Arbeiten bei Hitze: Wenn's im Job heiß hergeht

Wer kennt das nicht: Das Thermometer steigt auf 35° C und die Luft steht förmlich. Südliche Länder sind auf die heißen Monate eingerichtet. Dann wird eine lange Mittagspause von zwei bis drei Stunden eingelegt und dafür bis in die Abendstunden gearbeitet. In unseren Breiten ist das eher die Ausnahme und aus vielerei Gründen auch kaum realisierbar. Also heißt es, sich auf die sommerlichen Temperaturen einzustellen.

Drinnen frisch bleiben

Bereits ab Temperaturen von 25° C sinkt die Leistungsfähigkeit. Das macht sich mit Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Kreislaufproblemen bemerkbar. Die Arbeitsstätten-Verordnung verpflichtet den Arbeitgeber, für eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur zu sorgen und Arbeitnehmer gegen direkte Sonneneinstrahlung zu schützen. Doch auch jeder selbst kann einiges dafür tun, um gut durch den hochsommmerlichen Arbeitstag zu kommen, zum Beispiel:

  • Eine Abkühlung erreichen Sie durch intensive Querlüftung in den Nacht- oder frühen Morgenstunden. Vergessen Sie nicht, anschließend Fenster und Oberlichter gut gegen eindringende Sonnenstrahlen abzuschirmen.
  • Eine kleine Abkühlung zwischendurch bietet der Wasserhahn: Halten Sie dabei die Handflächen nach oben und lassen kaltes Wasser darüber laufen. Das bringt den Puls wieder etwas in Schwung. Feuchte Tücher im Nacken oder noch besser Eiswürfel kühlen Sie auch ein wenig ab und lindern Kopfschmerzen.
  • Als Muntermacher hat sich auch Eisgel für die Füße bewährt. Legen Sie Wert auf bequemes Schuhwerk und falls es möglich ist, laufen Sie in der Mittagspause barfuss über eine Wiese.

Vorsicht Klimaanlage

Zu heiße Räume lassen sich durch Klimaanlagen kühlen. Doch Vorsicht: Was als angenehm empfunden wird, ändert sich schnell ins Gegenteil. Der Temperaturunterschied zwischen draußen und drinnen sollte deshalb maximal 6 Grad betragen, sonst droht beim Gang ins Freie nicht selten eine Sommergrippe oder ein Hitzeschock.

Auch mobile Klimageräte sorgen für Abkühlung. Die Kühlleistung der Geräte sollte pro Quadratmeter der Grundfläche des jeweiligen Raumes höchstens 80 Watt betragen. Platzieren Sie das Gerät außerdem so, dass Zugluft vermieden wird. Sonst verlassen die Mitarbeiter das klimatisierte Büro mit steifem Hals, dicker Erkältung oder Bindehautentzündung!

Auch draußen cool bleiben

Wer oft unter freiem Himmel arbeitet, wird bei schönem Wetter um seinen Job beneidet. Doch bei hochsommerlichen Temperaturen kann das tägliche Arbeitspensum recht belastend sein. Ein paar Dinge helfen, die Hitze besser zu überstehen:

  • Arbeitsbekleidung sollte leicht und langärmlig sein. T-Shirt, Hemden und Hosen bieten Schutz. Bequeme Schnitte und Textilien mit UV-Schutz sorgen dafür, dass die Kleidung auch tatsächlich getragen wird.
  • Auch in Branchen, in denen keine Helmpflicht besteht, sollte man niemals auf eine Kopfbedeckung verzichten. Helm, Sonnenhut oder Kappe schützen vor der intensiven Sonneneinstrahlung. Das ist ganz besonders wichtig für alle, bei denen die Haare dünner sind.
  • Eine Sonnenbrille ist bei der Arbeit im Freien ein absolutes Muss. Am besten, Sie lassen sich von einem Optiker beraten. Achten Sie auf beim Kauf auf Passgenauigkeit, Seitenschutz, und Sonnenschutzfilter.

Vorsicht Sonne

Absolute Pflicht für alle, die im Freien arbeiten, sind Sonnenbrille, Sonnencreme und Kopfbedeckung. Die Sonnencreme sollte gut haftend und wasserfest sein und einen hohen Licht- und Breitbandschutz bieten. Beim Eincremen gilt: regelmäßig und klotzen statt kleckern! Das muss nicht teuer sein, denn auch preiswerte Sonnencremes schützen.

  • Produkt mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor (LSF) verwenden und alle unbedeckten Stellen des Körpers eincremen.
  • Sonnenschutzmittel rechtzeitig auftragen - die Wirkung setzt erst nach etwa 30 Minuten ein - und im Laufe des Tages nachcremen
  • Ausreichend Sonnenschutzmittel auftragen - um den angegebenen Lichtschutzfaktor tatsächlich zu erreichen, sollten es schon 30 ml Creme für den ganzen Körper sein – das ist in etwa so viel, wie in ein Schnapsglas passt.

Vier Tipps, um die Arbeitszeit sommerlich zu gestalten

  • Sonnenschutz nicht vergessen: Sie arbeiten im Freien? Dann brauchen Sie ausreichend Sonnenschutz - nicht erst gegen Mittag. Falls möglich - arbeiten Sie unter einem Sonnensegel.
  • Öfter kleine Pausen machen: Sorgen Sie häufiger als sonst für kleine Ruhepausen zum Abkühlen und Erholen. 
  • Sommerliches Timing: Organisieren Sie die Arbeitsabläufe so, dass schwere körperliche Arbeit in den frühen Morgenstunden oder gegen Abend erledigt werden können.
  • Gleit- und Kernzeit: Legen Sie die Zeiten so, dass eine Verlegung der Arbeit in die kühleren Morgenstunden möglich ist. Dann ist zudem die Ozonkonzentration geringer.

Trinken kühlt

Das Wichtigste bei tropischen Temperaturen ist trinken, mindestens 2,5 Liter am Tag. Ideale Durstlöscher sind nicht zu kalte, alkohol- und koffeinfreie Getränke:

  • Mineralwasser mit wenig Kohlensäure
  • zimmerwarmer Pfefferminztee oder ein geschmackvoller Kräutertee
  • verdünnte Fruchtsäfte

 

Noch mehr Tipps zur Ernährung zwischen Frühstück und Feierabend finden Sie in unserer Ratgeber-Kategorie Ernährung.

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