Volkskrankheit Diabetes

Immer noch gern verharmlost und verborgen unter dem Deckmantel „Alterskrankheit“ steigen still und leise die Zahlen auch wesentlich jüngerer Zuckerkranker: Übergewicht, falsche Ernährung und zu wenig Bewegung fördern diese Entwicklung.

Mit einfachen Regeln gegen Diabetes

  • Bauen Sie Übergewicht ab. Sieben Prozent weniger auf der Waage senkt das Diabetes-Risiko um die Hälfte. Das bedeutet weder den Verzicht auf abwechslungsreiche und schmackhafte Ernährung noch einen hohen Zeitaufwand.
  • Bewegen Sie sich an mindestens fünf Tagen in der Woche jeweils 30 Minuten so, dass Sie etwas ins Schwitzen kommen. Auch ein zügiger Spaziergang zählt, den Einkaufswagen durch den Supermarkt schieben hingegen nicht.
  • Ihre Nahrung sollte zu maximal 30 Prozent aus Fett bestehen, höchstens 10 Prozent davon aus gesättigten Fettsäuren. Wählen Sie bei Wurst und Fleisch, Käse, Fisch oder Brotaufstrichen eine fettarme Alternative. Und vergessen Sie auch nicht die "unsichtbaren" Fette.
  • Verzehren Sie täglich ausreichend Ballaststoffe. Die stecken in vielen Obst- und Gemüsesorten, zum Beispiel Beeren oder Hülsenfrüchten. Und essen Sie möglichst oft Vollkornbrot; das enthält viele gesunde Bestandteile des Korns und macht länger satt.

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Typ 1 oder Typ 2

Die zahlenmäßig wesentlich kleinere Gruppe der Typ-1-Diabetiker erkrankt meist schon im Kindes-, Jugend- oder frühen Erwachsenenalter, gelegentlich aber auch später. Als Ursache für den Typ-1-Diabetes nimmt man heute ein Zusammenwirken von Erbfaktoren, Virus- und einer sogenannten Autoimmunerkrankung an. Das körpereigene Immunsystem zerstört über Monate oder Jahre hinweg die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse, bis irgendwann viel zu wenig oder gar kein Insulin mehr zur Verfügung steht. Wird Typ-1-Diabetes nicht oder nur ungenügend behandelt, kann er lebensbedrohlich werden. Möglichkeiten zur Heilung gibt es bisher nicht: Ein Typ-1-Diabetiker ist lebenslang auf Insulininjektionen angewiesen.

Neun von zehn Diabetikern in Deutschland gehören zum Typ 2. Ihr Körper produziert zwar Insulin, es kann aber aufgrund einer sogenannten Insulinresistenz nicht richtig wirken. Daher macht sich bei ihnen „Zucker“ nicht immer offensichtlich bemerkbar. Betroffene haben zunächst keine oder nur sehr diffuse Symptome wie Müdigkeit, Durstgefühl, vermehrtes Wasserlassen, Sehstörungen oder Neigung zu Infekten. So bleibt die Erkrankung oft über Jahre unerkannt. Diabetes Typ 2 wird auch als „Altersdiabetes" bezeichnet. Inzwischen tritt die Erkrankung häufiger vor dem 40. Lebensjahr auf.

Körpergewicht im Blickpunkt

Das Körpergewicht ist ein wesentlicher Aspekt, vor allem bei Typ-2-Diabetikern. Neben einer angeborenen oder erworbenen Insulinresistenz finden sich häufig zusätzlich Bauchfett, Bluthochdruck und hohe Blutfettwerte. Treten alle diese vier Faktoren auf, spricht man vom metabolischen Syndrom. Dieses wird unter anderem als der entscheidende Risikofaktor für die koronare Herzerkrankung angesehen. Diabetes und metabolisches Syndrom haben meist eine Ursache: einen Lebensstil milt den Begleiterscheinungen Übergewicht, Bewegungsmangel und Fehlernährung.

Wer abspeckt, hat meist auch weniger Probleme mit seinem Blutzucker – in der Regel sinkt dieser schon durch eine Reduzierung des Gewichts deutlich. Anfänglich kommt ein Typ-2-Diabetiker meist ohne Insulingaben aus und erhält orale Antidiabetika in Tablettenform. Je nach Präparat verbessert sich die Wirkung des noch vorhandenen Insulins oder die Bauchspeicheldrüse wird angeregt, um beispielsweise bei Mahlzeiten ausreichend körpereigenes Insulin auszuschütten. In Tabletten ist generell kein Insulin enthalten, da es von der Magensäure zerstört werden würde.

Der Mix macht's

Auch wenn Insulin der wichtigste Faktor für einen konstanten Blutzuckerspiegel ist, eine gesunde, ausgewogene, auf den tatsächlichen Kalorienbedarf ausgerichtete Ernährung spielt ebenso eine zentrale Rolle wie ausreichende Bewegung und die Vermeidung von Übergewicht. So zeigen neue Erkenntnisse, dass pro Woche bereits drei Mal 30 Minuten Sport ausreichen können, um einem Diabetes Typ 2 vorzubeugen oder ihn günstig zu beeinflussen. Vor allem Ausdauersportarten wie zum Beispiel Nordic Walking, LaufenSchwimmen oder Radfahren sind empfehlenswert. Wer lange nach dem Motto "no sports" lebte, sollte mit seinem Arzt über geeignete körperliche Aktivitäten sprechen.

Ob Typ 1 oder Typ 2 – ein weitgehend normales Leben mit Diabetes ist möglich und machbar. Wird eine Diabeteserkrankung festgestellt, ist neben der regelmäßigen ärztlichen Therapie immer auch der wachsame Umgang mit dem eigenen Körper sehr wichtig. Ziel ist es, für möglichst normale Blutzuckerwerte zu sorgen. Vieles, was ein Diabetiker wissen und beachten muss, wird in den Schulungen unseres Betreuungsprogramms IKK Promed vermittelt, zum Beispiel geeignete sportliche Aktivitäten und das korrekte Messen des Blutzuckers.

Mit der richtigen Vorbereitung kann jeder gut eingestellte Diabetiker auf Reisen gehen. Auch Fernreisen sind durchaus möglich: Zwar bringt die Zeitverschiebung oft den gesamten Körper durcheinander – wichtig sind dann die Kontrolle der Blutzuckerwerte und bei Bedarf die Anpassung der Medikament- oder Insulingaben.

Und noch eine gute Nachricht: Die Zeiten, in denen Diabetiker eintönige Diäten einhalten mussten, sind längst vorbei. Im Internet und in Kochbüchern finden Sie Rezeptideen, die auch Nicht-Diabetikern gut tun und schmecken.