Gesunde Füße – da stehen wir drauf

Unsere Füße spielen eine tragende Rolle. Auf ihnen geht es während unseres Lebens im Schnitt rund viermal um den Erdball. Trotzdem schenken wir ihnen meist nur wenig Beachtung. Bis sie sich früher oder später bemerkbar machen. Doch Fußproblemen lässt sich vorbeugen – wir zeigen wie.

Technisches Wunderwerk und sensibles Organ - unsere Füße sind beides. Dazu ein paar Fakten: 26 Knochen, die über 33 Gelenke miteinander verbunden sind; über 100 Bänder, die das Ganze zusammenhalte; 20 Muskeln, die mit ihren starken Sehnen für Bewegung und festen Stand sorgen. Und eine Vielzahl von Nerven im Zusammenspiel mit Haut, Muskeln und Sehnen.
Untersuchungen belegen allerdings, dass etwa 30 Prozent der Erwachsenen unter Problemen mit ihren Füßen leiden. Und ist die Basis nicht in Ordnung, hat das Auswirkungen auf den gesamten Körper. Knie- und Hüftbeschwerden, Rücken-, ja sogar Kopfschmerzen können ihren Ursprung in Senk-, Spreiz- oder Knickfüßen haben.

Damit der Schuh nicht drückt

Oberstes Gebot: Der Schuh muss sich nach dem Fuß richten – nicht umgekehrt. Das heißt: Er muss in Länge und Breite passen. Vor allem die Zehen brauchen Freiraum und die Ferse muss fest umschlossen sein. Zusätzlich unterstützen ein richtiges Fußbett sowie eine flexible und flache Schuhsohle das möglichst natürliche Abrollen beim Gehen. Das bedeutet keineswegs, dass "Frau" nicht bei besonderen Anlässen auch mal auf hohen Hacken unterwegs sein darf. Vorausgesetzt, Fußgymnastik und so oft wie möglich alltagstaugliches Schuhwerk sorgen für den notwendigen Ausgleich.
Allerdings hat das Deutsche Schuhinstitut herausgefunden, dass etwa 80 Prozent der Deutschen Schuhe tragen, die ihnen nicht richtig passen:

  • Zu große Schuhe geben dem Fuß keinen Halt beim Abrollen.
  • In zu kleinen Schuhen werden die Füße gequetscht und eingeschränkte Zehen können zu Durchblutungsstörungen in den Beinen führen.  

Besonders wichtig sind passende Schuhe bei Kindern: Ihre Knochen sind noch weich und daher verformbar. Vor allem zu kleine Schuhe können leicht Fußfehlstellungen verursachen. Eltern sollten regelmäßig die Schuhgröße ihrer Kinder prüfen, da die Füße schnell wachsen. Vor jedem Schuhkauf ist es ratsam, die Füße in einem Fachgeschäft vermessen zu lassen, um die richtige Länge und Weite zu ermitteln. Die Daumenprobe an der Schuhspitze funktioniert bei Kindern nicht zuverlässig, da sie aus Reflex die Zehen einziehen.

Wer unter Senk-, Platt- oder Spreizfüßen leidet, für den können unter Umständen spezielle Einlagen eine passende Lösung sein. Werden diese vom Arzt verordnet, übernimmt die IKK classic im Rahmen des Sachleistungsprinzips die Kosten in Höhe des gesetzlich vorgeschriebenen Festbetrags.

Öfter mal die Schuhe ausziehen

Nicht nur Kinder sollten diese Empfehlung der Orthopäden beherzigen. Denn wer barfuss unterwegs ist, trainiert seine Füße. Inzwischen gibt es in zahlreichen Städten spezielle Barfuss-Parks oder -pfade. Hier kann man seinen Füßen eine Auszeit vom Schuhalltag gönnen. Beim Gang über unterschiedliche Materialien, zum Beispiel Sand, Kieselsteine, Gras oder Tannenzapfen, werden Muskulatur und Durchblutung auf Trab gebracht.  

Wichtig für Barfussläufer

  • Die Füße langsam an die ungewohnte Belastung gewöhnen: Zu Beginn über weichen Untergrund gehen. Schotter- und Kieselwege sind etwas für Fortgeschrittene.
  • Augen auf bei jedem Schritt: Passen Sie auf, wo Sie hintreten, um Verletzungen, wie zum Beispiel Schnittwunden oder Insektenstiche beim Gang über eine Wiese zu vermeiden. Es empfiehlt sich, immer ein Pflaster in der Tasche zu haben. Denken Sie auch an die Tetanus-Impfung und deren Auffrischung.
  • Für Diabetiker gilt: Barfuss laufen trainiert die oft beeinträchtigte Sensibilität der Füße und fördert die Durchblutung. Sie sollten aber nur absolut einwandfreie saubere Strecken wählen. Schuhe mit Barfussgefühl sind eine gute Alternative für alle, die sich vor Verletzungen schützen möchten.

Wichtig: Das Fußklima

Durch die zahlreichen Schweißdrüsen an der Fußsohle führt starkes Schwitzen bei etlichen Menschen zu den gefürchteten Schweißfüßen. Und wo es feucht und warm ist, fühlt sich der Fußpilz wohl – besonders zwischen den Zehen. Die juckende und schuppige Haut ist ein Fall für den Hautarzt, damit nicht noch ein Nagelpilz die Folge ist.  

Deshalb sollten Sie

  • die Füße nach dem täglichen Fußbad (oder nach derm Duschen) immer gründlich auch zwischen den Zehen abtrocknen,
  • die Strümpfe täglich wechseln und Schuhe nach dem Tragen einen Tag auslüften lassen, 
  • in Schwimmbädern und Hotels niemals barfuß laufen.

Diabetikerfüße brauchen mehr

Etwa sieben Prozent der Diabetiker leiden unter einem „diabetischen Fuß“. Darunter versteht man verschiedene Fußschäden, die durch Diabetes entstehen. Häufigste Anzeichen sind Schädigungen der Nerven und Durchblutungsstörungen. Der Alptraum für jeden Diabetiker: die Amputation. Doch so weit muss es nicht kommen. Wer ein paar einfache, eigentlich selbstverständliche Grundregeln regelmäßig berücksichtigt, beugt Fußschäden wirkungsvoll vor.

Die tägliche Pflege der Füße ist kein Luxus, sondern sollte so selbstverständlich wie das Zähneputzen sein. Sinnvoll sind auf die Bedürfnisse von Diabetikern abgestimmte Fußpflegeprodukte. Lassen Sie sich in der Apotheke oder bei Ihrem Fußpfleger beraten. Eventuell entstandene Hühneraugen gehören in die Hände eines Podologen.

Regelmäßige Fußgymnastik verbessert Durchblutung und Beweglichkeit der Füße. Kreisende Bewegungen, Geschicklichkeitsübungen oder das Krallen und Strecken der Zehen sind nur einige Möglichkeiten.

Die Schuhe aus weichem Leder dürfen nicht drücken und müssen Ihren Füßen ausreichend Platz lassen – in der Höhe, Breite und Länge. Prüfen Sie auch das Innere auf störende Nähte, Ösen und Verhärtungen oder Beschädigungen. So lassen sich Druckstellen vermeiden.

Diese Schuhe passen

  • Angaben genügen nicht: Je nach Hersteller und Modell fallen die Schuhe oft unterschiedlich aus. Deshalb nie nach Größenangaben kaufen, sondern Zeit zum Anprobieren nehmen. Bei Rechtshändern ist meist der rechte Fuß größer, bei Linkshändern der linke. Deshalb immer das Paar, nicht nur einen einzelnen Schuh anprobieren.
  • Füße dehnen sich: Die Füße werden mit zunehmenden Alter länger und breiter. Die Schuhgröße kann sich im Laufe des Lebens also verändern.
  • Tageszeit ist wichtig: Die Füße schwellen im Laufe des Tages an. Am besten kauft man Schuhe abends oder läuft vorher ein Stück, damit die Füße vor der Anprobe etwas geschwollen sind.
  • Das richtige Maß: Lassen Sie Ihre Füße von einem Fachmann ausmessen. Das hilft nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen beim Schuhkauf.