Wassersport für Kinder

Wassersport ist extrem gesund. Der Auftrieb schont die Gelenke und der Wasserwiderstand macht abrupte Bewegungen unmöglich, sodass die Verletzungsgefahr sehr gering ist. Damit ist Fitness im Hallenbad für Kinder ideal. Allerdings ist ihnen das bloße Schwimmen in geraden Bahnen auf Dauer meistens zu langweilig – wie gut, dass es einige Mannschaftsportarten gibt.

Verschiedene Teamsportarten im Wasser versprechen nicht nur Abwechslung, ganz nebenbei entwickeln die Kleinen beim Wassersport auch noch ein Gefühl für Teamgeist, knüpfen soziale Kontakte und erhalten wichtiges Rüstzeug für ein gesundes Leben. Denn, wer in jungen Jahren Freude an der Bewegung entwickelt, hält gerne als Erwachsener daran fest.

Unfälle im Wasser werden schnell lebensbedrohlich. Das ist nur ein Grund dafür, warum Kinder möglichst früh schwimmen lernen sollten – im Alter zwischen fünf und sechs Jahren können sie normalerweise den ersten Kurs besuchen. Aber es gibt noch ein weiteres Argument für eine frühe Gewöhnung ans kühle Nass: Wasser ist ein schonendes Sportgerät, das die meisten Kinder mit Begeisterung nutzen. In vielen Schwimm- und Tauchvereinen gibt es dafür spezielle Angebote.

Wasserball – Sicherheit, Beweglichkeit und Kondition

Wasserball ist ein Klassiker, der durchaus gut verbreitet ist – es gibt etwa 200 Vereine in Deutschland. Der Nachwuchs entdeckt diesen Sport jedoch häufig nur über Freunde oder wenn ihn auch die Eltern betreiben. Obwohl es sich wirklich lohnt, Wasserball auszuprobieren. Gespielt wird er im Jugendbereich gemischt, also Mädchen und Jungs gemeinsam in einer Mannschaft. Dabei gelten für die Kleinsten – bis elf Jahre – etwas vereinfachte Regeln. Außerdem findet dieser sogenannte Mini-Wasserball in schultertiefem Wasser statt. Die Kinder haben also Boden unter den Füßen, wobei sie mit dem Ball in der Hand nicht laufen dürfen. Sie erlangen dementsprechend mehr Sicherheit bei den Bewegungen im Becken, ohne dass es zu anstrengend wird.

Das ist bei den Erwachsenen übrigens anders. Bei ihnen liegt die Wassertiefe bei 1,80 Meter und sie dürfen den Grund nicht einmal berühren, wenn sie den Ball fangen. Diese Sportart schult daher nicht nur die Motorik und erhält die Beweglichkeit, sie fördert auch die Kondition.

Unterwasserhockey – Tauchen und Taktik

Ab einem Alter von etwa acht Jahren eröffnet sich für Kinder die Unterwasserwelt – sie dürfen das Tauchen lernen. Allerdings sind richtige Tauchkurse mit Sauerstoffflaschen eine ernste Angelegenheit, die der Nachwuchs nur unter strenger Begleitung der Lehrer ausüben kann. Außerdem werden auch sie schnell langweilig, solange sie nur im Hallenbad stattfinden. Wie gut, dass viele Tauchvereine die Bewegung unter Wasser noch auf andere Weise fördern.

Beim Unterwasserhockey besteht die Ausrüstung aus Badekappe mit speziellem Ohrenschutz, Flossen, Taucherbrille, Schnorchel, Handschuh und natürlich einem Schläger. Der ist aber sehr kurz und sieht eher aus wie ein langer Schuhanzieher. Der Handschuh hat dabei nur den Zweck, dass es nicht wehtut, wenn im Eifer des Gefechts ein gegnerischer Schläger auf den Fingern landet.

Gespielt wird natürlich auf dem Grund des Beckens, wo es gilt, den Puck ins Tor der anderen Mannschaft zu befördern. Die Tore stehen selbstverständlich auf dem Grund. Der Clou dabei: Die Spieler dürfen sich nicht hinstellen, sie müssen ununterbrochen schwimmen beziehungsweise tauchen und zwischendurch an der Oberfläche Luft holen. Das macht eine Menge Spaß, ist aber ganz schön anstrengend, also genau das Richtige für Kinder, die sich auspowern wollen. Offizielle Vereine gibt es in Deutschland zwar kaum, aber viele Tauchsportvereine bieten Gruppen an.

Unterwasserrugby – Körperkontakt, Ausdauer und Übersicht

Schnelligkeit, Beweglichkeit, Ausdauer und Übersicht – ohne das geht es beim Unterwasserrugby nicht. Anders als auf dem Feld können Angriffe auch von oben oder unten erfolgen, jedoch fehlen die harten Attacken, durch die sich gewöhnliches Rugby auszeichnet. Denn der Spieler mit dem Ball kann ja nicht gerammt oder aus vollem Lauf umgeworfen werden. Und das Zupacken gestaltet sich unter Wasser ebenfalls schwierig. Von daher erfordert diese Sportart zwar mehr Bereitschaft zum Körperkontakt als Unterwasserhockey, die Verletzungsgefahr wiederum ist jedoch gering. Und das „Geraufe“ um den Ball wird spätestens unterbrochen, wenn den Spielern die Luft ausgeht.

Derzeit wird diese Sportart allerdings noch von relativ wenigen Vereinen für Kinder angeboten. Gespielt wird auch hier gemischt, und die übliche Zahl von jeweils sechs Teilnehmern muss für den Spaß nicht zwangsläufig erreicht werden. Von daher können Eltern interessierter Kinder die Gründung eines Teams im Tauchverein anregen.