Binnenschiffer/in

Schiff ahoi – Leinen los! Mit einer Ausbildung zum Binnenschiffer oder zur Binnenschifferin nimmst du Kurs auf einen abwechslungsreichen Job, bei dem Gewässer und Häfen dein zweites Zuhause werden. Du steuerst dein Schiff mit sicherer Hand und behältst auch in schwierigen oder gefährlichen Situationen die Ruhe. An Deck führst du Ab- oder Anlegemanöver durch, während du im Maschinenraum durch Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten dafür sorgst, dass alles einwandfrei funktioniert. Ob im Personenverkehr oder im Gütertransport – du bringst deine Fahrgäste und Fracht sicher ans Ziel.

Eckdaten zur Ausbildung

Art der Ausbildung: Duale Ausbildung in der Binnenschifffahrt

Dauer: 3 Jahre

Schulabschluss: Mit einem mittleren Bildungsabschluss kannst du bei deiner Bewerbung punkten. Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben.

Arbeitszeit: Die Arbeitszeiten richten sich nach deinem Einsatzbereich und können unregelmäßig sein. Manchmal arbeitest du auch nachts und an Sonn- und Feiertagen. Auf Fracht- oder Flusskreuzfahrtschiffen bist du oft längere Zeit am Stück unterwegs.

Gehalt:

  • 1. Jahr: 863–936 Euro
  • 2. Jahr: 988–1.071 Euro
  • 3. Jahr: 1.115–1.209 Euro

Gesundheits-Check: Pro

Gesundheits-Check: Kontra

  • Schiffe festmachen, Anker holen, Ladekräne bedienen – in diesem Job gibt’s Muskeltraining gratis.
  • Du trainierst auch deine Sinne, denn das Navigieren in Häfen, durch Schleusen und Engstellen verlangt Konzentrations- und Beobachtungsfähigkeit sowie gute Reflexe.
  • Kälte, Hitze, Nässe, Feuchtigkeit und Zugluft – du arbeitest bei jedem Wind und Wetter, mal im Freien und mal im Maschinenraum. Das kann deine Abwehrkräfte zumindest anfangs ziemlich auf die Probe stellen.
  • Im Maschinenraum ist es laut. Außerdem hast du auch mit Rauch, Staub, Gasen und Dämpfen zu tun (z. B. von Lacken, Reinigungs- und Lösungsmitteln). Dafür gibt‘s Gehör- und Atemschutz – trag beides bei Bedarf, dann kann deinen Ohren und Atemwegen nichts passieren.

Ausbildungsinhalte

In der Ausbildung zum Binnenschiffer oder zur Binnenschifferin lernst du, wie man Schiffe los- und festmacht und wie man ankert. Außerdem geht es um das Steuern und Navigieren sowie das Bedienen der elektrischen und elektronischen Anlagen. Du erfährst alles über die unterschiedlichen Schiffstypen, das europäische Wasserstraßennetz und über die Verkehrsregeln auf dem Wasser, einschließlich optischer und akustischer Signale. Zur Ausbildung gehören auch das Berechnen von Ladungsgewichten im Gütertransport, der Umgang mit unterschiedlichen Ladungsarten (Trockengüter, flüssige Ladungen, Containern etc.) sowie der Ladungsumschlag und der fachgerechte Transport gefährlicher Güter. Auf dem Stundenplan stehen dazu noch Themen wie Funkverkehr, Verkehrsüberwachungssysteme und Besonderheiten von Wasserbauwerken, z. B. Schleusen und Hebewerken. Fit gemacht wirst du auch im Hinblick auf die gesetzlichen Vorschriften im Gütertransport und in der Personenbeförderung. Kommunikation ist ebenfalls ein Thema, denn je nach Einsatzbereich hast du später auch mit Kunden zu tun.

Für alle, die es genau wissen möchten: detaillierte Ausbildungsinhalte Binnenschiffer/in (PDF)

  • Der Bodensee ist der größte See Deutschlands; er gehört in Teilen auch zu Österreich und zur Schweiz. Der Rhein, der in den schweizerischen Alpen entspringt, führt 865 Kilometer vom Bodensee bis nach Kleve. Damit ist er der längste durch Deutschland fließende Fluss.
  • In Zukunft sollen Schiffe auch in sicherheitskritischen Bereichen (Häfen, Hafeneinfahrten, engen Wasserstraßen) autonom navigieren. Das wird die Arbeitsabläufe auf Schiffen verändern.
  • Jemand, dem beruflich viele Möglichkeiten offen stehen – in Binnenschifffahrtsbetrieben der Güter- und Personenbeförderung, in Hafenbetrieben und -behörden und auch in Wasser- und Schifffahrtsämtern.
  • Ein Binnenschiffer oder eine Binnenschifferin mit Plänen für eine berufliche Weiterqualifizierung, z. B. zum Logistikmeister/in oder Bachelor im Studienfach Nautik.
  • König oder Königin der Kreuzworträtsel, weil du alle Nebenflüsse der Donau vorwärts, rückwärts und diagonal buchstabieren kannst.

Dos

  • In diesem Job muss man auch zupacken können. Erzähle also von deinen sportlichen Aktivitäten.
  • Hast du ein Hobby, bei dem man handwerkliches Geschick oder technisches Verständnis braucht? Klasse, darüber solltest du berichten.
  • Hast du gute Noten, besonders in Mathematik oder Erdkunde? Gerne erwähnen, bloß keine falsche Bescheidenheit!

Don‘ts

  • Unklare Vorstellungen von deinem künftigen Arbeitsbereich haben.
  • Nicht schwimmen können.
  • Sagen, dass du am liebsten „Schiffe versenken“ spielst.

Je nach Einsatzbereich trägst du Schutzkleidung, zum Beispiel Gehörschutz, Handschuhe, Sicherheitsschuhe sowie Rettungsweste.

Bist du fit für den Job?

Deine Aufgabe: Plane eine Flusskreuzfahrt!

Stell dir vor, du sollst eine neue Route für eine Flusskreuzfahrt ausarbeiten. Um Details wie Wassertiefe oder zulässige Schiffstypen auf den betreffenden Flüssen und Kanälen brauchst du dich bei diesem Gedankenspiel nicht kümmern. Die Reise soll in Regensburg starten und bis Hamburg gehen. Über welche Binnengewässer könnte diese Route führen? Plane ruhig verschiedene Strecken – es muss nicht unbedingt der kürzeste Weg sein. Könnte die Route auch durch andere Länder führen?

Quelle: Alle Informationen in den Berufsbeschreibungen basieren auf Informationen der Bundesagentur für Arbeit und anderen Quellen. Die Höhe des tatsächlichen Verdienstes kann – abhängig von Region und Arbeitgeber – von den genannten Angaben abweichen.