Richtig Krankmelden, aber wie?

Ob Erkältung, Durchfall oder Rückenschmerzen – bei gesundheitlichen Beschwerden ist an Arbeit oftmals nicht zu denken.

Damit man schnell wieder auf den Beinen ist, heißt es dann „Ab ins Bett“ oder ein Besuch beim Arzt steht an. Wer im Berufsleben steht, sollte auch seine Rechte und Pflichten kennen.

Wer krankheitsbedingt nicht zur Arbeit kommen kann,  muss so schnell wie möglich seinen Arbeitgeber darüber informieren und ihm mitteilen, wie lange er voraussichtlich fehlen wird. Das heißt: Nicht erst den Arzttermin abwarten, sondern möglichst schon vor Arbeitsbeginn Bescheid sagen. Gibt es keine betrieblichen Festlegungen, kann die Krankmeldung telefonisch oder per E-Mail an den Vorgesetzten oder die Personalabteilung erfolgen. Selbstverständlich kann dies auch der Partner oder eine andere Person übernehmen. Empfehlenswert ist auch, jemanden aus dem direkten Arbeitsumfeld zu informieren. So lassen sich zum Beispiel die anstehenden Aufgaben besser verteilen, Termine absagen.

So melden Sie sich richtig krank

Krankschreibung, so geht's...!

Worauf sollten Sie achten, wenn Sie Ihr Arzt krankschreibt? Eine Krankschreibung bringt nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten mit sich. Erfahren Sie mehr in unserem Erklär-Video.

Ab wann ist der gelbe Schein Pflicht?

  • Falls ein Mitarbeiter nur eine leichte Erkrankung hat, benötigt er in der Regel für die ersten drei Arbeitstage kein ärztliches Attest.
  • Spätestens am vierten Arbeitstag muss der "gelbe Schein" aber in der Firma eintreffen. Wer zum Beispiel an einem Montag erkrankt, ist verpflichtet, spätestens am Donnerstag den Nachweis einzureichen. Ist der erste Krankheitstag ein Mittwoch oder Donnerstag, läuft die Frist für die Abgabe bis Montag, sofern der Betrieb am Wochenende geschlossen ist.
  • Allerdings gibt es auch Unternehmen, die eine andere Regelung festgesetzt haben. Dann kann ein Attest bereits am ersten Tag nötig sein.
  • Dauert die Krankheit länger an als auf dem gelben Schein angegeben, wird eine erneute Information des Arbeitgebers fällig und Sie benötigen vom Arzt eine Folgebescheinigung.
  • Für Minijobber und Teilzeitkräfte, die nur tageweise im Betrieb sind, gelten dieselben Regelungen. Ihr Gehalt wird normal weitergezahlt, sie brauchen die Stunden nicht an anderen Tagen nachzuarbeiten.   
  • Grundsätzlich sind Sie nicht verpflichtet, Ihrem Chef von der Art Ihrer Erkrankung zu erzählen. Durch die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erfährt der Arbeitgeber nur, wie lange ein Mitarbeiter ausfällt, nicht aber, warum. Lediglich die Krankenkasse erhält auf dem Durschlag des Krankenscheins die Diagnose in Form eines verschlüsselten Codes mitgeteilt. Eine Ausnahme bilden schwerwiegende ansteckende Krankheiten: In diesem Fall müssen Sie Ihren Arbeitgeber informieren, um weitere Ansteckungen im Betrieb zu vermeiden.

Krankgeschrieben gleich Bettruhe?

Nein, das muss es nicht. Als Faustregel gilt: Sie müssen sich so verhalten, dass Sie möglichst schnell gesund werden – und dazu kann ein Spaziergang durchaus beitragen. Ein Besuch im Fitnessstudio dagegen trägt im Krankheitsfall kaum zur Genesung bei.

Fest steht: Sich krank zur Arbeit zu schleppen, weil sonst zu viel liegen bleibt oder man die Kollegen nicht hängen lassen möchte, bringt nichts. Der so genannte Präsentismus birgt nicht nur die Gefahr einer möglichen Ansteckung anderer Personen. Auch für die eigene Gesundheit kann die Überanstrengung langfristig negative Folgen haben. Daher sollte man Krankheiten besser vollständig auskurieren, um keinen Rückschlag zu riskieren und die Zeit bis zum Ende der Krankschreibung zur Erholung nutzen.

Schon gewusst?

  • Ihre Privatsphäre ist grundsätzlich auch in Bewerbungsgesprächen geschützt. Nach bestehenden Krankheiten darf nur gefragt werden, wenn sie in Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz stehen. Dazu gehören beispielsweise Allergien, die ein Ausüben der Arbeit unmöglich machen würden. Führt ein Betriebs- soder Vertrauensarzt eine Einstellungsuntersuchung durch, gibt er anschließend nur Auskunft, ob der Bewerber gesundheitlich für die Stelle tauglich ist, ohne Ergebnisse mitzuteilen.
  • Den Arbeitgeber zu spät informiert? Trotz Krankschreibung in Feierlaune? Wer gegen die Regeln verstößt, riskiert eine Abmahnung, im schlimmsten Fall sogar die Kündigung.  
  • Wer im Urlaub krank wird, sollte sich umgehend mit seinem Chef in Verbindung setzen. Wird die Krankheit durch ein Attest nachgewiesen, können Sie die Urlaubstage zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.  
  • Auch Arbeitslose brauchen einen Krankenschein. Sie müssen sich bei der für sie zuständigen Arbeitsagentur krankmelden, da während dieser Zeit nicht vermittelt werden können.  

Wohin mit dem Krankenschein?

Ihr Arzt händigt Ihnen Seite eins bis drei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus (Seite vier behält der Arzt für Ihre Krankenakte):

  • Vorlage bei der Krankenkasse: Das Original der Bescheinigung geben Sie bitte bei der IKK classic in Ihrer Nähe ab bzw. senden es uns auf dem Postweg zu. Adressen und Öffnungszeiten der IKK-Geschäftsstellen finden Sie in unserer Geschäftsstellensuche.
  • Vorlage beim Arbeitgeber: Der Durchschlag der Bescheinigung ist für Ihren Arbeitgeber bestimmt. Er enthält nur die Informationen über die Dauer der Arbeitsunfähigkeit, aber keine Angaben zu deren Ursache.
  • Durchschlag für Sie: Darauf enthalten sind die Dauer der Arbeitsunfähigkeit, die Daten der Gesundheitskarte (KVK-Kopf) des Erkrankten und der Namen des attestierenden Arztes sowie auch die nach dem ICD-10 verschlüsselte Diagnose (nicht jedoch bei AU-Bescheinigungen vom Zahnarzt), wegen welcher die Arbeitsunfähigkeit besteht.

Finanziell abgesichert

Gesetzlich versicherten Arbeitnehmern wird in der Regel das Gehalt von ihrem Arbeitgeber bis zu sechs Wochen lang weitergezahlt. Ist ein Mitarbeiter länger arbeitsunfähig, zahlt die IKK classic Ihnen Krankengeld.

Hauptberuflich selbstständig Erwerbstätige sowie unständig und befristet Beschäftigte können einen gesetzlichen Krankengeldanspruch ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit wählen – mit dem IKK Krankengeld plus.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Krankschreibung