Masern

Deutschland erlebt derzeit wieder eine Masernwelle. Laut Robert Koch-Institut (20. KW.) wurden die meisten der bislang 634 Fälle in Nordrhein-Westfalen (361 Patienten) verzeichnet, aber auch Hessen mit 64 und Sachsen mit 65 gemeldeten Erkrankungen sind darunter.

Doch nicht immer geht eine Masernerkrankung glimpflich ab, denn Komplikationen wie eine Hirnhaut-, Lungenentzündung oder andere schwere Verläufe können das Leben bedrohen. Bereits seit 1991 empfiehlt die Ständige Impfkommission eine erste und zweite Masern-Impfung mit dem Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) für alle Kinder und Jugendliche.

Sehr schnell wurde festgestellt, dass zwar etwa 95 Prozent der Geimpften nach nur einer Impfung lebenslang geschützt sind, aber eben nicht 100 Prozent. Diese Impflücke wird durch die zweite MMR-Impfung fast vollständig geschlossen. Zudem rät die STIKO bereits seit sieben Jahren zur Masernimpfung für nach 1970 geborene Erwachsene, die in der Kindheit nur einmal oder gar nicht geimpft wurden.

Viele Kinder werden aber immer noch zu spät geimpft, mit 11 Monaten sollte bereits die erste Impfung erfolgen und fehlende Impfungen bei Jugendlichen und Erwachsenen ergänzt werden. Wer sich nicht sicher ist, ob er ausreichend gegen Masern geschützt ist, sollte sich an den Hausarzt oder das Gesundheitsamt wenden. Denn auch nach Kontakt zu einem Masernpatienten kann die Impfung, wenn sie rasch gegeben wird, die Krankheit verhindern oder zumindest den Verlauf deutlich abschwächen.

Bevor man in den 1970er-Jahren mit der Masernimpfung begonnen hat, zirkulierte das extrem ansteckende Masernvirus stark in der Bevölkerung. Deshalb haben die vor 1970 Geborenen die Masern nahezu alle durchgemacht und benötigen deshalb gemäß STIKO-Empfehlung auch keine Impfung mehr.