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Pflegezeit und Familienpflegezeit

Plötzlich ist ein Angehöriger pflegebedürftig geworden. Vieles muss organisiert werden um die Pflege sicher zu stellen. Für berufstätige pflegende Angehörige ist es häufig schwierig die Balance zwischen Beruf und Pflege herzustellen und alles unter einen Hut zu bekommen. Eine Unterstützung sollen die Pflegezeit und die Familienpflegezeit bieten.

Die Organisation der Pflege eines Angehörigen, aber auch die eigenständige Durchführung der Pflege des Angehörigen führen bei berufstätigen Menschen oft zu Fehlzeiten am Arbeitsplatz. Um die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu verbessern, sind gesetzliche Regelungen getroffen worden.

In Familien müssen aufgrund einer Pflegebedürftigkeit eines nahen Angehörigen Fragen im Umgang mit der Pflege geklärt und Entscheidungen zur Sicherstellung der Pflege getroffen werden. In der gewohnten Umgebung bleiben zu können, ist für die meisten Menschen auch dann Ziel, wenn Pflegebedürftigkeit eingetreten ist. Gerne soll die Pflege durch vertraute Angehörige durchgeführt werden. Pflegebereite Angehörige stehen oft mit beiden Beinen in ihrem Beruf. Mit dem Pflegezeitgesetz und dem Familienpflegezeitgesetz sind zwei Gesetze in Kraft, die sich mit der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf befassen. Neben den Freistellungsmöglichkeiten vom Beruf sind hier ebenfalls finanzielle Netze gespannt worden, um Einkommensverluste während der Freistellung von der Arbeit abzufedern.

Die Freistellung von der Arbeit ist von einigen Tagen bis zu 24 Monate möglich. Je nach Inanspruchnahme werden Einkommensausgleiche gezahlt beziehungsweise zinslose Darlehen gewährt.

Wer ist naher Angehöriger?

Nahe Angehörige sind Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, Stiefeltern, Ehegatten und Kinder. Ferner gehören dazu auch Lebenspartner, die Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft, Geschwister, Schwägerinnen und Schwäger, Adoptiv- oder Pflegekinder. Weiter die Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder des Ehegatten oder Lebenspartners, die Schwiegertöchter, Schwiegersöhne und Enkelkinder.

Kündigungsschutz

Egal welcher Umfang und welche Art der Freistellung von der Arbeit gewählt werden – es gilt ein besonderer Kündigungsschutz. Für Arbeitnehmer besteht von der Ankündigung – höchstens jedoch zwölf Wochen vor dem angekündigten Beginn – bis zum Ende der Freistellung von der Arbeit ein besonderer Kündigungsschutz.