Früherkennungsuntersuchungen für Kinder

In den ersten drei bis sechs Lebensjahren wird das Gesundheitsfundament Ihres Kindes gelegt: Jetzt entscheidet sich ganz wesentlich, wie gesund und leistungsfähig es in seinem Leben sein kann, wie es die vielfältigen Herausforderungen bestehen wird. Wir wollen Ihnen dabei helfen, Ihrem Kind eine möglichst gute Startposition zu verschaffen – mit insgesamt neun Früherkennungsuntersuchungen und der Jugendgesundheitsuntersuchung.

Früherkennung – warum und wie?

Häufig deuten Auffälligkeiten in der körperlichen und geistigen Entwicklung oder im Verhalten des Kindes schon vor Ausbruch einer Erkrankung darauf hin, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Je früher solche Symptome professionell gedeutet und mögliche Störungen behandelt werden, desto besser lässt sich Schlimmeres vermeiden.

Dies ist auch der Grund dafür, warum die IKK classic Ihnen und Ihrem Kind kostenlos die Früherkennungsuntersuchungen beim Kinderarzt anbietet. Bitte nehmen Sie diese Untersuchungen im Interesse einer gesunden Entwicklung Ihres Kindes wahr. Ihr Kind hat ein gesetzlich garantiertes Recht auf diese neun Untersuchungen. Bringen Sie zu jeder Früherkennungsuntersuchung die IKK-Gesundheitskarte, das gelbe Untersuchungsheft und – soweit vorhanden – den Impfpass Ihres Kindes sowie Ihren Mutterpass mit.

U1 bis U9 – was passiert da genau?

Der Arzt hat für jede Untersuchung eine spezielle Checkliste, nach der er Ihr Kind untersucht. Die Fragen sind so angelegt, dass neben gesundheitlichen Störungen auch Fehlentwicklungen, Krankheiten und Schädigungen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt festgestellt werden können: Zum Beispiel Augenfehler, Gehirnschädigungen, angeborene Zuckerkrankheit, Fehlbildungen der Gliedmaßen und Gelenke, Herzfehler, Schilddrüsenerkrankungen und Hörfehler.

Wenn Sie in einer Klinik entbinden, führt das Krankenhausteam die beiden Neugeborenenuntersuchungen durch.

U1 – die erste Vorsorgeuntersuchung

Bei der U1 werden unmittelbar nach der Geburt die Vitalität des Neugeborenen überprüft und äußere Fehlbildungen festgestellt.

Hörscreening für Neugeborene

Weiterer Bestandteil dieser Untersuchung ist ein Hörscreening, denn unentdeckte Hörstörungen beeinträchtigen die Sprachentwicklung. Je früher die Störung erkannt wird, desto besser kann Ihrem Kind geholfen werden. Deshalb hat jedes Neugeborene Anspruch auf ein Hörscreening in den ersten drei Tagen nach der Geburt. 

Kleiner Test - große Wirkung

Diese einfache und schmerzlose Untersuchung wird in den ersten drei Tagen nach der Geburt durchgeführt. Ob das Baby wach ist oder gerade schläft, spielt bei dem Test keine Rolle: Zuerst überprüft der Arzt die natürlichen Reaktionen des Innenohrs auf Schallreize, die so genannten otoakustischen Emissionen. Dazu wird eine winzige Sonde – ausgestattet mit einem Lautsprecher und einem hochsensiblen Mikrofon – in den Gehörgang eingeführt. Reagiert das Innenohr nicht auf den Schallreiz, werden weitere Tests durchgeführt. Die Kosten für das Hörscreening übernimmt natürlich Ihre IKK classic!  

Sollte das Baby tatsächlich ein Hör-Handicap haben, beraten Eltern gemeinsam mit HNO- und Kinderärzten, welche Therapie sinnvoll ist und wann eine Hör- und Spracherziehung beginnen sollte. Wollen Sie mehr zum Hörscreening bei Neugeborenen wissen? Ihr Kundenberater hat immer ein offenes Ohr für Sie. 

Hörtests bei U-Untersuchungen

Übrigens: Auch bei den weiteren Früherkennungsuntersuchungen wird das Hörvermögen der Kleinen immer wieder überprüft. Denn auch später kann das Gehör beeinträchtigt werden, beispielsweise durch eine Mittelohrentzündung oder andere Infektionskrankheiten.

U2 – die zweite Vorsorgeuntersuchung

Bei der U2 zwischen dem 3. und 14. Lebenstag werden Bewegungsapparat, Organe und Nervensystem auf Fehlbildungen und Funktionsstörungen gecheckt. Außerdem wird das erweiterte Neugeborenen-Screening durchgeführt: Ein wenig Fersenblut wird auf zwei Hormon- und zwölf Stoffwechselkrankheiten untersucht (unter anderem Phenylketonurie, Galaktosämie, Schilddrüsenunterfunktion), die dann ggf. unverzüglich behandelt werden können.

U3 – die dritte Vorsorgeuntersuchung

Zwischen der 3. und 8. Lebenswoche steht für Ihr Kind die U3 beim Kinderarzt an. Dieser wird die Organfunktionen überprüfen und den Erfolg von eventuell verordneten Maßnahmen aus den vorherigen Untersuchungen kontrollieren. Sie erhalten Ernährungshinweise, um Mundgesundheit und Zahnentwicklung Ihres Kindes zu fördern. Um Fehlentwicklungen der Hüftgelenke möglichst frühzeitig erkennen und behandeln zu können, erfolgt bei dieser Früherkennungsuntersuchung eine spezielle Ultraschalluntersuchung (Sonografie) der Hüften. Zudem erhält Ihr Kind die erste Rotavirenimpfung.
Mehr zum Thema Impfungen für Kinder und Jugendliche.

Besonders achten wird der Arzt auch auf:

  • Ernährungszustand und Gewicht
  • altersgerechte Bewegung
  • Augenreaktionen und Hörvermögen

Bereiten Sie sich auf folgende Fragen vor:

  • Nimmt Ihr Kind an Gewicht zu?
  • Trinkt es regelmäßig und zügig?
  • Schreit es viel und schrill?
  • Schwitzt es viel?

U4 – die vierte Vorsorgeuntersuchung

Bei der U4 zwischen dem 2. und 4,5. Lebensmonat wird besonders die Entwicklung von Motorik, Skelett und Nervensystem begutachtet:

  • Kann Ihr Kind den Kopf schon kurze Zeit hochhalten, wenn es auf dem Bauch liegt?
  • Reagiert es aufmerksam auf Geräusche?
  • Verfolgt es ein Spielzeug mit den Augen?
  • Schielt es vielleicht?
  • Kann es ein Spielzeug halten?

Bereiten Sie sich auf folgende Fragen vor:

  • Hat Ihr Kind Schwierigkeiten beim Saugen und Schlucken? Erbricht es häufig?
  • Macht sich das Kind häufig steif?
  • Ballt es seine Hände meist zur Faust?
  • Lächelt es zurück, wenn sich ihm jemand freundlich zuwendet?

Bei dieser Untersuchung können zudem wichtige Erstimpfungen durchgeführt werden.

U5 – die fünfte Vorsorgeuntersuchung

Bei der U5 (im 5. bis 8. Lebensmonat) ist Ihr Kind schon ein halbes Jahr alt. Seine Bewegungsmöglichkeiten und seine Geschicklichkeit haben enorme Fortschritte gemacht. Im Mittelpunkt stehen diesmal folgende Fragen:

  • Stützt sich Ihr Kind in der Bauchlage mit geöffneten Händen ab?
  • Kann es mit den Händen greifen?
  • Wie soll das Kind weiter sinnvoll ernährt werden?

Auch dieses Mal erhalten Sie wieder Hinweise zu Mundhygiene und zahnschonender Ernährung Ihres Kindes.

Bereiten Sie sich auf folgende Fragen vor:

  • Spielt Ihr Kind mit seinen Füßen?
  • Dreht es sich vom Rücken auf den Bauch?
  • Greift es nach Spielzeug, das in seiner Nähe liegt?
  • Lacht es und gibt es Laute von sich?

Dieser Arztbesuch kann mit Impfterminen verbunden werden.

U6 – die sechste Vorsorgeuntersuchung

Die U6 zwischen dem 9. und 14. Lebensmonat ist die letzte im ersten Lebensjahr. Sie ist auf alle körperlichen und seelischen Merkmale gerichtet, besonders auf selbstständiges Sitzen, Krabbeln und Essen, auf das Hören und die Sprachentwicklung sowie auf die Zahnpflege. Zudem wird die Entwicklung der äußeren Geschlechtsorgane überprüft.

Bereiten Sie sich auf folgende Fragen vor:

  • Greift Ihr Kind mit Daumen und Zeigefinger?
  • Spricht es Doppellaute wie „Mama“ und „Papa“?
  • Reagiert es auf laute Geräusche?
  • Schaukelt es häufig hin und her?
  • Wie reagiert es auf fremde Menschen?

Ab dem 11. Monat kann ihr Kind gegen weitere Krankheiten geimpft werden.

U7 - die siebte Vorsorgeuntersuchung

Vor dem 2. Geburtstag: Bei der U7 zwischen dem 20. und 27. Lebensmonat prüft der Arzt insbesondere,

  • ob Ihr Kind allein gehen, sich bücken und wieder aufrichten kann
  • ob es richtig sehen und hören kann
  • wie es spricht und Gesprochenes versteht

Bereiten Sie sich auf folgende Fragen vor:

  • Reagiert Ihr Kind auf einfache Fragen? Zeigt es beispielsweise auf Körperteile, nach denen gefragt wird?
  • Befolgt es einfache Aufforderungen?
  • Kann es Zweiwortsätze bilden wie zum Beispiel: „Marie Hunger“?
  • Kann es Treppen steigen?
  • Schläft es durch?

Vor dem 3. Geburtstag: Bei der U7a zwischen dem 33. und 38. Lebensmonat sollen

  • Sehstörungen (Schwachsichtigkeit),
  • Verhaltensauffälligkeiten und
  • Sprachentwicklungsstörungen

frühzeitig erkannt werden, um sie rechtzeitig behandeln zu können.

Bereiten Sie sich auf folgende Fragen vor:

  • Spricht Ihr Kind Drei- bis Fünfwortsätze?
  • Spricht es seinen Vor- und Nachnamen?
  • Schläft es nachts durch?

U8 - die achte Vorsorgeuntersuchung

Vor dem 4. Geburtstag: Bei der U8 im 43. bis 50. Lebensmonat wird der Arzt neben der allgemeinen körperlichen Untersuchung

  • Gehör und Augen besonders prüfen,
  • einen Zuckertest durchführen,
  • die körperliche Geschicklichkeit testen,
  • Selbstständigkeit, Sprachentwicklung und Kontaktfähigkeit prüfen

Bereiten Sie sich auf folgende Fragen vor:

  • Kann Ihr Kind allein essen?
  • Beginnt es, sich allein anzuziehen?
  • Spielt es konzentriert und auch mit anderen Kindern?
  • Ist es tagsüber sauber?

Ab einem Alter von drei Jahren hat Ihr Kind zudem Anspruch auf Untersuchungen zur Zahnvorsorge.

U9 - die Vorsorge vor der Einschulung

Mit der U9 kurz nach dem 5. Geburtstag (58. bis 66. Lebensmonat) werden die Früherkennungsuntersuchungen abgeschlossen. Ihr Kind soll nun bald zur Schule gehen, daher wird der Arzt auch die Schulfähigkeit beurteilen und Ihnen Ratschläge geben, wie Sie die körperliche und geistige Entwicklung Ihres Kindes bis zur Einschulung gezielt fördern können. Dazu werden Haltungs-, Hör- und Sehfehler ausgeschlossen sowie das Sozial- und Sprachverhalten überprüft.

Bereiten Sie sich auf folgende Fragen vor:

  • Erscheint Ihnen Ihr Kind auffällig ruhig oder aggressiv?
  • Hat es Freunde?
  • Kann es konzentriert spielen und basteln?
  • Versteht es Rollenspiele?
  • Nässt es noch oder zeitweise wieder ein?
  • Spricht es flüssig und in vollständigen Sätzen?
  • Kann es sich allein an- und ausziehen?

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Titelbild Broschüre Gesund aufwachsen

Damit Kinder sich gut entwickeln, brauchen sie eine ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung. Beide sind wichtige Verbündete im Kampf gegen Übergewicht und andere Erkrankungen. Eltern sind dabei wichtige Vorbilder. Ob beim Essen oder beim Sport – je jünger Kinder sind, desto eifriger ahmen sie Verhaltensweisen nach. Dabei bilden sich Gewohnheiten und Einstellungen aus, die unter Umständen ein Leben lang fortbestehen. Nutzen Sie als Eltern die Chance, Ihrem Kind den Weg in eine gesunde Lebensweise zu zeigen. Diese Broschüre fasst dazu wichtige Fakten zusammen und gibt Tipps, wie Sie Ihren Nachwuchs zu einem gesunden Ernährungsverhalten und mehr Bewegung motivieren.

Titelseite Broschüre "Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen"

Der Anteil der Kinder mit Übergewicht oder Fettsucht (Adipositas) hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Übergewicht ist nichts, was sich zurechtwächst. Der Trend zu immer mehr Übergewichtigen unter den Jüngsten wird seit Jahren beobachtet und setzt sich leider – scheinbar – unaufhaltsam fort. Eine Umkehr ist im Interesse einer gesunden Entwicklung der jungen Generation dringend geboten. Denn aus einem großen Teil der betroffenen Kinder werden später übergewichtige Erwachsene – mit gesundheitlichen Risiken wie HerzKreislauf-Krankheiten, Diabetes, Muskel- und Skeletterkrankungen. Daher ist es wichtig, frühzeitig die Notbremse zu ziehen. Wir möchten Sie dabei unterstützen.

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