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Herbstzeit ist Kürbiszeit

Rechtzeitig zu Halloween hat der Kürbis seinen großen Auftritt. Aus dem gesunden Gemüse lassen sich nicht nur leckere Gerichte zaubern, sondern auch gruselige Fratzen schnitzen.

Wenn es draußen kälter wird und die Blätter von den Bäumen fallen, ist Hochsaison für die größte Beere der Welt – den Kürbis. Die kugelrunden bis flaschenförmigen Früchte sind wahre Allround-Genies: Das Fruchtfleisch eignet sich für herzhafte oder süß-saure Speisen, die Kürbiskerne zum Knabbern oder zur Ölherstellung und die ausgehöhlten Früchte können zu Grusel-Kürbissen verarbeitet werden. Besonders die nicht essbaren Zierkürbisse sind mit ihren unterschiedlichen Formen und Farben eine Augenweide für jede Herbstdekoration.

Bunte Vielfalt

Derzeit tummeln sich mehr als 800 Kürbissorten von 27 Arten auf dem Markt. Jede von ihnen hat ihren eigenen Geschmack, eine typische Färbung, Form und Oberflächenstruktur. Je nach Lagerfähigkeit unterscheidet man zwischen Sommer- und Winterkürbis.

Sommerkürbisse sind nur kurze Zeit haltbar. Da sie unreif geerntet werden, sind Schale und Kerne noch zart und können mitgegessen werden. Zu den bekanntesten Vertretern zählen die Zucchini und die Patisson-Kürbisse.

Winterkürbisse dagegen sind zum Erntezeitpunkt reif und können über einige Monate gelagert werden. Ihre Schale und ihre Kerne sind hart. Von ihnen werden weltweit am häufigsten die Speise- bzw. Riesenkürbisse (Cucurbita maxima) angebaut, zu denen der Hokkaido gehört, die Garten- oder Arzneikürbisse (Cucurbita pepo L.), sowie die Moschuskürbisse (Cucurbita moschata), zu denen der Butternut zählt.

Die beliebtesten Kürbissorten

Das steckt drin im Kürbis

  • Speisekürbisse sind ideal für die schlanke Linie: Ihr Fruchtfleisch hat nur 24 Kilokalorien pro 100 Gramm, aber einen hohen Gehalt an Provitamin A, Vitamin E und B6, Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen. Besonders die kräftig orangefleischigen Sorten haben es in sich: Sie enthalten bis zu zwölf Mal mehr Provitamin A als Möhren.
  • Kürbiskerne enthalten wertvolles Öl mit einem hohen Anteil an ungesättigten, lebensnotwendigen Fettsäuren. Das nussig schmeckende Kürbiskernöl passt gut zu Salaten und als kulinarisches I-Tüpfelchen in der Kürbissuppe.
  • Anerkannt wirksam sind Kürbissamen bei gutartiger Prostatavergrößerung und nicht bakteriell bedingter Reizblase. Die positive Wirkung auf Prostatabeschwerden geht auf Beta-Sitosterol zurück, das besonders reichlich in den Samen des Arzneikürbis zu finden ist. Das Phytosterin trägt zu einem niedrigen Blutspiegel an Dihydrotestosteron bei, welches für die gutartigen Wucherungen der Vorsteherdrüse verantwortlich ist. Bei der Reizblase scheinen die Inhaltsstoffe in ihrer Gesamtheit kräftigend auf die Blasenmuskulatur zu wirken.

Gruselspaß zu Halloween

Zu Halloween darf ein leuchtender, mit Fratzen verzierter Kürbis nicht fehlen. Dem Brauch nach soll dieser böse Geister abschrecken. Zusammen mit Zierkürbissen, bunten Herbstblättern, Kastanien und Eicheln gibt das eine schöne Herbstdekoration.

Gruselige Kürbisgesichter schnitzen – so geht’s:

Mutter und Tochter schnitzen einen Halloweenkürbis
  • 1. Die Wahl des richtigen Kürbisses: Zum Schnitzen eignen sich gut die sogenannten Halloween-Kürbisse. Der Sammelbegriff steht für verschiedene Sorten wie Neon, Rocket, Spirit oder Aspen. Die Früchte sind relativ groß, besitzen eine schöne leuchtend orangene Farbe und lassen sich gut schneiden. Wichtig: Der Kürbis darf keine Risse, Quetschungen oder Dellen aufweisen. Damit noch Zeit zum Trocknen bleibt, den Kürbis rechtzeitig besorgen.
  • 2. Trocknen: Angeschnittener Kürbis schimmelt schnell. Damit der fertige Halloween-Kürbis möglichst lange hält, sollte der ganze Kürbis vor dem Schnitzen gut trocknen. Dafür am besten acht Wochen vorher den gesäuberten Kürbis an einem trockenen, gut belüfteten Ort lagern.
  • 3. Motiv zeichnen: Mit einem Kugelschreiber das gewünschte Motiv auf den Kürbis malen. Wer sich mit dem Freihandzeichnen schwer tut, kann auch eine Vorlage aus Papier aufkleben und diese nachzeichnen. Dabei nicht den Deckel vergessen. Diesen nicht als runden Kreis aufzeichnen, sondern als Sechs- oder Achteck. Sonst besteht die Gefahr, dass der Deckel später nach innen fällt.
  • 4. Aushöhlen: Zunächst mit einem scharfen Messer den Deckel abschneiden. Anschließend das innere Kürbisfleisch mit einem Löffel oder einem Eisportionierer entfernen, bis nur noch ein zwei Zentimeter dicker Rand übrig bleibt. Das Fruchtfleisch nicht wegwerfen! Daraus lässt sich eine leckere Kürbissuppe kochen.
  • 5. Schnitzen: Nun mit einem scharfen Messer oder Teppichmesser entlang der vorgezeichneten Linien das gewünschte Gesicht ausschneiden. Wem dies zu schwer fällt, kann den Kürbis vorher mit einem Nagel oder einer Nadel entlang der Linien punktieren. Das erleichtert das Schneiden. Nicht vergessen: Ein kleines Loch für das Kabel an der Rückseite des Kürbis bohren, wenn eine Lichterkette verwendet werden soll.
  • 6. Kürbis schützen: Damit der Kürbis lange hält, nach dem Schnitzen mit Essigwasser waschen und gut trocknen. Anschließend schützt eine Schicht Haarspray außen und innen aufgetragen vor eindringender Feuchtigkeit. Wieder gut trocknen lassen. Den Kürbis anschließend draußen im Kühlen aufstellen und etwas Sägemehl ins Innere streuen. Das saugt überschüssige Feuchtigkeit auf.
  • 7. Beleuchtung: Eine Kerze in einem Windlicht, ein batteriebetriebenes Teelicht, eine Taschenlampe oder eine Lichterkette lassen den Kürbis zum Leuchten bringen.

Kürbis bemalen – kinderleicht:

Mit Gesichtern bemalte Kürbisse

Nicht jeder traut sich zu, mit dem Schnitzmesser zu arbeiten. Einfacher, schneller und auch für Kinder geeignet ist das Bemalen der großen Beeren. Weil die Kürbisse dabei ganz bleiben, halten sie auch länger. Einfach mit schwarzen, weißen und bunten wasserfesten Farbstiften Gesichter auf den ganzen Kürbis aufmalen. Zusätzlich kann der Kürbis mit Filz, Tonpapier, Klebeband, Sisal, Augen oder anderen Materialien nach Lust und Laune beklebt werden. So entstehen schnell gruselige Halloweengesichter, schwarze Fledermäuse, weiße Gespenster oder lustige Tiere. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.