Outdoor-Sport: Training in der Natur

Kennen Sie noch den Trimm-dich-Pfad? Deutschland reckt und streckt sich wieder zum Fitness-Klassiker aus den 1970er-Jahren. Outdoor-Sport ist gesund, effektiv, abwechslungsreich und hat das Potential zum Freizeitvergnügen für die ganze Familie.

Ältere Jahrgänge haben die unzähligen Plakate mit der Symbolfigur namens „Trimmy“ sofort vor Augen: Mit hochgerecktem Daumen rief ab 1970 der damalige Deutsche Sportbund (DSB) zu mehr Bewegung auf. In kürzester Zeit gewann die Breitensport- und Freizeitkampagne „Trimm Dich durch Sport!“ an Popularität.

Nach einigen Jahren im Schlummerschlaf erfreut sich der Trimm-dich-Pfad – eines der Zugpferde der Sportbewegung – heute wieder großer Beliebtheit. Vielerorts werden die alten Rundkurse renoviert oder ergonomisch weiterentwickelte Parcours mit modernen Bewegungselementen und hochwertigen Materialien neu erbaut. Laut dem American College of Sports Medicine (ACSM) ist das Training mit dem eigenen Körpergewicht einer der weltweit großen Fitnesstrends.

Auf los geht’s los!

Jede Bewegung ist besser als gar keine, weiß Sportmediziner Professor Dr. Dr. Winfried E. Banzer. Damit Kondition und Motivation für viele Einheiten auf dem Trimm-dich-Parcours reichen, helfen diese Tipps:

  • Starten Sie mit einem Ausdauer-Programm und lernen Sie den Parcours in ein oder zwei gemäßigten Laufrunden ohne Pause kennen.
  • Intervalltraining: Das optimale Training für regelmäßige Sportler besteht aus einer Kombination von abwechselnden Jogging-Einheiten und Trimm-dich-Übungen.
  • Den Parcours als Familie erleben: Eltern und Kinder verbindet ein aktives Erlebnis in der freien Natur und gleichzeitig wird der Körper auf einfache Weise fit gehalten. Je nach Kondition wechseln sich Spazierschritt oder Jogging-Einheit mit einer Trimm-dich-Übung ab.

Ganzkörper-Fitnessübung à la Patric Heizmann

Der "Mountain Climber" – auch Wechselsprung genannt – ist eine effiziente Fitnessübung für den gesamten Unterkörper, die Arme und den Bauch. Damit machen Sie sich richtig fit; ohne Hilfsmittel, nur mit dem eigenen Körpergewicht. Die Übung ist übrigens drinnen und draußen gleichermaßen gut umsetzbar.

Fitness- und Ernährungsexperte Patric Heizmann stellt Ihnen im Video zwei Versionen des Mountain Climbers vor – für Beginner und Fortgeschrittene.

Vier Fragen zur Trimm-dich-Bewegung

Experten-Interview mit Prof. Dr. Dr. Winfried E. Banzer, Sportmediziner an der Goethe-Universität Frankfurt/Main und Beiratsmitglied des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).      

Outdoor-Fitness liegt schwer im Trend. Wie erklären Sie sich die Faszination? Bewegung im Freien ist unkompliziert, man muss in keinem Verein oder Fitnessstudio Mitglied sein und Beiträge zahlen, sich nicht nach den Uhrzeiten der einzelnen Kurse richten. Zudem ist Laufen im Park oder eine Runde auf dem Bewegungsparcours auch für viele Stadtbewohner zeiteffektiv. Dazu kommt sicherlich, dass viele durch die Bewegung im Freien einfach ein Stück Natur in den Alltag holen möchten. Beim „aktiven Berufspendeln“, z. B. mit dem Fahrrad oder dem Tretroller, schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Man kommt zur Arbeit oder zur Schule – und hat gleich ein Training an der frischen Luft absolviert.

Mit welchem positiven Effekt hinsichtlich der körperlichen Fitness werden Sportler bei Parcours-Lauf & Co. belohnt? Regelmäßige Bewegung stärkt das Herz-Kreislauf-System und die beanspruchte Muskulatur. Je nach Bewegungsart werden zusätzlich Koordination und Balance gefördert. Ein weiterer Pluspunkt: Bei Sport im Freien mit angemessener Bekleidung kommt das Immunsystem richtig in Schwung.

Bewegung ist wichtig für die Gesundheit. Ist Outdoor-Fitness auch ein Wundermittel für gute Laune? Sportlicher Ausgleich fördert nicht nur die körperliche, sondern auch die mentale Gesundheit. Zudem gibt es einige Hinweise, dass Bewegung im Freien das Wohlbefinden noch stärker hebt als Schwitzen im Fitnessstudio. Letzten Endes muss aber jeder für sich herausfinden, was ihm am besten passt.

Einsteiger, Hobbysportler, Familie oder Senior: Ist Outdoor-Fitness jedem zu empfehlen? Grundsätzlich gilt, jede Bewegung ist besser als gar keine. Wer länger inaktiv war, sollte das Training langsam angehen, Intensität und Umfang allmählich steigern. Bei aller Liebe zu den neuen und attraktiven Geräten sollten wir aber nicht vergessen, dass ein Spaziergang auch Outdoor-Fitness ist! Die gesundheitlichen Vorzüge des Gehens, welches sich bestens eignet für Ältere und früher Inaktive, sind wissenschaftlich auf höchstem Niveau gesichert. Genauso zu empfehlen ist Radfahren.

Trimm dich – überall

Sightseeing mal anders: Ob Dresden, Hamburg oder Barcelona: Verbinden Sie im Urlaub beim angesagten „SightRunning“ oder „TouristJogging“ das Angenehme mit dem Gesunden – eine trendige Kombination aus informativer Stadtführung und Joggen. Keine Angst: Das Lauftempo wird der Kondition der Teilnehmer angepasst. Laufeinsteiger kommen bei „Sightwalking- Trips“ voll auf ihre Kosten. Einfach bei den örtlichen Tourist-Informationen anfragen.  

Kein Pfad in der Nähe? Schauen Sie sich in Ihrer Umgebung einfach mal genauer um. Geeignete Hilfsmittel für ein vielseitiges Outdoor-Training finden Sie auch in Parkanlagen und der städtischen Infrastruktur. Optimale "Geräte" für Stützübungen sind Bänke und Treppen, niedrige Mauern bieten sich für Hockwendesprünge an, Geländer eignen sich für Klimmzüge. Dieses abgewandelte Workout nennt sich "Urban Fitness". Und bei schlechtem Wetter? Da wird das Training einfach in die heimischen vier Wände verlegt.