Eislaufen

Sind Sie heiß auf Eis? Dann wird es Zeit, die Schlittschuhe zu schnüren. Egal, ob Eishockey spielen oder Pirouetten drehen – Eislaufen ist eine Wintersportart mit hohem Spaßfaktor und für fast jede Altersklasse geeignet. Wir führen Sie mit den richtigen Tipps gesund durch den Winter und sicher aufs Glatteis.

Wintersee versus Eislaufhalle

Für das Eisvergnügen auf Seen oder Natureisbahnen sprechen der Freiluftcharakter mit hellem Tageslicht und die einladende Winterszenerie. Der Nachteil: Eisanlagen im Freien sind wechselnden Witterungsbedingungen ausgesetzt. Darüber hinaus gilt besondere Vorsicht: Das glitzernde Eis birgt Einbruchgefahren. Ohne Ihnen die Vorfreude nehmen zu wollen – jedes Jahr erleben bundesweit etwa 100 Menschen einen Eiseinbruch.

In Konkurrenz zur Winteridylle im Freien stehen geschlossene Eissporthallen und mobile Eisbahnen, wie sie in Einkaufs- oder Sportzentren zu finden sind. Überzeugende Argumente sind eine ganzjährig wetterunabhängige Nutzung der Eisfläche, komfortable Temperaturbedingungen sowie der Sicherheitsaspekt. Zusätzlich bieten Eishallen viele attraktive Extras: Eis-Disko, Gastronomie, Ausrüstungsverleih – und der Flirtfaktor ist auch nicht zu verachten.

Der perfekte Schlittschuh

Vor allem Neueinsteiger gleiten häufig in "fremden Schuhen" über das Eis und sollten auf Hygiene achten. Wenn Sie sich einen Leihschuh nehmen, tragen Sie Einwegsocken aus Polypropylen oder Baumwolle. Auch eine anschließende gründliche Reinigung der Hände sollte selbstverständlich sein. So lässt sich das Übertragungsrisiko von verschiedenen Pilzarten und Bakterien deutlich verringern. Schuhe aus dem Verleih haben durch Materialermüdung häufig ihre Form verloren. Folglich hat der Fuß keinen stabilen Halt mehr, Verletzungen drohen.

Wenn Sie zukünftig häufiger Eislaufen wollen, lohnt sich die Anschaffung eigener Schlittschuhe. Schuhe aus Plastik sind nicht zu empfehlen. Besser ist Leder, das flexibler und geschmeidiger auf Bewegungen reagiert. Der Schlittschuh sollte gut sitzen, um Blasenbildung zu vermeiden. An keiner Stelle des Schuhs darf Druck ausgeübt werden. Ist er zu eng, schmerzen die Füße, können nicht ausreichend bewegt werden und erkalten zusätzlich. Ist der Schlittschuh zu weit, fehlt der notwendige Halt. 

Shorttrack: Die rasante Form des Eislaufens

Die Läufer legen sich so in die Kurve, dass eine Hand auf dem Eis schleift. Es gibt Duelle, Drängeleien und spektakuläre Stürze. Shorttrack ist die rasante Form des Eislaufens und sie wird immer populärer. Ein Beleg dafür: Ende Oktober wurde die deutsche Shorttrack-Vorzeigefigur Anna Seidel als "Kufenflitzerin des Jahres" der Deutschen Eislauf-Union ausgezeichnet, zu der unter anderem auch die Eisschnellläufer gehören. „Vor allem, dass die Bedeutung meiner Sportart Shorttrack langsam wächst, hat mich sehr gefreut“, sagt Seidel dazu.

Mit gerade 18 Jahren ist die Dresdnerin Anna Seidel die erfolgreichste deutsche Shorttrack-Sportlerin aller Zeiten: Sie hat Bronze bei Europameisterschaften und den Olympischen Jugendspielen gewonnen und stand auch im Weltcup schon auf dem Podest. Natürlich ist das nichts im Vergleich zu den Erfolgen von Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, die mit fünf Olympiasiegen die erfolgreichste deutsche Olympionikin bei Winterspielen ist. Aber Shorttrack ist eine vergleichsweise junge Sportart.

Den ersten bekannten Eislauf-Wettkampf gab es 1763 in England zwischen zwei adligen Läufern. Der Sieger erhielt einen Preis von 10 Guineen. Die Schlittschuhe wurden früher fast ausschließlich aus Ziegenleder gemacht. Eisschnelllauf gehört seit 1924 zum Programm der Olympischen Winterspiele, im Shorttrack werden dagegen erst seit 1992 olympische Medaillen vergeben. Es gibt große Unterschiede zwischen den Disziplinen: Während im Eisschnelllauf immer zwei Läufer gegeneinander laufen und keinen Körperkontakt haben, sind es beim Shorttrack vier bis acht. Die sich dabei durchaus auch mal berühren.

Das hängt auch damit zusammen, dass eine Runde beim Shorttrack nur 111,12 Meter lang ist; im Eisschnelllauf in der Regel 400 Meter. In den engen Kurven muss man auf den 0,9 bis 1,2 Millimeter dicken Stahlkufen, die auch Brotmesser genannt werden, perfekt die Balance halten. Entscheidungen gibt es beim Shorttrack auf Distanzen zwischen 500 Metern und 5000 Metern (Staffel). Wer die rasante Form des Eislaufens einmal live sehen will, kann das vom 3. bis 5. Februar 2017: Dann gibt es in Dresden den Weltcup im Shorttrack mit Anna Seidel.

Eislauf-Quiz

Eislaufen ist ein beliebtes Hobby vieler Deutscher im Winter. Aber kennen Sie sich auch mit den Fachbegriffen, der Geschichte und den Regeln aus? Im Quiz können Sie auf unterhaltsame Weise ihr Wissen über Eisschnelllauf und Shorttrack testen.

Zum Eislauf-Quiz

Kufenspaß in vollen Zügen

Alles, was Sie zum Eislaufen benötigen, sind Spaß an Bewegung, warme Kleidung, Sonnenschutz und ein Paar passende Schlittschuhe.

Hilfreiche Tipps für Schlittschuhläufer:

  • Für den Anfang gilt: Ein Kaltstart ist im Winter tabu. Wärmen Sie Ihren Körper und die Muskeln mit einem lockeren Programm aus Gymnastik und Stretching auf.
  • Um die Erkältungsgefahr zu minimieren, atmen Sie bei den niedrigen Temperaturen durch die Nase. So hat die Luft genügend Zeit, sich aufzuwärmen.
  • Eislaufen im Freien ist auch ein Härtetest für die Haut. Optimale Pflegeprodukte gegen Kälte und UV-Strahlen sind fetthaltige Sonnencremes. Vorsicht vor Präparaten mit einem zu hohen Feuchtigkeitsanteil. Die Lippen können am besten mit einem Sunblocker-Stift geschont werden.
  • Gegen Unterkühlung und Nässe empfehlen wir Ihnen Kleidung aus wasserdichten Stoffen oder Thermomaterialien. Auf jeden Fall müssen Handschuhe getragen werden. Bei einem Sturz führen die scharfen Kufen sonst zu Schnittwunden an Händen und Fingern.
  • Unsichere Läufer sowie Kinder schützen sich am besten zusätzlich mit Protektoren und Helm, hier können auch die vom Fahrradfahren oder Inlineskaten zum Einsatz kommen.  

Für ein sicheres Eisvernügen:

  • Betreten Sie Eisflächen erst, wenn die Tragfähigkeit durch offizielle Behörden (Ordnungsamt, Feuerwehr, DLRG etc.) bestätigt ist. Ganz wichtig ist Ihr Vorbild für Kinder.
  • Achten Sie auf Markierungen und Warnhinweise. Zu berücksichtigen sind außerdem Zu- oder Abläufe von Seen sowie die Sonneneinstrahlung, da sie die Eisstärke nachhaltig verändern. Eisflächen unter Brücken und an Schiffsanlegestellen sollten gemieden werden.
  • Gehen Sie nicht allein auf Natureisflächen. So ist schnelle Hilfe in einer Notlage garantiert. In Notfällen erreichen Sie die Polizei telefonisch unter 110, die Feuerwehr bzw. den Rettungsdienst unter 112.
  • Bei Einbruchgefahr legen Sie sich flach auf das Eis und verlassen die Gefahrenzone mit vorsichtigen Bewegungen langsam zum Ufer hin.

Abwechslung für Kufenfans

Wer auf Tempo setzt, kann sich im Eisschnelllaufen versuchen; wer die Pirouette liebt, ist beim Eistanz besser aufgehoben. Neben Eislaufen, Gleitschuhlaufen, Eiskunstlauf und Eishockey können Sie bei vielen weiteren verwandten Sportarten auf dem Eis fit bleiben:

  • Curling: Zwei Mannschaften versuchen möglichst viele Curling-Steine aus Granit per Gleiten so nah wie möglich an den Mittelpunkt eines Zielkreises zu platzieren.
  • Ringette: Bei der in Kanada erfundenen, dem Eishockey ähnlichen Sportart wird mit Stock und Gummiring statt mit Schläger und Puck gespielt.
  • Eissegeln: Auch im Winter müssen Sie auf Segeln nicht verzichten. Mit teilweise sehr hohen Geschwindigkeiten geht es in verschiedenen Bootsklassen über zugefrorene Flüsse und Seen.