Sonnenschutz: Sonne tanken, aber richtig!

Sonnenschein setzt Glückshormone frei und macht gute Laune. Die Vorstellung, dass gebräunte Haut gesünder und attraktiver aussieht, besiegt oft die Vernunft. Dennoch sollten Sie gerade im Sommer darauf achten, wann und wie lange Sie Ihre Haut der Sonne aussetzen - ob im Urlaub oder auch Zuhause auf dem Balkon, im Garten oder im Freibad.

Wer schon einmal einen Sonnenbrand hatte, kennt auch die Schattenseiten: Die Haut ist heiß, rot und extrem empfindlich, der Spaß am Sommer erst einmal verdorben. Und nicht nur das: Mit jedem Sonnenbrand erhöht sich auch das Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Das macht sich oftmals erst nach vielen Jahren bemerkbar. Wir haben den Sonnenbrand dann längst vergessen, unsere Haut aber nicht.

Nehmen Sie besser rechtzeitig Ihre Haut in Schutz – schon ein paar einfache Regeln und eine Sonnencreme, die zum Hauttyp passt, bringen Sie mit heiler Haut durch den Sommer.

Eine Frage des Typs

Haut ist nicht gleich Haut. Sie sollten möglichst Ihre persönliche Sonnenempfindlichkeit korrekt einschätzen und den richtigen Lichtschutzfaktor (LSF) verwenden. Nur so beugen Sie einem Sonnenbrand und seinen Folgen vor. Hier kann die ärztliche Beratung beim Haut-Check sehr hilfreich sein.

Wer empfindliche Haut hat, die zu Sonnenbrand neigt, schützt sich am besten mit LSF 30 oder höher. Wer eher dunkle, unempfindliche Haut hat oder bereits vorgebräunt ist, kommt mit einem mittleren Schutz (etwa LSF 20) aus. Greifen Sie im Zweifel lieber zum höheren Lichtschutzfaktor.

Doch nicht nur Hauttyp und Hautfarbe beeinflussen die Wirkung des Lichtschutzfaktors. Auch die Intensität der Sonneneinstrahlung spielt eine Rolle. Je näher man sich am Äquator befindet, umso intensiver ist die Sonnenstrahlung. Deshalb sollte der LSF entsprechend der geographischen Lage des Urlaubslandes angepasst werden.

Der Hauttyp wird übrigens genauso vererbt wie beispielsweise die Augenfarbe. Ein keltischer, also blasser Typ tut sich nichts Gutes, wenn er um jeden Preis wie ein mediterraner aussehen möchte. Er riskiert nur einen Sonnenbrand und Schlimmeres.

Hauttyp I hat helle Haut mit Sommersprossen, blonde oder rote Haare und blaue oder grüne Augen. Nach 5 bis 10 Minuten bekommt er einen Sonnenbrand, die Haut bräunt jedoch nicht.

Hauttyp II hat ebenfalls helle Haare und blaue oder grüne Augen und bekommt nach 10 bis 20 Minuten einen Sonnenbrand. Er bräunt kaum.

Hauttyp III hat dunkle Haare und braune Augen. Die Haut bräunt gut, ein Sonnenbrand tritt nach 20 bis 30 Minuten auf.

Hauttyp IV ist von Natur aus dunkel, bräunt schnell und problemlos und bekommt erst nach 40 Minuten einen Sonnenbrand.

Sind Sie ein Experte beim Thema "Sonnenschutz"?

Wissenstest Sonnenschutz: Testen Sie ihr Wissen!

Sonnenschutz-Tipps: Gut gecremt ist gut geschützt

Damit aus dem Aufenthalt im Freien kein Sonnenbrand entsteht, besorgen Sie sich rechtzeitig ein Sonnenschutzmittel, also am besten schon im Frühling. Denn nach einem langen Winter muss sich die Haut erst wieder an die Sonne gewöhnen.

  • Creme, Spray oder Lotion - das bleibt Ihnen überlassen. Hauptsache, der Lichtschutzfaktor passt zu Ihrem Hauttyp.
  • Der Preis des Sonnenschutzmittels ist nicht entscheidend. Tests haben bewiesen, dass auch preiswerte Produkte Ihre Haut schützen.  
  • Cremen Sie sich etwa 30 Minuten vor dem Sonnenbad ein und erneuern Sie Ihr Pflegeprodukt regelmäßig.
  • Bei Sonnenschutzmitteln gilt das Motto „Viel hilft viel“! Um wirklich geschützt zu sein, müssen Sie eine dicke Schicht auftragen - ungefähr 20 Gramm. Bei dünnflüssigen Produkten besteht leichter die Gefahr, dass Sie diese nicht dick genug auftragen.
  • Schultern, Knie, Fußrücken und Nase – die so genannten Sonnenterassen – brauchen besonders viel Schutz. Hier kann sogar ein höherer LSF sinnvoll sein.
  • Sonnenschutz ist nicht nur am Strand ein Muss. Drücken Sie auch bei Spaziergang oder Radtour, Gartenarbeit oder kleiner Auszeit auf dem Balkon auf die Tube. Schützen Sie Ihre Haut auch bei langen Autofahrten. Denn UV-Strahlen können auch durch Glas dringen, zum Beispiel die Windschutzscheibe.
  • Machen Sie es wie die Menschen in sonnenverwöhnten Regionen. Erholen Sie sich - und Ihre Haut - in den Mittagsstunden im Schatten. Lassen Sie sich auch von einer kühlen Brise nicht täuschen, die minimiert die Wirkung der Sonnenstrahlen nicht.
  • Am Strand braucht es mehr als Bikini und Badehose. Leichte T-Shirts oder Hemden aus Naturfasern und ein Sonnenhut nehmen die Haut in Schutz. Das gilt nicht nur für Kinder.
  • Wer sich nach dem Baden mit nasser Haut in die Sonne legt, verstärkt die Belastung der Haut. Wassertropfen wirken wie kleine Brenngläser. Also besser abtrocknen und natürlich das Sonnenschutzmittel erneuern.
  • Auch durch Schwitzen verlieren Sonnenschutzmittel ihre Wirkung. Tragen Sie mehrmals täglich ein Sonnenschutzmittel auf. Nachcremen verlängert allerdings nicht die Schutzwirkung.
  • Erholung im Urlaub hängt nicht davon ab, wie schnell man braun wird. Wer sich langsam an die Sonne gewöhnt und öfter mal im Schatten bleibt, hat eindeutig die besseren Urlaubserinnerungen.
  • Dunkle Gläser allein machen noch keine richtige Sonnenbrille aus. Denn die muss nicht nur modisch sein, sondern auch vor UV-Strahlen schützen. Sicherheit beim Kauf geben das CE-Zeichen und die Beratung eines Optikers.
  • Reste der Sonnenpflege vom letzten Jahr bieten nicht mehr den vollen Schutz, lassen sich aber noch wie eine einfache Bodylotion verwenden. Prüfen Sie aber bitte vorher, ob das Produkt tatsächlich noch einwandfrei ist. Hat es sich in Konsistenz und Geruch verändert, dann entsorgen Sie es besser.

Erste Hilfe

Falls trotz aller Vorsicht die Haut doch einmal zu viel Sonne abbekommen hat, ist schnelle Hilfe gefragt. Schon bei ersten Hautrötungen lautet das oberste Gebot: Raus aus der Sonne. Danach schaffen die folgenden Maßnahmen meist schnell Linderung.

Leichte Hautrötungen können mit einem Après-Produkt behandelt werden. Kühlende Wirkung haben Wasser, Quark, Joghurt oder kalte Kamillen-Kompressen. Benutzen Sie zum Duschen milde, duftneutrale Lotionen.

Bei starkem Juckreiz helfen Corticoid-haltige Salben, bei Schmerzen oder Fieber helfen Tabletten mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure. Beides gibt es rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen.

Bei starkem Sonnenbrand mit Bläschenbildung, bei Sonnenbrand von Babys und Kleinkindern und beim Auftreten von starken Kopfschmerzen, Nackensteifheit, Fieber, Übelkeit und Erbrechen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Kostenlose Hautkrebsvorsorge

Jeder Sonnenbrand ist eine Entzündung, bei der die Funktion der Hautzellen geschädigt wird. Die Haut altert vorzeitig, schlimmstenfalls kommt es sogar zu Hautkrebs. Bei diesem Krankheitsbild sind die Heilungschancen gut - vorausgesetzt er wird rechtzeitig erkannt. Deshalb haben Versicherte der IKK classic ab 35 Jahre alle zwei Jahre einen Anspruch auf eine fachärztlich durchgeführte Hautkrebsvorsorge. Nutzen Sie dieses Vorsorgeangebot.