Eis – Zwei Kugeln Sommer

Ein Sommer ohne Eis? Unvorstellbar! Doch das schlechte Gewissen isst manchmal mit. Denn richtig gesund ist die süße Leckerei nicht, oder?

Stracciatella, Amarena, Fior di Latte – das hört sich italienisch an. Doch die ersten, die eine geeiste Süßspeise aßen, waren die Chinesen. Sie mischten schon vor mehreren Tausend Jahren einfach Schnee mit Honig und verfeinerten diesen mit Gewürzen. Nach Europa kam das Eis durch die Araber. Sie kannten eine Art Sorbet aus Früchten und Honig, das sie bei ihren Eroberungszügen nach Sizilien brachten. In Deutschland eröffneten vor etwa 100 Jahren die ersten italienischen Eisdielen.

Übrigens: Man kann die sommerliche Leckerei auch zu seinem Handwerk machen. Nach zwei Jahren Lehrzeit ist man Speiseeishersteller und muss im Sommer sehr fleißig sein. Denn große und kleine Naschkatzen wollen die Eiszeit genießen.

Die Klassiker behaupten sich

Jedes Jahr lassen sich die Eismacher neue Rezepturen und Geschmacksrichtungen einfallen, beispielsweise Mascarpone/Pfirsich, Ricotta/Rhabarber, Crème Brûlée, Latte Macchiato oder Frozen Yogurt. Da ist es kaum verwunderlich, dass wir uns laut Statistik knapp acht Liter Eiscreme pro Kopf und Jahr auf der Zunge zergehen lassen. Zum Vergleich: Ein Wassereimer durchschnittlicher Größe fasst etwa 10 Liter. Und egal, welche neuen Sorten in Waffeltüte oder Eisbecher kommen: Vanille, Erdbeer und Schoko sind nach wie vor in aller Munde.

Eissorten: Eiskalte Vielfalt

  • Softeis ist ein aufgeschäumtes Speiseeis. Es wird unmittelbar nachdem es den Gefrierapparat verlassen hat, verkauft. Seine Temperatur beträgt nur minus 6 Grad, die von Speiseeis dagegen minus 18 Grad.
  • Sorbet besteht aus gefrorenem Wasser, das mit Fruchtmark, -sirup, Zucker und Anderem aromatisiert und mit Eischnee oder auch Schlagsahne verfeinert wird. In Italien heißt die beliebte Erfrischung für heiße Sommertage Granita.
  • Milch- oder Joghurteis setzt sich im Wesentlichen aus Milch bzw. Joghurt (mindestens zu 70 Prozent) zusammen und wird dann mit Zuckersirup gesüßt bzw. mit Fruchtmark oder anderen Zutaten aromatisiert.
  • Sahneeis enthält statt Milch flüssige Sahne, die in der Eismaschine beim Gefrieren aufgeschlagen wird. Wird noch Eigelb zugefügt, spricht der Dessert-Experte von Parfait. Durch den hohen Fettgehalt ist Sahne-Eis besonders cremig und aromatisch, aber leider auch sehr gehaltvoll.

Schlecken ohne Reue

Wird Eis in kleinen Mengen und bewusst genossen, spricht nichts gegen die sommerliche Erfrischung.

Sahneeis hat natürlich einen größeren Fettanteil als Wassereis. Dies schlägt allerdings mit mehr Zucker zu Buche. Eine gute Wahl für ein bewusstes Schlemmen ist Eis, das mit Joghurt oder aus einem größeren Fruchtanteil hergestellt wird. Die meisten Eisdielen führen mittlerweile diese gesündere Alternative.

Je nach Portionsgröße und weiteren Zutaten wie Schlagsahne, Schokostreusel, Krokant oder Waffeln kommt die eiskalte Leckerei schnell auf den Kaloriengehalt einer ganzen Mahlzeit. Wenn Sie Eis im Supermarkt kaufen, achten Sie auf die Kalorienangaben. Zum Leidwesen aller Naschkatzen gelten die allerdings meist nicht für die ganze Packung, sondern sind auf 100 Gramm berechnet bzw. für einzelne Portionen.

Für unbeschwerten Genuss: Hygiene beachten

Speiseeis wird aus leicht verderblichen Zutaten hergestellt. Milch, Sahne und Eier sorgen für den guten Geschmack, können aber auch ein Nährboden für Keime und Bakterien sein. Das stellt höchte Ansprüche an die Hygiene. Schließlich möchte sich niemand den Sommer mit einer Salmonelleninfektion verderben. In der Gastronomie gehören Kontrollen zum Standard. Auch im Haushalt sollte einiges selbstverständlich sein:

  • Eis, das leicht angeschmolzen ist, sollte umgehend verzehrt und auf gar keinen Fall wieder eingefroren werden.
  • Speiseeis sollte bei minus 18 Grad gelagert werden. Zwischen Supermarkt und dem häuslichen Tiefkühler sollte die so genannte Kühlkette möglichst nur kurz unterbrochen werden. Eine Kühltasche oder -box leistet gute Dienste.
  • Bei Lactoseintoleranz heißt es, besser auf den Genuss von Sahne-, Soft- und Milcheis verzichten. Ein Blick auf die Zutatenliste gibt Sicherheit.
  • Greifen Sie lieber zu der Wassereis-Variante. Wer nicht den cremigen Geschmack eines Sahneeises missen möchte, für den gibt es seit einiger Zeit lactosefreie Produkte zu kaufen. Auch Sojaeis ist eine gute Alternative.

Eis selber machen

  • Unser Blitz-Eis-Rezept: Einfach in den Deckel ihres Soja- oder lacatosefreien Lieblingsjoghurt einen Plastiklöffel stecken und ab ins Gefrierfach. Und schon nach zwei Stunden können Sie sich ihr Express-Joghurt-Eis schmecken lassen.
  • Lecker und leicht: Etwas aufwändiger, aber die Mühe lohnt sich: Blaubeer-Bananen-Eis und Ice-Pops-Vanille-Schmand (PDF)

Viel Spaß beim Ausprobieren der Rezepte!