Faszination Reiten

Etwa 4.000 Jahre setzte der Mensch Pferde als Nutztiere ein, bis schließlich Kraftfahrzeuge ihre Arbeitskraft ablösten – das Reiten wandelte sich zur reinen Freizeitaktivität. Groß und Klein sitzen begeistert im Sattel.

Gut für Körper und Seele

Sind Sie am Anfang noch unsicher, wächst nach einigen Reitstunden mit der zunehmenden Sicherheit im Sattel auch das eigene Selbstbewusstsein. Schließlich lenken Sie dieses große Tier! Dazu kommt, dass Sie mit "Ihrem" Reitpferd einen Freund gewonnen haben, der Ihnen treu ergeben ist - ein angenehmes Gefühl. Auch körperliche und seelische Gesundheit profitieren vom Reiten:

  • Es schult in hohem Maße Koordination und Körpergefühl
  • Es stabilisiert die Rumpf- und Bauchmuskulatur
  • Durch das ständige Ausbalancieren auf dem Pferd werden sonst eher ungenutzte Muskeln trainiert
  • Beim Reiten erlernen Sie neue Bewegungsabläufe; das hält Kopf und Körper fit
  • Der Kontakt zum Tier und das Erspüren seiner Körperwärme entspannt und baut Stress ab 

Bei Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfall oder Allergien besprechen Sie am besten mit Ihrem behandelnden Arzt, ob Reiten eine für Sie geeignete Sportart ist.

Durch Aufwärmen vorbeugen

Die ersten Reitstunden werden Sie nachhaltig in Erinnerung behalten und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Fast jeder Anfänger leidet zu Beginn unter Muskelkater. Der Grund: Reiten aktiviert Muskelgruppen, die sonst eher selten beansprucht werden, beispielsweise die Innenmuskulatur der Oberschenkel. Stärkungs- und Dehnungsübungen helfen jedoch, wie bei anderen Sportarten auch, die Muskeln auf ihren Einsatz vorzubereiten.

  • Kräftigung der Oberschenkelinnenmuskel: Setzen Sie sich auf den Boden, die Beine angewinkelt, aber geöffnet. Die Füße sind hochgestellt. Legen Sie einen Unterarm in die Mitte zwischen beide Kniegelenke und pressen Sie die Beine gegen den Widerstand zusammen. Fünf Sekunden Spannung halten, fünf Mal wiederholen
  • Kräftigung der Rücken- und Bauchmuskulatur: Legen Sie sich auf den Rücken, die Beine angewinkelt. Die Arme liegen neben dem Körper, Handflächen auf dem Boden. Jetzt heben Sie langsam das Becken an, bis Knie, Becken und Schultern eine Linie bilden. Danach senken Sie langsam erst die Schultern, dann das Becken wieder ab. Fünf Sekunden Spannung halten, fünf Mal wiederholen.
  • Dehnung der Unterschenkel- und Fußmuskulatur: Setzen Sie sich auf den Boden, die Beine sind lang gestreckt und geöffnet. Malen Sie nun mit den Füßen Kreise, und zwar in beide Richtungen. Zehn Sekunden dehnen, drei Mal pro Seite wiederholen.
  • Kurz vor dem Ausritt: Fünf Minuten Aufwärmen durch Gehen oder Laufen.

Mama, ich will reiten lernen!

Diesen Wunsch hören viele Eltern. Gerade für Kinder ist Reiten mehr als nur eine Freizeitaktivität. Schließlich müssen sie sich auch um „ihr“ Pferd kümmern. So erleben sie ganz praktisch, was Verantwortung und Zuverlässigkeit bedeuten. Und was kommt auf die Eltern zu?

Was kostet eine Reitstunde?
Hier gibt es große regionale Unterschiede: Gruppenreitstunden werden für 12 bis 20 Euro angeboten, Einzelreitstunden meist ab 20 Euro.

Woran erkennt man einen guten Reitstall?
Viele zertifizierte Reiterhöfe tragen das Siegel der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Ein paar Dinge kann aber auch der Laie sofort erkennen: Wie gepflegt wirken der Hof und die Stallungen? Haben die Pferde ausreichend Auslauf? Reitställe, die Anfänger ohne Begleitung gleich ausreiten lassen, sind nicht zu empfehlen.

Welche Ausstattung ist nötig?
Für Reitkappe, Reitstiefel, Reithosen, Rückenprotektoren kommen schon einige Euro zusammen. Aber es muss nicht immer alles in Profiqualität sein. Und da Kinder bekanntlich schnell wachsen, kann man sich durchaus auch in Second-Hand-Läden umsehen.

Was ist bei einer Reitbeteiligung wichtig?
Nachdem Ihr Kind ausreichende Reitstunden absolviert hat, empfiehlt sich eine sogenannte Reitbeteiligung. Hierauf sollten Sie achten:

  • Klären Sie mit dem Besitzer des Pferdes, ob das Tier bei der Reitbeteiligung versichert ist. Eine Haftpflichtversicherung bei einer Reitbeteiligung ist sehr wichtig, da das Pferd sehr hohe Schäden anrichten kann, falls es durchgehen sollte.
  • Besprechen Sie im Vorfeld, wer bei Unfällen und Verletzungen des Pferdes für die Tierarztkosten aufkommt. Diese Posten sollten normalerweise in den Kosten der Reitbeteiligung enthalten sein. Dasselbe gilt für den Hufschmied.
  • Setzen Sie einen Vertrag auf, der eine Aufstellung der laufenden Kosten für Versicherung und Unterbringung enthält – und wann man das Pferd reiten kann. Je nach Wohnort sollten die Kosten für die Reitbeteiligung zwischen 50 Euro und 100 Euro im Monat liegen.
  • Eine Reitbeteiligung sollte im Idealfall aus nicht mehr als zwei oder drei Reitern insgesamt bestehen, damit sich das Pferd nicht an zu viele Bezugspersonen gewöhnen muss.