Reiselust statt Ferienfrust

Ob Aktivurlaub oder Erholung am Strand, ob der Deutschen liebste Insel oder die ganz große Fernreise: Damit Sie die Urlaubszeit entspannt und vor allem gesund genießen können, sollten Sie sich etwas Zeit für eine gute Vorbereitung nehmen.

Viele Menschen empfinden die schönste Zeit des Jahres eher als Stress denn als Entspannung. Urlaubsstress verursachen nicht nur die Staus auf der Autobahn, schlechte Hotels und mieses Wetter. In erster Linie erwarten die Reisenden zu viel von ihrem Urlaub: Um Urlaubstage zu sparen, geht es am liebsten vom Schreibtisch direkt zum Flughafen und im Urlaub soll dann alles harmonisch sein... Machen Sie sich von solchen unrealistischen Erwartungen frei – Sie werden angenehm überrascht sein.

Es ist eine gesellschaftliche Konvention, dass Urlaub schön zu sein hat, und je teurer die Reise ist, desto schöner muss sie werden. Darunter versteht jeder etwas anderes. Deshalb liegt ein großes Stresspotenzial auf der menschlichen Ebene. Wenn man sich dessen bewusst ist, kann man sich dagegen wappnen.

Kein Stress im Urlaub

Generell verspricht ein Mix aus Erlebnissen und Ruhe den besten Erfolg, um Kraft zu tanken. Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers, um sich nicht zu über- oder unterfordern. Komplett durchgeplante Ferientage bringen nur selten den gewünschten Erholungseffekt. Urlauber erliegen oft dem Trugschluss, dass sie die kostbaren Tage nicht verschwenden dürfen und möglichst viel erleben müssen. Dabei sollte das Wort Urlaub für „Erlauben“ stehen. Das heißt, sich etwas zu leisten, wofür sonst keine Zeit ist, wie spazieren gehen, lesen und gemütlich essen. Auch Nichtstun ist sinnvoll genutzte Zeit, um sich zu erholen.

Wer gemeinsam verreist, muss sich darüber im Klaren sein, dass die Mitreisenden nicht plötzlich andere Menschen sind, sondern weiterhin ihre Eigenarten haben. Beruf und Haushalt geben dem Alltag Strukturen und ermöglichen es, sich aus dem Weg zu gehen. Viele Menschen können nicht damit umgehen, so viel Zeit auf oft engstem Raum miteinander zu verbringen. Bisher unterdrückte Probleme in der Partnerschaft brechen offen aus und Paare fallen sich nach kurzer Zeit auf die Nerven. Angeblich wird jede dritte Scheidung nach einem Urlaub eingereicht.

Wenn Männer sonst wenig in den familiären Alltag eingebunden sind, fühlen sie sich vielleicht überfordert, sich jetzt um Kinder und Ausflüge zu kümmern. Und auch der Urlaub mit Freunden kann zu Krisen führen, wenn sich herausstellt, dass Lebensgewohnheiten und Interessen zu verschieden sind. Hier geraten oft schon Morgenmuffel und Frühaufsteher aneinander.

Kein Wunder, dass mancher den Urlaub als anstrengend erlebt und froh ist, wieder zu Hause zu sein. Dagegen hilft nur eine sinnvolle Planung der Reise, in die sich alle einbringen sollten – mit gemeinsam verbrachter Zeit und individuellen Freiräumen. Es gibt kein Patentrezept für einen erholsamen Urlaub. Aber wenn die Reisegruppe vorher bespricht, welche Wünsche jeder hat, dann finden sich Reiseziele und Aktivitäten, die allen gerecht werden. Übrigens: Mit Humor und Toleranz lassen sich viele Klippen entspannt umschiffen.

Und selbst, wenn die Unterkunft nicht dem überschwänglichen Reiseprospekt entspricht und der Sonnenschein mal Pause macht: Bleiben Sie gelassen und machen Sie das Beste daraus.

Tipps gegen Urlaubsstress: Vor und nach der Reise

  • Zu Hause: Vermerken Sie auf einer Liste alles, was zu tun und zu besorgen ist: Zum Beispiel Briefkasten leeren, Reisegepäck auf Vordermann bringen, Update fürs Navi, Reiseapotheke bestücken und Sonnenschutz nicht vergessen. Bei Fernreisen planen Sie ausreichend Zeit für Schutzimpfungen und aktuelle Pässe ein. Unsere Urlaubschecklisten helfen Ihnen, an alles Wichtige zu denken!
  • Im Job: In der Woche vor Urlaubsbeginn gilt: Möglichst wenig zeitintensive Termine und keine neuen Projekte. Stattdessen arbeiten Sie Dringendes noch ab. Ideal für die Übergabe an die Vertretung ist der vorletzte Arbeitstag.
  • In Ferienstimmung kommen: Auch wenn Urlaubstage kostbar sind: Gönnen Sie sich nach Möglichkeit vor Reiseantritt noch ein oder zwei Tage zu Hause. Abschalten, entspannt Kofferpacken und einfach die Vorfreude genießen.
  • Wieder zu Hause: Klingt ungewöhnlich, funktioniert aber: Falls möglich, sollte Ihr erster Arbeitstag nach dem Urlaub ein Freitag sein. So lässt sich allmählich in den Alltag starten.

Gesunde Reise - gute Reise

Es gibt keinen Grund, sich mit übertriebener Hygiene und unnötige Sorge um die Gesundheit den Urlaub verderben zu lassen sollte. Ein paar einfache Grundregeln passen in jeden Urlaub.

Wer bereits zu Hause auf seinen Impfschutz achtet, spart sich auf jeden Fall einige Hektik bei der Urlaubsvorbereitung. Denn für die meisten Reiseländer reichen diese Immunisierungen aus.

Für Fernreisende und Rucksacktouristen gilt: Informieren Sie sich rechtzeitig über die Lebens- und Umweltbedingungen Ihres Reiselandes und lassen Sie sich ärztlich beraten. Sinnvollerweise sollten Sie etwa vier bis sechs Wochen vor der Abreise die nötigen Impfungen bei Ihrem Hausarzt vornehmen lassen. Aber auch wenn Sie kurz entschlossen eine Last-Minute-Reise gebucht haben, sind Impfungen noch möglich. Die IKK classic übernimmt die Kosten für die empfohlenen Reiseschutzimpfungen

Außerdem: In Badezimmern, öffentlichen Wasch- und Umkleidekabinen und Hotelzimmern immer Badeschuhe oder Hausschuhe tragen.

Knapp die Hälfte aller Fernreisenden und rund ein Sechstel aller Reisenden nach Südeuropa sind schon einmal Opfer von „Montezumas Rache“ (sprichwörtlich für Reisedurchfall) geworden. Die unerwünschte Reisebekanntschaft lauert immer wieder Urlaubern auf und zwingt sie, in den wohlverdienten Ferien zu Dauersitzungen auf dem stillen Örtchen.

Ursache sind meist ungewohntes Essen, fremdes Klima und ein geringerer hygienischer Standard. Das Risiko zu erkranken ist in subtropischen oder tropischen Ländern erheblich höher als in unseren Breiten. Es lässt sich jedoch deutlich senken, wenn einige Regeln beachtet werden:

  • Da Leitungswasser eine häufige Infektionsquelle ist, sollten Sie für die Zubereitung von Kaffee oder Tee nur abgekochtes Wasser verwenden. Zum Zähneputzen eignet sich Mineralwasser.
  • Achten Sie bei Getränken aus Dosen oder Flaschen darauf, dass der Verschluss unversehrt ist und erst vor Ihren Augen geöffnet wird. So können Sie sicher sein, dass sich darin kein Leitungswasser befindet.
  • Verzichten Sie lieber auf Eiswürfel, vor allem dann, wenn sie aus ungekochtem Wasser hergestellt wurden. Dies kann man daran erkennen, dass sie trüb und nicht klar sind.
  • Vorsicht ist auch beim Essen angebracht. Meiden Sie Eis und Speisen mit rohen Eiern. Rohes Fleisch, Hackfleisch und roher Fisch können neben Bakterien und Viren auch Würmer oder Trichinen enthalten.
  • Bei Obst und Gemüse fahren Sie am besten mit der englischen, noch aus der Kolonialzeit stammenden Regel: „Peel it, cook it or forget it!” („Schäl es, koch es oder vergiss es!“).
  • Auch wenn regionale Snacks locken, verzichten Sie besser auf Speisen, die auf offener Straße verkauft werden.

Man muss nicht unter Flugangst leiden, um sich bei einem längeren Flug unwohl zu fühlen. Trockene Luft, kaum Bewegungsmöglichkeiten und die körperlichen Belastungen in der Flughöhe machen vielen zu schaffen. Doch dies lässt sich meist mit ein paar einfachen Tricks in den Griff bekommen.

Denken Sie während eines Fluges daran, ausreichend zu trinken und nehmen Sie am besten keine alkoholischen Getränke oder Kaffee zu sich.

Trockene Luft und niedriger Druck im Flugzeug begünstigen einen Flüssigkeitsverlust – das Blut wird buchstäblich dicker. Wenn möglich, bewegen Sie sich im Flugzeug oder machen an Ihrem Platz Muskelübungen, um einer Thrombose vorzubeugen. Hilfreich: Die Füße hin und wieder kreisen lassen und die Fußspitzen abwechselnd anziehen und strecken; die Wadenmuskulatur anspannen und lockern, die Beine leicht massieren. Ideal während des Fluges ist Bekleidung, die nicht zu eng anliegt. Wer viel fliegt, investiert vielleicht sogar in spezielle Strümpfe.  

Denken Sie auch an Mittel gegen Reisekrankheit, beispielsweise in Form von Kaugummis.

Wer ständig Medikamente benötigt – zum Beispiel als Diabetiker – sollte diese im Handgepäck mitnehmen. Informieren Sie sich rechtzeitig bei der Fluggesellschaft über die Sicherheitsbestimmungen. Bei Bedarf stellt Ihnen Ihr Arzt eine entsprechende Bescheinigung aus. Ohnehin sollte jeder, der an einer Erkrankung leidet, seine Reisepläne mit dem Arzt besprechen. Das vermeidet Enttäuschung und gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Am Urlaubsort angekommen möchte man sich am liebsten sofort in Aktivitäten stürzen, um die Urlaubszeit intensiv zu nutzen. In vielen Reiseländern ticken die Uhren allerdings langsamer als in Deutschland. Lassen Sie sich darauf ein.

  • Nutzen Sie die Klimaanlage zurückhaltend, so gewöhnt sich Ihr Körper schneller an die Temperaturen am Urlaubsort. Ein ständiger Wechsel zwischen warmen und kalten Temperaturen erhöht zudem die Infektionsanfälligkeit. Machen Sie es wie die Einheimischen, vermeiden Sie Anstrengung währen der heißen Mittagsstunden.
  • Ungewohnte körperliche Belastungen und ungewohntes Klima sind keine erholsame Kombination. Gehen Sie sportliche Aktvitäten am besten allmählich an.
  • Unterschätzen Sie auch nicht den Flüssigkeits- und Salzverlust in warmen Klimazonen, der zu Abgeschlagenheit und Verstopfung führen kann. Als Faustregel gelten zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag in Form von Mineralwasser, Kräutertee oder Saftschorlen.