Eier – Dünne Schale, starker Inhalt

Gerührt mit Kräutern oder Schinken, kross gebraten aus der Pfanne oder gekocht zum Frühstück – die Deutschen lieben ihr Ei. Der Pro-Kopf-Konsum lag im Jahr 2014 bei 231 Eiern, viele davon verstecken in Nudeln oder Kuchen. Damit der Eigenuss unbeschwert bleibt, gilt es einiges zu beachten.

Egal ob braune oder weiße Eier – unter der Schale steckt ein wahrer Cocktail an guten Inhaltsstoffen: Das Eiklar ist reich an Natrium und Kalium, das Eigelb enthält Eisen, Kalzium und Phosphor, Fett sowie die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K. Die appetitliche gold-orange Färbung des Dotters entsteht durch natürliche oder zugesetzte Farbstoffe im Futter. Mehr Vitamine oder Mineralstoffe als ein blasses Dotter hat es nicht.

Eier – ja, aber...

Lange Zeit waren Eier als Cholesterinbomben verpönt. Doch inzwischen geben Experten Entwarnung. Zwar enthält ein Ei mit rund 280 mg Cholesterin fast den Tagesrichtwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) von maximal 300 mg. Doch bei einem Zuviel an Cholesterin in der Nahrung drosselt der Körper die eigene Produktion des Fettbegleitstoffs. Mehr als zwei bis drei Eier pro Woche sollten es laut den Empfehlungen der DGE dennoch nicht sein. Omega-3-Eier enthalten etwas weniger Cholesterin, dafür mehr der Herz-Kreislauf-schützenden Omega-3-Fettsäuren. Einen Freibrief für unbegrenzten Eikonsum gibt es aber nicht. Besser ist es, den Bedarf an Omega-3-Fettsäuren über Fischsorten wie Lachs, Makrele oder Hering, Raps-, Lein- oder Walnussöl zu decken.

Machen Sie den Frischetest

Drei Tage nach dem Legen entwickeln Eier ihr volles Aroma. Am besten schmecken sie innerhalb der nächsten 14 Tage. Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung gibt stets den 28. Tag nach dem Legedatum an. Wer wissen will, wann das Ei ins Nest kam, zieht vom Mindesthaltbarkeitsdatum 28 Tage ab. Spätestens zehn Tage vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum, am besten jedoch unmittelbar nach dem Kauf, gehört das Ei in den Kühlschrank. Gekochte Eier halten dort 1 bis 2 Wochen. Klarheit über die Frische gibt auch der Schwimmtest:

  • In kaltes Wasser gelegt bleiben frische Eier flach am Boden liegen. Nach zwei bis drei Wochen stehen sie senkrecht im Wasser, denn mit zunehmender Lagerdauer vergrößert sich die Luftkammer am stumpfen Ende des Eis.
  • Sind Eier älter als 28 Tage, schwimmen sie an der Oberfläche. Dann sollten sie nur durcherhitzt verzehrt und auf gar keinen Fall roh verwendet werden.  

So schützen Sie sich vor Salmonellen

Neben rohem Fleisch, Geflügel und Fisch sind Eier Hauptinfektionsquelle, besonders wenn sie roh verzehrt oder verarbeitet wurden. Bei Temperaturen unter 7 °C vermehren sich Salmonellen praktisch nicht. Am wohlsten fühlen sie sich zwischen 10 und 40 °C, dann vermehren sie sich explosionsartig. Nur durch Hitze ab 70 °C werden sie abgetötet. Die Kühlung sowie das Erhitzen salmonellenempfindlicher Produkte zählen deshalb zu den wichtigsten Maßnahmen zum Schutz vor Salmonellen:  

  • Verlangt das Kochrezept nach rohen Eiern, sollten diese immer frisch sein.
  • Speisen mit rohen Eiern im Kühlschrank bei unter 7 °C lagern und innerhalb von 24 Stunden verzehren.
  • Frühstückseier in kochendes Wasser legen und mindestens 5 Minuten kochen lassen.
  • Eier mit beschädigter Schale sofort verbrauchen und gut durcherhitzen.
  • Zum Auspusten von Eiern Strohhalme benutzen oder zwischen Lippen und Ei ein Papiertuch legen.  
  • Hygiene in der Küche sollte selbstverständlich sein, zum Beispiel sollten Lappen, Schwämme, Geschirr und Besteck regelmäßig ausgetauscht bzw gründlich gereinigt werden.

Kleine Kraftpakete

Für Immunsystem und Hormonhaushalt: Dotter und Eiklar liefern alle Aminosäuren (Eiweißbausteine), die der menschliche Körper benötigt, um sein Immunsystem zu stärken, seine Muskeln aufzubauen, seine Körperzellen zu reparieren und seinen Hormonhaushalt intakt zu halten. Außerdem stärkt Zink das Immunsystem.

Für Haut und Augen: Außer Vitamin C enthalten Eier auch alle wichtigen Vitamine, vor allem Vitamin A, das Augen und Haut schützt.

Für gutes Aussehen: Eier liefern Biotin für feste Nägel und schönes Haar.

Für langes Durchhalten: Das Eisen im Ei bringt mehr Sauerstoff ins Blut, macht wach und schenkt Ausdauer.

Für die Rundum-Versorgung: Ein mittelgroßes Ei (58 g) liefert viele Nährstoffe:

  • 84 Kalorien
  • 6,7 g Eiweiß
  • 6,2 g Fett (davon 0,9 g mehrfach ungesättigte Fettsäuren, 2,4 g einfach ungesättigte Fettsäuren, 1,9 g gesättigte Fettsäuren)
  • 234 mg Cholesterin
  • 0,3 g Kohlenhydrate
  • 105 µg Vitamin A
  • 0,4 mg Vitamin E
  • 28 µg Vitamin K
  • 40 µg Folsäure
  • 1 µg Vitamin B12
  • 14 µg Biotin
  • 1,2 mg Eisen
  • 783 µg Zink

Noch mehr erfahren...

Was die Kennung über das Ei aussagt, erfahren Sie beim Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V.

Mehr über gesunde Ernährung und die Sicherheit von Lebensmitteln können Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft nachlesen.