Diabetes bei Kindern

Diabetes muss schnell behandelt werden, um das Risiko für Folgeerkrankungen zu senken. Umso wichtiger ist es, die Symptome zu kennen und gegebenenfalls mit dem Kind einen Arzt aufzusuchen.

Hat mein Kind Diabetes?

Es gibt zwei verschiedene Diabetes-Formen. Bei Kindern wird am häufigsten Diabetes mellitus Typ 1 diagnostiziert. Die genauen Ursachen für den Ausbruch der Krankheit sind noch nicht bekannt, deswegen gibt es auch keine Möglichkeit, effizient vorzubeugen. Bei Diabetes mellitus Typ 1 handelt es sich um eine Autoimmunreaktion. Das heißt: Das Immunsystem greift aus unbekanntem Grund körpereigene Zellen an und zerstört sie. In diesem Fall werden die sogenannten Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse attackiert. Ihre Aufgabe ist es, Insulin zu produzieren. Das Hormon Insulin wiederum braucht der Körper, um den wichtigen Energielieferanten Zucker aus dem Blut in die Zellen zu schleusen. Ist nicht genug Insulin vorhanden, bleibt der Zucker also im Blut – der Zuckerspiegel steigt – und fehlt in den Zellen.

Die Krankheit ist nicht heilbar und bleibt ein Leben lang bestehen. Das fehlende Insulin müssen die Betroffenen künstlich hinzuführen. Da der Körper normalerweise seine Produktion nach dem Bedarf richtet, also der Zuckermenge im Blut, ist es nötig, den Blutzuckerspiegel regelmäßig zu messen und die Insulinmenge auf die Nahrung und den Verbrauch abzustimmen.

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Diabetes Typ 2 lässt sich verhindern

Bei Diabetes mellitus Typ 2 laufen im Körper ganz andere Prozesse ab. Und das Wichtigste: Die Ursachen sind zum größten Teil hausgemacht und lassen sich daher verhindern. Denn die wichtigsten Risikofaktoren sind Übergewicht und Bewegungsmangel. Eine genetische Veranlagung kommt hinzu. Vereinfacht gesagt entsteht die Krankheit auf folgende Weise: Falsche Ernährung führt permanent zu einem hohen Blutzuckerspiegel und auch die Insulinproduktion läuft auf Hochtouren. Die Zellen werden dann im Laufe der Zeit resistent gegen das Insulin. Seine Wirkung lässt also nach – und der Körper muss immer mehr produzieren, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Bewegungsmangel beschleunigt diesen Prozess, auch wenn noch nicht bekannt ist, wie genau er auf diese Mechanismen einwirkt.

Zahl der erkrankten Kinder nimmt zu

Umgangssprachlich wurde Diabetes Typ 2 früher als „Altersdiabetes“ bezeichnet, weil diese Entwicklung oftmals viele Jahre braucht und deswegen typischerweise im Alter häufiger diagnostiziert wird. Inzwischen trifft diese Einordnung jedoch nicht mehr zu. Das bundesweite Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) des Robert Koch Instituts hat gezeigt, dass etwa 8,5 Prozent der 14- bis 17-Jährigen Übergewicht haben, 42 Prozent von ihnen leiden sogar an Adipositas. Das ist ein Anstieg um 50 Prozent gegenüber den 1990er Jahren. Wie viele dieser Kinder bereits Diabetes Typ 2 haben oder seine Vorstufe, eine gestörten Glukosetoleranz, ist nicht bekannt. In mehreren Studien haben die Wissenschaftler bei 1,5 bis 2,4 Prozent der adipösen Kinder Diabetes Typ 2 entdeckt, von der Vorstufe waren bei einer deutschen Studie 6,7 Prozent betroffen und bei einer amerikanischen sogar jedes fünfte Kind. Mediziner vermuten daher eine hohe Dunkelziffer – in den ersten Jahren treten sehr häufig keine Symptome auf, weil der Körper durch die extreme Insulinproduktion die Auswirkungen noch abfangen kann. Langfristig kann die Bauchspeicheldrüse diese Arbeit jedoch nicht leisten.

Typische Diabetes-Symptome erkennen

Die zwei Diabetes-Formen haben zwar unterschiedliche Ursachen, aber das Ergebnis ist dasselbe: Der Blutzucker ist zu hoch. Die Symptome sind daher prinzipiell dieselben. Beim Typ 1 machen sie sich allerdings sehr schnell bemerkbar, während Typ 2 oftmals eher zufällig festgestellt wird, beispielsweise bei Blutuntersuchungen wegen weiterer Krankheiten.

„Bei den ersten Anzeichen denken Eltern in der Regel nicht an Diabetes“, sagt Karsten Müssig vom Deutschen Diabetes Zentrum in Düsseldorf. „Viele Kinder sind müde oder werden schlechter in der Schule – ihnen fehlt die Energie, weil der Zucker nicht in die Zellen gelangt.“ Gerade hinter einem Leistungsabfall vermuten sowohl Eltern als auch Lehrer tendenziell keinen Diabetes. Auffälliger ist da ein anderes Symptom, das ebenfalls häufig auftritt: „Der Körper versucht, den überschüssigen Zucker über den Urin auszuscheiden“, sagt Müssig. „Deswegen ist es typisch, dass die betroffenen Kinder ungewöhnlich starken Durst haben und viel auf Toilette müssen.“

Diabetes im Erwachsenenalter

Heutzutage erkranken immer mehr jüngere Menschen an Diabetes, weil sie aufgrund von Übergewicht und Bewegungsmangel ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben. Diabetes Typ 2 ist dennoch eine Diabetesform, die meist erst im Erwachsenenalter auftritt. Lesen Sie, wie Erwachsene der Volkskrankheit Diabetes vorbeugen können und testen Sie Ihr persönliches Risio, an Diabetes zu erkranken.

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