Verein statt allein

Wir Deutschen gelten als „Vereinsmeier“ – und das kann durchaus von Vorteil sein. Denn viele Argumente sprechen dafür, Mitglied in einem Sportverein zu werden. Moderne Sportarten, motivierende Gruppenerlebnisse und beste Trainingsbedingungen zu überschaubaren Kosten: Das ist kein bisschen altmodisch.

Sport in der Gemeinschaft hat eine lange Tradition: In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gründeten sich die ersten Vereine – unter anderem für Fußball, Rudern und Tennis. Diese Sportarten sind nach wie vor beliebt und zählen ebenso wie Leichtathletik, Schwimmen oder Handball zu den Klassikern. Vor allem in den letzten Jahrzehnten hat sich jedoch das Angebot durch internationale Einflüsse und Trendsportarten deutlich erweitert. Von Aikido über Basketball und Squash bis zu Triathlon gibt es in fast jeder Stadt auch einen Verein, der diese Sportart im Programm hat.

Wer nicht gerne allein Sport treibt oder ein Fitnessstudio für zu unpersönlich oder zu teuer hält, ist in einem Sportverein genau richtig. Gerade das Training mit einer Gruppe und feste Zeiten sind für viele Menschen motivierend und tragen dazu bei, den „inneren Schweinehund“ zu überwinden. Zusätzliches Plus: Ausgebildete Trainer und Übungsleiter achten darauf, dass Sie eine Sportart richtig erlernen und die Übungen korrekt ausführen.

Passende Angebote für Jung und Alt

Rund ein Drittel aller Deutschen – vom Junior bis zum Senior – ist in einem Sportverein aktiv. Spezielle Kindergruppen machen auf spielerische Art schon den Kleinsten Lust auf Bewegung. Regelmäßiger Sport ist für Kinder nicht nur ein gesunder Ausgleich zur Schule, sondern trägt auch dazu bei, Fair Play, Toleranz und Zuverlässigkeit zu lernen. Auch das Selbstbewusstsein wird dabei gestärkt.

Umfangreiche Angebote, die sich mehr am Gesundheits- als am Leistungssport orientieren, machen Sportvereine auch für ältere Menschen attraktiv. Mehrspartenvereine bieten zunehmend fitness- und gesundheitsorientierte Sportarten wie Aerobic, Bodystyling, Pilates, Yoga, Gerätetraining, Beckenboden- und Wirbelsäulengymnastik oder Rehabilitationssport an. Damit unterscheiden sie sich oft kaum noch vom Fitnessstudio. Doch im Gegensatz zu kommerziellen Anbietern sind die Mitgliedsbeiträge der gemeinnützigen Vereine meistens gering. Laut dem „Sportentwicklungsbericht 2013/2014“ der Deutschen Sporthochschule Köln zahlen Erwachsene bei der Hälfte aller Sportvereine einen Beitrag von höchsten 6,20 Euro pro Monat.

Sport mit Gleichgesinnten

Auch die soziale Funktion von Vereinen ist ein Grund, Mitglied zu werden. Beim Training und bei geselligen Veranstaltungen lernen Sie neue Menschen kennen und nicht selten entstehen sogar richtige Freundschaften. Außerdem kann jeder das Vereinsleben mitgestalten und sich vom Übungsleiter bis zum Vorstandsmitglied einbringen. Doch zunächst steht natürlich die Auswahl eines passenden Sportvereins an. Welcher Verein in der Nähe Ihre bevorzugte Sportart anbietet, können Sie zum Beispiel über die Internetseiten der Landesportbunde herausfinden.

Bei einem Besuch des Vereins gewinnen Sie einen Eindruck vom Training und den Trainern, von den Sportgeräten und Vereinsräumen und nicht zuletzt von der Atmosphäre vor Ort. Viele Vereine bieten auch Kurse für Nichtmitglieder an – eine gute Möglichkeit, um hineinzuschnuppern. Probieren Sie einfach aus, ob Sie sich wohlfühlen und Ihnen der Sport mit Gleichgesinnten Spaß macht.