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Mit dem richtigen Biss

Unsere Zähne sind enorm stabil, aber nicht unverwundbar. Tag für Tag zerkleinern sie für uns alles, was wir gern mögen: Süßes, Saures und so manche harte Nuss. Damit die Kauleistung ein Leben lang erhalten bleibt, gibt es neben guter Zahnpflege weitere wissenswerte Aspekte.

Dass unser Gebiss viel mehr ist als ein bloßer Gebrauchsgegenstand, weiß jeder, der schon einmal beim Anblick einer ruinös lächelnden Mundhöhle erschreckt die eigenen Zähne zusammengebissen hat. Start unserer kleinen Reise durchs „Zahnuniversum“ ist deshalb die tägliche Mundpflege.

Paar putzt Zähne

Die richtige Zahnpflege

Eine regelmäßige und gründliche Zahnpflege sollte möglichst morgens, mittags und abends für jeweils mindestens drei Minuten erfolgen: Die Borsten dabei sanft gegen die Zähne drücken und Speisereste und Beläge je nach Bürstenart mit kleinen rüttelnden oder kreisenden Bewegungen beseitigen. Wichtig ist ein systematisches Vorgehen: zuerst die Außen-, dann die Innenflächen – und zu guter Letzt die Kauflächen putzen. Dabei ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt: Zu starkes Schrubben schädigt die Zahnsubstanz – da hilft am Ende auch die beste Bürste nichts.

Untersuchungen zeigen, dass Elektrobürsten mehr Plaque, Zahnbelag und Bakterien entfernen können als klassische Handzahnbürsten. Es kommt aber auch auf eine gute Putztechnik an, erklärt Dr. Jochen H. Schmidt. „Wer mit der guten alten Handzahnbürste versiert umgeht und alle Zahnflächen nacheinander gründlich reinigt, kann problemlos dabei bleiben.“ Um das Zahnfleisch nicht zu verletzen, sollten abgerundete Kunststoffborsten verwendet werden. Auch, weil sie weniger bakterienanfällig als Naturborsten sind. Am besten eignen sich Bürsten mit einem mittleren Härtegrad, Menschen mit empfindlichen Zähnen sollten einen weichen Härtegrad bevorzugen.

Wer lieber auf moderne Technik setzt, ist mit oszillierenden oder sogenannten Schallzahnbürsten (Oszillation = Schwingung, lateinisch „oscillare“: schaukeln) sehr gut beraten. „Grundsätzlich sind sie besonders auch für ältere oder behinderte Menschen mit eingeschränkter Feinmotorik zu empfehlen: Durch das automatische Hin- und Herdrehen des Bürstenkopfes können die Zähne wesentlich leichter, also ohne großen Bewegungsaufwand gereinigt werden,“ rät der Kölner Zahnspezialist. Und noch einen weiteren Pluspunkt hat die Elektrozahnbürste: Durch ihren kleinen, runden Bürstenkopf erreicht sie auch hintere Zähne problemlos.

Zahngesundheit rot-weiß

Wer gesunde Zähne haben möchte, braucht eine gute Basis: gesundes Zahnfleisch. Erste Anzeichen, dass hier etwas nicht stimmt, können Schwellungen, Rötungen, Berührungsempfindlichkeiten oder Zahnfleischbluten sein. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Vor allem durch Plaque, Zahnstein oder Karies werden Entzündungen ausgelöst, aber auch durch schlecht sitzende Prothesen, Störungen im Hormonhaushalt, Diabetes oder Viren.

Neben der richtigen Zahnpflege sind bei geringen Beschwerden zunächst desinfizierende und entzündungshemmende Mundspülungen mit Salbei- oder Kamillenextrakt hilfreich. Allerdings ist es bei einer entzündlichen Zahnfleischveränderung, der sogenannten Parodontitis, immer sinnvoll, einen Zahnarzt aufzusuchen. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, können Zahnfleischrückgang und am Ende Zahnlockerung und Zahnverlust die Folgen sein.

Eis oder heiß – viele Zähne reagieren schmerzhaft empfindlich auf Kälte- und Wärmereize. Was hilft dagegen?

„Spezielle Zahnpasten und Zahnlösungen mit Fluoridzusätzen und speziellen Salzen (Kaliumverbindungen oder Aminfluorid) können eine Überempfindlichkeit der Zahnhälse minimieren. Sie bilden eine dauerhafte Schutzschicht auf dem Zahn oder dringen in die Dentinkanälchen, also in die offenen Poren des Zahns, ein und verhindern so die Schmerzweiterleitung. Wichtig ist auch eine behutsame Zahnpflege. Hierfür eignen sich besonders elektrische Zahnbürsten, weil sie über eine Druckkontrolle verfügen. Vorsicht geboten ist beim Bleaching: Bei unsachgemäßem Zähneweißen kann es zu einer Überempfindlichkeit der Zähne kommen. Auch Weißmacher-Zahncremes sollten wegen der darin enthaltenen Schleifkörper besser nicht bei empfindlichen Zähnen angewendet werden.“

Stichwort Fluorid: Sind die ergänzenden Gaben bei Kindern und damit angereicherte Lebensmittel wie fluoridiertes Speisesalz für jedermann sinnvoll?

„Langjährige klinische Studien haben wissenschaftlich nachgewiesen, dass beginnende kariöse Läsionen durch Fluoride verhindert oder sogar aufgehalten werden können. Vorausgesetzt natürlich, die Karies ist noch nicht in die innere Zahnsubstanz, das Dentin, vorgedrungen. Dabei ist es egal, ob Fluorid über Zahnpasta, Speisesalz oder Mineralwasser aufgenommen wird. Auch bei Kindern ist die Fluoridgabe absolut sinnvoll und eine wichtige Maßnahme zur Kariesvorbeugung. Sie ist altersabhängig, das heißt, kleinere Kinder sollten weniger Fluorid zu sich nehmen. Die genaue Menge muss individuell festgelegt werden.“

Wann sind Zahnzwischenraumbürsten nötig?

„Zahnzwischenräume sollten möglichst einmal täglich mit Zahnseide gereinigt werden. Wenn sich das Zahnfleisch allerdings zurückgezogen hat, sind sogenannte Zahnzwischenraumbürsten eine exzellente Wahl. Mit ihnen lassen sich auch jene Bereiche gezielt reinigen, in die normale Zahnbürsten nicht vordringen können. Je nach Umfang der Zwischenräume sind die Bürsten in individuellen Ausführungen erhältlich. Da sich die Zahnzwischenräume im Laufe des Lebens generell vergrößern, sollten die Bürsten regelmäßig angepasst werden.“

Tee hat’s in sich

„Abwarten und Tee trinken“ lautet ein bekanntes Sprichwort. Auch im Sinne der Zahngesundheit lohnenswert, denn wer sich im Alltag öfter mal eine Tasse Tee gönnt, schützt auf Dauer seine Zähne. Schwarzer Tee punktet vor allem mit viel Fluorid, das den Zahnschmelz härtet und so vor Karies schützt. Grüner Tee zeichnet sich durch viele Polyphenole aus – das sind Bitterstoffe, die das Speichelenzym Amylase hemmen. Dadurch kann die Kariesgefahr gesenkt werden, denn Amylase ist dafür zuständig, Stärke in Zucker zu verwandeln. Tee besitzt nur einen Nachteil: Genau wie Kaffee verfärbt er die Zähne. Wem das egal ist, dem sei ungezuckerter Tee sonst im Sinne der Zahngesundheit wärmstens empfohlen.

Achtung Zahnfeinde!

Dass Schokolade, Chips und Limo aufgrund ihres hohen Zuckeranteils schlecht für die Zähne sind, gehört zu den bekannten Zahnweisheiten. Deutlich weniger bekannt ist, dass unsere Zähne auch auf Säure schlecht zu sprechen sind. Cola beispielsweise enthält neben Zucker Phosphorsäure, die das Kalzium der Zähne löst und so zusätzlich den Zahnschmelz angreift. Auch Fruchtsäfte können durch die enthaltene Säure schädigend auf Zähne wirken. Gerade Kinder sollten Säfte nur in Maßen trinken, denn ihre Milchzähne sind in weitaus geringerem Maße säureresistent als bleibende Zähne. Generell gilt: Zucker in Kombination mit Säure ist bedenklich, wenn auch im Alltag weitverbreitet. Viele Getränke und Süßigkeiten wie Brausebonbons oder Fruchtgummis bedienen genau diese Geschmacksrichtung. Natürlich soll auch der Genuss nicht zu kurz kommen. Manchmal möchte man einfach ein Stück Schokolade oder ein Bonbon genießen.

Praktischer Tipp für Naschkatzen: Am besten direkt im Anschluss an eine Mahlzeit naschen, so vergessen Sie das anschließende Putzen nicht so leicht – das allerdings frühestens nach 30 Minuten erfolgen sollte. Erst dann ist sichergestellt, dass der durch Zucker und Säure angegriffene Zahnschmelz nicht noch zusätzlich geschädigt wird. In der Zwischenzeit besser den Mund mit warmem Wasser ausspülen. Ist Zähneputzen einmal nicht möglich, hilft vorübergehend auch ein zuckerfreier Zahnpflegekaugummi. Stundenlanges Herumkauen ist aber tabu, sonst wandelt sich die leicht reinigende Wirkung in eine Bakterienschleuder.

Vorsorge für Groß und Klein

Die IKK classic trägt die Kosten für den jährlichen, bei Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 17 Jahren sogar für den halbjährlichen Besuch beim Zahnarzt. Denn nur regelmäßige Kontrollen ermöglichen ein frühzeitiges Erkennen und Beheben von Problemen. Bei Kindern bis sechs Jahren zahlt die IKK classic zusätzlich drei zahnärztliche Prophylaxe-Untersuchungen, weil Milchzähne eine wichtige Funktion erfüllen: Gehen sie aufgrund von Zahnfäule, also Karies, vorzeitig verloren, fehlen sie als Platzhalter für ihre Nachfolger, sodass es in der Folge zu Zahnfehlstellungen kommen kann. Bei Kindern bis zum Alter von drei Jahren untersucht der Kinderarzt das Milchgebiss.

Bonusheft und Zahnersatz

Versicherte, die in den letzten fünf bis zehn Jahren vor Beginn einer Zahnersatz-Behandlung jährlich zur Vorsorgeuntersuchung gegangen sind, können sich – zusätzlich zur Regelversorgung – einen Bonus von bis zu 30 Prozent verdienen. Bonushefte sind beim Zahnarzt erhältlich und werden nach jeder Vorsorgeuntersuchung dort abgestempelt. Wer Zahnersatz benötigt, reicht dann ganz einfach das Bonusheft gemeinsam mit dem Heil- und Kostenplan des behandelnden Zahnarztes bei der IKK classic ein.

Unsere Extras für Ihre Zähne