmittel dazu.

Um eine optimale Hilfsmittelversorgung zu erreichen, ziehen wir den Rat des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung hinzu. 

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Für einen pflegegerechten Umbau der Wohnung gewährt die IKK-Pflegekasse einmalig einen Zuschuss bis zu 4.000 Euro.
Für Zuschussanträge ab Oktober 2012 gilt: Nutzen mehrere Pflegebedürftige in einer gemeinsamen Wohnung den Umbau, steht jedem Einzelnen der Zuschuss zu. Der Gesamtbetrag je Maßnahme bei mehreren Pflegebedürftigen ist auf 16.000 Euro begrenzt und wird bei mehr als vier Anspruchsberechtigten pro Wohnung anteilig auf die jeweiligen Versicherungsträger aufgeteilt.

Das ab Oktober 2012 in Kraft getretene Pflege-Neuausrichtungsgesetz (PNG) unterstützt Pflegebedürftige, die möglichst lange im häuslichen Umfeld wohnen möchten, mit einer Anschubfinanzierung für betreute Wohngruppen.
Zur Förderung der Gründung ambulant betreuter Wohngruppen von Pflegebedürftigen gibt es einmalig einen Zuschuss von 2.500 Euro je Gründungsmitglied für die altersgerechte oder barrierefreie Umgestaltung der Wohnung. Den Zuschuss erhalten die Gründungsmitglieder zusätzlich zu der Leistung für Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen.

Der Gesamtbetrag ist je Wohngruppe auf 10.000 Euro begrenzt und wird bei mehr als vier Anspruchsberechtigten anteilig auf die jeweiligen Versicherungsträger verteilt. Der Antrag auf Anschubfinanzierung einer ambulant betreuten Wohngruppe ist innerhalb eines Jahres nach Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen zu stellen.

Leben in einer ambulant betreute Wohngruppe wenigstens drei Pflege- oder Betreuungsbedürftige in einer Wohngruppe zusammen, hat jeder Anspruch auf einen monatlichen pauschalen Zuschlag von 205 Euro. Die Wohngruppe muss von einer Pflegekraft betreut werden, die organisatorisch, verwaltend oder pflegerisch tätig ist. 

Download Pflegebroschüre

Als IKK-Versicherter sind Sie automatisch in der IKK-Pflgekasse versichert. Unsere Broschüre zur Pflegeversicherung "In sicheren Händen" informiert Sie über die umfassenden Leistungen der IKK-Pflegekasse. Jetzt bequem downloaden.

Pflegebroschüre (PDF)

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