Erste Hilfe kann jeder!

Es sind nur ein paar Handgriffe, die ein Leben retten können. Doch viele Menschen trauen sich nicht, am Unfallort Erste Hilfe zu leisten. Weil der Kurs lange zurückliegt, weil die Angst vor Fehlern groß ist. Dabei kann jeder helfen – wir erklären wie.

Mund-zu-Mund-Beatmung, stabile Seitenlage, Rettungsgriff – erinnern Sie sich noch? Richtig! Da war doch was im Erste-Hilfe-Kurs. Doch der dürfte bei den meisten von uns schon etwas längere Zeit zurückliegen. Und wahrscheinlich mussten die wenigsten ihre theoretischen Kenntnisse je in der Praxis anwenden – zum Glück. Trotzdem: Es kann jeden von uns treffen, jederzeit. Ob als Unfallopfer, das auf Erste Hilfe angewiesen ist. Ob als Mitreisender oder zufällig Vorbeikommender, der diese Hilfe leistet, da der Rettungsdienst gar nicht so schnell vor Ort sein kann.

Aufgaben eines Ersthelfers

Vor Fehlern muss niemand Angst haben. In Deutschland wurde noch niemand verurteilt, weil er am Unfallort etwas falsch gemacht hat. Wohl aber, weil er überhaupt nicht geholfen hat. Und eines kann wirklich jeder leisten, egal wie lange der Erste-Hilfe-Kurs zurückliegt: Einfach als Mensch für den anderen da sein, Nähe und Zuwendung geben und ihn betreuen, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Treffen Sie auf eine Notfallsituation, verschaffen Sie sich am besten zunächst einen kurzen Überblick über die Situation. Zum Beispiel gilt es nach einem Verkehrsunfall, die Unfallopfer – genauso wie sich selbst und andere Menschen im Umfeld – vor weiteren Gefahren zu schützen und die Unfallstelle abzusichern.

Unabhängig von der spezifischen Notfallsituation gibt es die folgenden vier Basis-Maßnahmen, mit denen Sie immer richtig liegen:

  1. Atmung, Puls und Körpertemperatur checken
    So kontrollieren Sie, ob ein Bewusstloser noch atmet: Halten Sie die eigene Wange an Mund und Nase des Verletzten und prüfen so, ob sie den Atem auf der Haut spüren. Hebt und senkt sich der Brustkorb?
    Ist jemand bewusstlos, atmet aber regelmäßig, ist die stabile Seitenlage angezeigt. Bei einem drohenden Schockzustand gilt: Füße hoch. So werden Herz und Gehirn weiter mit Blut versorgt.
    Sind weder Kreislauf noch Atmung vorhanden, müssen Wiederbelebungsmaßnahmen wie Herzdruckmassage und Atemspende eingeleitet werden. Dazu drücken Sie im Wechsel 30-mal auf den Brustkorb des Verletzten und beatmen ihn 2-mal über den Mund oder die Nase.
  2. Rettungsdienst unter 112 informieren
    Folgende Angaben sind hilfreich:
    Wo ist es passiert?
    Was ist passiert?
    Wie viele Verletzte/Erkrankte gibt es?
    Wie ist ihr Zustand – sind sie ansprechbar, bewusstlos oder atmen sie vielleicht nicht mehr?
    Welche Verletzungen/Erkrankungen können Sie entdecken?
  3. Den Betroffenen vor Wärmeverlust schützen
    Versuchen Sie, dem Unfallopfer mit einer Rettungsdecke oder einer zusätzlichen Jacke Wärme zu spenden. Denn wenn die Körpertemperatur sinkt, sinken auch die Überlebenschancen. Das Umhüllen mit einer Rettungsdecke hat beschützende und beruhigende Wirkung.
  4. Trösten und betreuen
    Durch Ihre Zuwendung nehmen Sie dem Betroffenen die Angst und stärken seine Vitalfunktionen – selbst bei einem Bewusstlosen.

Sicherheit durch Auffrischung

Regelmäßige Auffrischungskurse geben Sicherheit in Sachen Erster Hilfe. Nutzen Sie dazu eines der zahlreichen Vor-Ort-Angebote von ASB, DRK, Johannitern oder anderen Organisationen.

Unterstützung per App

Eine Alternative ist eine Erste-Hilfe-App fürs Smartphone, die im Fall der Fälle schnell zur Hand ist. Beispielsweise stellen die Malteser kostenlos eine leicht verständliche und praxisnahe Version bereit. Interaktiv wird der Nutzer zu den richtigen Notfallmaßnahmen geführt. Mit Bildern und kurzen Texten werden die wichtigsten Handlungen Schritt für Schritt erklärt. Wer merkt, dass er nicht mehr sicher ist, kann sich zudem gleich online für einen Erste-Hilfe-Kurs in seiner Nähe anmelden. Passend zur Postleitzahl sucht die Anwendung den nächstgelegenen Kurs. Hier geht's zur App: https://www.malteser.de/kursangebote/erste-hilfe/erste-hilfe-app.html