Entspannung für Kinder: Auch kleine Leute haben Stress

Es gibt Kinder, die ständig wacher scheinen als andere. Sie verfügen über eine unerschöpfliche Energie, wirken wie "aufgedreht", haben Mühe still zu sitzen. Es fällt ihnen schwer, sich in der Schule oder bei den Hausaufgaben zu konzentrieren. Und auch mit dem Ein- oder Durchschlafen haben sie oft Probleme.

Kaum verwunderlich, denn immer mehr Kinder sind einem Termindruck ausgesetzt wie die Großen. Ihr Tagesablauf ist auf die Minute genau verplant: Von der Schule über das in Hetze eingenommene Mittagessen bis hin zu Sport- und Musikkursen oder Verabredungen mit Freunden am Nachmittag.

Oft sind gezielte Entspannungsübungen hilfreich. Sie sind leicht zu erlernen, machen Spaß und bringen auch den Eltern mehr Ruhe und Gelassenheit im Umgang mit ihren temperamentvollen Sprösslingen.

Einen Gang herunterschalten

Kindern fehlt oft der für die Gesundheit wichtige Wechsel zwischen Spannung und Entspannung. Gerade da setzen Entspannungsmethoden an, wie etwa die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Autogenes Training.

Für Kinder müssen die Übungen in eine bildhafte Sprache "übersetzt" werden, damit sie einfacher nachzuvollziehen sind. Nach den Erfahrungen von Kursleitern werden Entspannungsübungen von Kindern sogar viel schneller erlernt als von Erwachsenen. Und wer im Kindesalter bereits damit umgehen kann, wird sie auch als Erwachsener zum Stressabbau anwenden können.

Wenn Eltern diese mit ihren Kindern zusammen praktizieren, haben sie gleich drei positive Effekte:

  • Sie tragen dazu bei, dass die Kinder weniger unter Schlaf- und Konzentrationsstörungen leiden.
  • Sie wirken auch beruhigend auf die Eltern, die meist selbst in einen anstrengenden Alltag eingebunden sind.
  • Sie festigen die Eltern-Kind-Beziehung.

Mit diesen einfachen Regeln werden Entspannungsübungen "kinderleicht"

  • Regelmäßiges Üben ist das A und O, damit die Entspannungsmethoden "in Fleisch und Blut" übergehen. Dann können sie später auch gezielt in Stresssituationen eingesetzt werden.
  • Für Entspannungsübungen sollte man sich anfangs täglich etwa 20 Minuten Zeit nehmen. Später genügen 10 bis 15 Minuten. Die ideale Tageszeit für die Übungen ist abends vor dem Schlafengehen oder mittags nach dem Essen.
  • Die Übungen führen Sie am besten in einem angenehm temperierten Raum durch. Das Licht sollte dabei gedämpft sein. Ein Teppich (boden) als Unterlage reicht völlig aus, auf hartem Untergrund können Sie eine Wolldecke oder Isomatte unterlegen. Unter den Nacken oder die Knie können Sie eventuell ein Kissen schieben.
  • Der Übungsraum sollte nicht zu viele Ablenkungsmöglichkeiten bieten (Bilder, Spielzeug etc.). Sanfte, leise Musik (z. B. spezielle Entspannungs- oder Meditationsmusik) kann den beruhigenden Effekt verstärken.