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Grippe oder Erkältung?

Das kennen Sie sicher auch – eben war man noch fit wie ein Turnschuh und im nächsten Moment fühlt man sich matt und abgeschlagen. Meist ist das nur der Beginn einer harmlosen Erkältung, manchmal kann sich aber auch eine echte Grippe entwickeln. Doch wie unterscheiden sich Symptome und Therapie?

Erkältung

Gerade im Herbst und Winter ist es ein gewohntes Bild: Überall wird geniest und gehustet, denn ein Großteil der Deutschen durchlebt mindestens eine Erkältung (grippaler Infekt) pro Jahr.

  • Circa drei Erkältungsinfekte pro Jahr sind für Erwachsene normal.
  • Bei Kindern können es sogar bis zu zehn Infektionen sein.

Welche Symptome sind typisch bei einer Erkältung?

Kratzen im Hals, kalte Füße, Gliederschmerzen und dann dieses leicht abgeschlagene Gefühl – zumeist beginnt eine Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, mit diesen Symptomen. Trotzdem kann eine Infektion der oberen Atemwege sehr unterschiedlich verlaufen. Grundsätzlich gilt: Ob Husten, Halsschmerzen oder Schnupfen, die Beschwerden sollten sich spätestens nach sieben Tagen bessern und nach zwei Wochen verschwunden sein.

Bekommt man von Kälte eine Erkältung?

Ein weitverbreiteter Irrglaube ist, dass beispielsweise zu dünne Kleidung in der kalten Jahreszeit eine Erkältung auslösen kann. Dies stimmt so nicht, denn eine Erkältung wird durch Viren verursacht. Aber: Wenn der Körper friert, wird sein Abwehrmechanismus geschwächt und er kann sich schneller mit Viren infizieren.

Wie lange ist eine Erkältung ansteckend?

Ansteckend ist eine Erkältung vor allem am Anfang. Gerade in den ersten zwei bis drei Tagen, ist man am stärksten ansteckend. Vor allem beim Niesen, Sprechen und Husten werden die Viren in Schleimtröpfchen eingebettet, in der Raumluft weit verteilt und gelangen über die Atmung auf die Schleimhäute von anderen Menschen.

Grippe

Mit der großen Schwester der Erkältung, der echten Grippe (auch Influenza genannt), ist nicht zu spaßen, denn sie verläuft nicht immer ohne Komplikationen. Schwere Verläufe sind zwar bei Menschen mit einem gesunden Immunsystem relativ selten, bei gefürchteten Grippewellen treten jedoch auch immer wieder Todesfälle auf. Besonders ältere Menschen und Kinder sind hier gefährdet.

Welche Symptome sind typisch bei einer Grippe?

Gerade anfangs kann man die Grippe leicht mit einer Erkältung verwechseln. Der Unterschied zwischen Influenza und Erkältung zeigt sich jedoch im Verlauf und in der Schwere der Erkrankung.

Bei einer Influenza treten die Krankheitszeichen meist ganz plötzlich auf – und sie sind stärker als bei einer normalen Erkältung. Insbesondere Abgeschlagenheit, Müdigkeit sowie Kopf- und Gliederschmerzen sind deutlich ausgeprägter. Zudem geht eine Grippe weitaus häufiger mit höherem Fieber einher als eine Erkältung. Gerade bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann es zu bakteriellen Folgeerkrankungen kommen, wie zu einer schweren Lungenentzündung oder zu einer Entzündung des Herzmuskels.

Was tun bei Fieber?

Reagiert der Körper mit Fieber – also mit einer erhöhten Temperatur über 38 Grad, ist dies keine eigenständige Krankheit, sondern eine Abwehrreaktion des Organismus. Wenn der Körper Erkältungsviren bekämpft, setzt er Botenstoffe frei, die zu einer Erhöhung der Körpertemperatur führen können. Dies ist eigentlich eine wünschenswerte Funktion, denn dadurch werden die Stoffwechselvorgänge beschleunigt, was die Abwehrreaktion des Körpers unterstützt. Also: Greifen Sie nicht zu schnell zu fiebersenkenden Maßnahmen.

Wie lange ist eine Grippe ansteckend?

Die Grippe ist bereits während ihrer Inkubationszeit ansteckend. Sie beträgt meist zwischen ein paar Stunden bis zu drei Tagen. Nach Ausbruch der Grippe können die Viren noch drei bis fünf Tage ansteckend sein, Kinder können die Influenza sogar bis zu sieben Tage nach Auftreten der ersten Symptome weitergeben.

Therapie und Hausmittel bei Grippe und Erkältung

Zur Ruhe kommen, viel schlafen, ausreichend trinken – das sind die drei wichtigsten Mittel bei Erkältung und Grippe. Trinken Sie Kräutertees wie Salbei, Kamille oder Pfefferminze mit einem Löffel Honig – das tut dem Hals gut. Schonen Sie die Stimme, indem Sie so wenig wie möglich sprechen. Eine verstopfte Nase freut sich über Inhalationen mit Salzwasser. Abschwellende Nasensprays können gerade in der Nacht Erleichterung beim Atmen verschaffen. Dampfinhalationen mit ätherischen Ölen befeuchten die Schleimhäute.

Der Hausarzt wird Ihnen bei starkem Husten etwas Schleimlösendes verschreiben und ein Schmerzmittel bei hohem Fieber, Kopf- und/oder Gliederschmerzen empfehlen. Achtung: Antibiotika sind bei einer normalen Erkältung oder einem grippalen Infekt nicht sinnvoll, da Atemwegsinfektionen sowie grippale Infekte üblicherweise von Viren verursacht werden.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Bei Verdacht auf eine Grippe, aber auch wenn Sie unter Atemnot und anhaltenden Schluckbeschwerden, sehr starkem Fieber oder anhaltenden Halsschmerzen leiden, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, denn er kann testen, ob es sich um eine normale Erkältung, eine bakterielle Folgeinfektion oder eine Grippeerkrankung handelt. Zudem gilt: Mit Erkältungssymptomen bleiben Sie lieber zuhause, um die Ansteckungsgefahr möglichst gering zu halten.

Vorbeugung: Die fünf wichtigsten Maßnahmen gegen Grippe und Erkältung

  • Hygiene: Häufiges Händewaschen ist die beste Maßnahme, um einer Ansteckung vorzubeugen. Wenn möglich, vermeiden Sie zu häufiges Händeschütteln. Auch Türklingen, Haltegriffe in der Bahn und Co. sind echte Viren- und Bakterienherde. Fassen Sie sich daher so wenig wie möglich ins Gesicht.
  • Bewegung und frische Luft: Gehen Sie regelmäßig nach draußen: Bewegung an der frischen Luft härtet ab und beugt Infekten vor. Und: Ständige Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus und macht sie anfälliger für Infektionen. Regelmäßiges Stoßlüften hilft.
  • Ernährung: Greifen Sie zu Obst und Gemüse mit einem hohen Vitamin-C-Anteil wie Grapefruits, Paprika oder Kiwis. Auch Zink wird eine abwehrstärkende Wirkung nachgesagt.
  • Impfen: Auch die Grippeschutzimpfung ist eine wichtige Präventionsmaßnahme und sollte am besten bereits Anfang Oktober erfolgen. Insbesondere Risikogruppen wie älteren oder chronisch kranken Menschen wird zu einer Impfung geraten. Auch Berufsgruppen, die viel Kontakt zu Menschen haben, sollten sich impfen lassen.

Grippe oder Erkältung? Machen Sie den Selbsttest!

Habe ich eine Grippe oder nur einen grippalen Infekt?

Unser Selbsttest gibt Ihnen erste Anhaltspunkte, ersetzt allerdings keinesfalls die Diagnose eines Arztes.

Deswegen gilt in jedem Fall: Sind Sie unsicher, welche Art der Infektion Sie haben und zu welchen Mitteln Sie greifen sollten, gehen Sie schnellstmöglich zu Ihrem Hausarzt.

Zum Test: Grippe oder Erkältung?