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Der Kick für die Gesundheit

Mit Fußball in Sachen Fitness die Nase vorn haben

Ein Ball, zwei Spieler und los geht’s. Fußball steht rund um den Globus bei Jung und Alt hoch im Kurs. Wer dabei dem rollenden Ball nicht nur vom Sofa oder der Tribüne hinterher sieht, sondern selbst kickt, hat in Sachen Fitness die Nase vorn. Ein optimales Training vor dem Spiel und ein gezieltes Abkühlen danach sorgen dafür, dass das Risiko für Verletzungen klein bleibt.

Stärkung für Herz und Kreislauf

Fußball ist ein Laufspiel, bei dem die Spieler pro Wettkampf mitunter bis zu 15 Kilometer zurücklegen. Hinzu kommt der ständige Wechsel von Laufen, Sprinten und Stoppen, der Herz und Kreislauf noch mehr stärkt, als ein einfacher Dauerlauf. Dies fanden Sportmediziner der Universität Kopenhagen bei einem Vergleich von Fußballern und Joggern heraus. Auch hinsichtlich des Energieverbrauchs schneiden Kicker besser ab. Wer drei Monate lang zwei bis dreimal pro Woche auf dem Platz trainiert, hat am Ende 3,5 Kilo weniger Fett auf den Rippen. Läufer verbrennen dagegen im gleichen Zeitraum nur zwei Kilo. Das Gute: Fußballer sind vom Spiel so gefesselt, dass sie gar nicht merken, wie sehr sie sich anstrengen. Am Ende zählt der Spaß.

Mehr Balance

Kicker verbringen zwar die meiste Zeit mit langsamem bis schnellem Traben, müssen aber immer wieder Tempo und Richtung wechseln und dabei unterschiedliche Aktionen mit dem Ball durchführen – und das mitunter blitzschnell. Zwei Bewegungen miteinander kombinieren und sich dabei immer wieder rasch umorientieren zu müssen schult Koordination, Beweglichkeit, Balance und Reaktionsschnelligkeit. Das verbessert die Stabilität des Körpers und beugt schweren Stürzen vor, wovon besonders ältere Fußballspieler profitieren. Denn mit zunehmendem Alter lässt die Fähigkeit nach, sich bei Gleichgewichtsstörungen oder drohendem Umfallen schnell auffangen zu können.

Kraft und starke Knochen

Fußball ist das ideale Krafttraining, denn Sprints, Sprünge, Schüsse und Zweikämpfe sind nur mit besonderer Anstrengung im Muskelbereich gut zu bewerkstelligen. Das zeigen auch die Ergebnisse in der oben genannten dänischen Studie. Schon mit zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche kann reichlich neue Muskelmasse aufgebaut werden. Diese erhöht den Druck auf die Knochen, die angeregt werden, mehr Knochenmasse zu bilden. Das sorgt für Stabilität und senkt das Risiko für Knochenbrüche und Knochenschwund (Osteoporose).

Abwehr auf Trab

Ob Sonne oder Regen – echte Fußballfans trainieren bei jedem Wetter draußen auf dem Platz. Schlechtes Wetter gilt nicht als Ausrede. Ein Training an der frischen Luft wirkt wie eine Dusche, die den Körper mit reichlich Sauerstoff versorgt. Das regt den Kreislauf an und fördert die Durchblutung. Das Sonnenlicht sorgt für eine ausreichende Vitamin D-Bildung in der Haut und damit für starke Knochen, Zähne und ein gutes Immunsystem. Zudem sorgt Tageslicht gerade in der dunklen Jahreszeit für gute Laune. Der Grund: Licht drosselt die Produktion des Hormons Melatonin, das antriebslos und müde macht.

Zusätzlich härtet Bewegung bei kühleren Temperaturen ab. Jeder Gang von der warmen Stube vor die Haustür ist mit einem Saunabesuch zu vergleichen. Der Kältereiz aktiviert die Abwehrkräfte und die Luftfeuchtigkeit hält die Atemwege feucht. Das schützt vor Infekten.

Cool down und gezieltes Training gegen Verletzungen

Natürlich gibt es beim Fußball auch ein Verletzungsrisiko wie Adduktorenprobleme, Knieverletzungen und Zerrungen. Dazu hier im Interview: Priv.-Doz. Dr. med. Knut Beitzel, leitender Oberarzt und Facharzt für Orthopädie in München.

Der perfekte Sport, auch für Kinder

Für die Kids ist Fußball der perfekte Sport. Hier können sie ihren Helden wie Müller, Neuer oder Schweinsteiger nacheifern, sammeln durch Erfolgserlebnisse Selbstbewusstsein, verstehen, dass Erfolg nur in der Gemeinschaft möglich ist. Es ist auch wissenschaftlich erwiesen, dass sportliche Betätigung die schulischen Erfolge erhöht. Je häufiger sich der Nachwuchs mit elf Jahren körperlich intensiv betätigt hatte, desto besser schnitt er in diesem Alter und auch bei den Tests in Englisch, Mathe und Naturwissenschaften ab, stellten einst englische Forscher fest. Natürlich tut man beim Fußball auch etwas für die Gesundheit – und das gilt nicht nur für Kinder. Durch die Bewegung an der frischen Luft wird der Körper abgehärtet, Herz und Kreislauf sowie das Immunsystem gestärkt.

Nur gemeinsam geht's

Fußball fördert nicht nur die Gesundheit, sondern stärkt auch das Sozialleben. Denn beim Run auf das Tor kommt es nicht so sehr auf die persönliche Leistung eines Einzelnen an, sondern auf das gute Zusammenspiel im Team. Egal ob Torwart, Stürmer oder Abwehr - jeder Spieler in der Mannschaft zählt. Das Miteinander fördert Teamfähigkeit, respektvollen Umgang miteinander und Regelakzeptanz – Werte, die auch abseits vom Spielfeld gefragt sind.