Ernährung im Kleinkindalter

Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung von Anfang an ist die beste Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung von Kindern. Grundlegende Ess- und Ernährungsgewohnheiten entwickeln sich schon in der frühesten Kindheit und werden langfristig sowohl durch das Elternhaus als auch durch die Kinderbetreuung entscheidend geprägt.

Wann beginnt man mit der Kleinkindernährung?

Mit dem Ende des ersten Lebensjahres kann schrittweise zur Kleinkindernährung übergegangen werden. Kauen und Schlucken von fester Nahrung werden in dieser Zeit vom Kind erst erlernt. Dabei sind Hilfestellungen und die Förderung der Selbständigkeit notwendig und wichtig.

Die Kinder möchten am Familientisch selbst zugreifen, am Familienessen teilhaben, alles ausprobieren und den „Großen“ am liebsten alles nachmachen. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit und Professor für Pädiatrie an der Universitätskinderklinik in München, sagt dazu: „Jedes Kind is(s)t anders, die einen probieren gerne alles aus, andere Kinder sind eher wählerisch und mögen nicht alle Speisen, die ihnen angeboten werden! Ganz wichtig ist, dass die Kinder Spaß beim Essen haben, gerne zusammen mit anderen am Tisch sitzen und auch ab und zu experimentieren dürfen! Optimal ist es, wenn die Mahlzeiten möglichst zur gleichen Tageszeit und möglichst häufig mit der ganzen Familie stattfinden können. Das Vorbild der Eltern und Betreuungspersonen ist entscheidend und viel Geduld ist gefragt!“

In dieser wichtigen Übergangszeit sollten Eltern ihren Kindern immer wieder neue Speisen ohne Druck anbieten, denn Kinder brauchen Zeit, um sich an einen neuen Geschmack zu gewöhnen.

Welche Lebensmittel eignen sich für Kleinkinder?

Ab dem ersten Geburtstag eignen sich (fast) alle Lebensmittel für Kinder; und Eltern haben die freie Auswahl.

Das Essen für die Kleinsten sollte allerdings nur sehr wenig gewürzt werden und nicht zu süß oder zu fettig sein.

Nicht empfehlenswert sind folgende Lebensmittel:

  • stark angebratene Lebensmittel
  • Fettes oder Frittiertes
  • Alkohol
  • scharfe Gewürze
  • kleine, harte Lebensmittel in Nussgröße wie z.B. Johannisbeeren, Nüsse, Weintrauben, etc. Da sich ein Kind an diesen Lebensmitteln leicht verschlucken kann.

Übergang von der Babynahrung zum Familienessen – ein Beispiel:

Morgens: Das Stillen oder die Säuglingsmilchnahrung geht langsam in ein Frühstück aus Milch und Brot oder Müsli mit feinen Getreideflocken über.

Zwischendurch: Der milchfreie Getreide-Obst-Brei wird durch Zwischenmahlzeiten aus Brot oder Vollkornzwieback mit frischem Obst oder später auch fein zerkleinerter Rohkost ersetzt.

Mittags: Der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei geht in die warme Mahlzeit der Familie über. Allerdings sollte diese Mahlzeit sehr wenig gewürzt sein, lauwarm und zerdrückt. Stückchen sollten in der Kindermahlzeit enthalten sein, damit sich das Kind langsam an richtiges Essen gewöhnen kann.

Abends: Der Milch-Getreidebrei kann in ein Abendessen aus Brot mit Käse oder etwas Wurst, eine Tasse Milch und etwas Rohkost übergehen.

Welche Lebensmittel brauchen Kleinkinder und welche nicht?

Insgesamt sollten Kinder fünfmal pro Tag je ca. 50 bis 60 Gramm Obst oder Gemüse essen, Kartoffeln und Getreide (Brot, Nudeln, Haferflocken) sollten insgesamt ca. viermal am Tag angeboten werden.

Auf drei Mahlzeiten am Tag verteilt sollten Kinder zwischen ein und drei Jahren ca. 300 bis 330ml Milch und Milchprodukte zu sich nehmen, während Fleisch und Wurst nur noch etwa dreimal in der Woche auf dem Speiseplan stehen sollten.

Nur in geringen Mengen (1,5 bis 2 Esslöffel pro Tag) sollten Kleinkinder Öle und Fette essen. Besonders empfehlenswert sind dabei hochwertige Pflanzenöle, die reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind, wie z. B. Raps- und Olivenöl. "Versteckte Fette" kann man nicht immer vermeiden, aber es kann darauf geachtet werden, dass Kinder möglichst wenig davon essen. Sie verbergen sich zum Beispiel oft in Fertiggerichten.

Gleiches gilt für Süßigkeiten, süße Getränke, Brotaufstriche und salzige Snacks. Diese Lebensmittel sollten Kindern nur ganz gezielt und sehr selten (z. B. an Feiertagen) angeboten werden.

Spezielle „Kinderlebensmittel“ sind oft zu süß und zu fett und zählen eher zur Kategorie der Süßigkeiten. Sie sind für eine gesunde Kinderernährung nicht notwendig.

Wieviel und was sollen Kleinkinder trinken?

Trinken ist ganz wichtig für Kinder! Kinder im Alter von einem bis drei Jahren sollte ca. 800 Milliliter Wasser oder ungesüßten Früchtetee pro Tag trinken. Das entspricht ca. fünf Gläsern a 150 Millilitern. Die Getränke sollten Kindern in einer Tasse oder in einem Becher angeboten werden. Auf keinen Fall sollen Kinder süße Limonaden, Fruchtsaftgetränke oder gesüßte Tees trinken! Darin sind nicht nur viele leere Kalorien enthalten, sondern der Zucker schadet auch den Zähnen!