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Brauer/in und Mälzer/in

Schon die alten Ägypter wussten ein schmackhaftes Bier zu schätzen. War damals das Brauen aber noch ein klassisches Handwerk, ist es heute ein stark technisiertes Berufsfeld. Wer Brauer werden will, muss daher gut mit Maschinen arbeiten können – und einiges von Chemie verstehen. Brauer/innen und Mälzer/innen gewinnen aus Getreide Malz und verarbeiten es zusammen mit Wasser, Hopfen und Hefe zu verschiedenen Biersorten. Daneben stellen Brauer und Mälzer Biermischgetränke und alkoholfreie Erfrischungsgetränke her. Du kennst den Unterschied zwischen Pils und Hellem, Kölsch, Alt und Weißbier? Außerdem interessierst du dich für Naturwissenschaften und in Mathe bist du auch ein kleines Genie? Dann wird dir eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer sicherlich gefallen, denn neben der Lust am Genuss ist hier technisches Verständnis und wirtschaftliches Denken gefragt.

Eckdaten zur Ausbildung

Art der Ausbildung: Dual

Dauer: 3 Jahre

Schulabschluss: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung erforderlich. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit Hochschulreife ein.

Arbeitszeit: Sehr unterschiedlich, in der Regel arbeitest du werktags. Aber auch Wochenendarbeit und Schichtarbeit sind möglich.

Gehalt (Stand: 01.08.2018)*:

  • 1. Jahr: 782–902 Euro
  • 2. Jahr: 879–1.037 Euro
  • 3. Jahr: 962–1.232 Euro

* je nach Bundesland unterschiedlich

 

Gesundheits-Check: Pro

Gesundheits-Check: Kontra

  • Du arbeitest sehr sorgfältig und genau, um die Rezepturen exakt einzuhalten. Das Höchstmaß an Konzentration steigert deine Gehirnleistung.
  • Du bist flexibel an unterschiedlichen Arbeitsorten im Einsatz: mal im Büro, mal in der Abfüllhalle, mal im Sudhaus. Du musst dich also ständig auf neue Arbeitssituationen und Herausforderungen einstellen. Das hält fit.
  • Du bist Gerüchen (zum Beispiel Maische, einem mit Wasser verrührtem, geschrotetem Malz) und Lärm ausgesetzt.
  • Du arbeitest zwischendurch in hoher Luftfeuchtigkeit und musst mit wechselnden Temperaturen klarkommen. Das kann den Kreislauf beeinträchtigen. Der Wechsel zwischen den einzelnen Bereichen (Kühlung, Lagerbestand) kann dein Immunsystem beanspruchen, die Erkältungsgefahr steigt – achte vor allem auf vitaminreiche Ernährung.
  • Der Brauer-Beruf ist ein Handwerk und die Arbeit ist teilweise körperlich anstrengend. Fitness in der Freizeit sorgt für eine gute Vorbereitung auf die körperliche Belastung.

Ausbildungsinhalte

Natürlich stellst du in erster Linie Bier her. Aber das ist ein hochkomplexes Produkt. Du lernst die Rohstoffe für die Bierproduktion und ihre Eigenschaften kennen. Zunächst steht die Herstellung von Malz im Fokus. Schließlich heißt der Beruf Brauer und Mälzer. Dann geht es Schritt für Schritt weiter: Maische herstellen, Würze kochen, Gärung steuern, Bier filtrieren, abfüllen und verpacken. Auch die Chemie der verschiedenen Gärprozesse steht in der Berufsschule auf dem Lehrplan. Parameter wie die Temperatur müssen richtig eingestellt sein, damit die biochemischen Prozesse wie gewünscht ablaufen. Du lernst zum Beispiel, wie Hefe unter bestimmten Bedingungen reagiert, damit letztlich ein gescheites Bier herauskommt.

Technisches Wissen ist im Gärkeller gefragt. Dort müssen Schläuche korrekt verbunden, Pumpen bedient oder Tanks zur Reinigung vorbereitet werden. Hier sind die Vorgänge meist automatisiert, trotzdem bist du wichtiger Bestandteil der Produktion, denn du musst die Maschinen bedienen und sie überwachen. Und damit das Bier auch immer rein ist, gehört auch die Reinigung der Maschinen und Anlagen zu deinen Tätigkeiten. Um dem gesamten Prozess des Bierbrauens nahe zu kommen, bist du aber nicht nur in der Brauerei tätig. Du wirst in deiner Ausbildung zum Brauer und Mälzer deine Zeit auch in Sudhäusern und Gärkellern, in Abfüllhallen oder Keimstraßen verbringen. Mess- und Prüfergebnisse wertest du grundsätzlich in einem Büro aus. Und damit du später mit deinem süffigen Geschäft nicht auf dem Trockenen sitzt, wird auch betriebswirtschaftliches Wissen vermittelt.

Für alle, die es genau wissen möchten: detaillierte Ausbildungsinhalte Brauer/in und Mälzer/in (PDF)

Bist du fit für den Job?

Deine Aufgabe: Teste, ob dein Wunschberuf deinen Vorstellungen entspricht!

Wenn du denkst, dass die Ausbildung zum Brauer und Mälzer ganz gut passen könnte, teste einmal, ob dieser Beruf tatsächlich deinen Vorstellungen entspricht. Das ist zum Beispiel möglich, indem du eine Brauerei besichtigst. Viele Brauereien bieten informative Rundgänge und Führungen an – manche sogar spezielle für Schüler. Bei einer solchen Besichtigung lernst du viel über den Brauprozess und die Fachbereiche, die mit der Bierherstellung zu tun haben. Zudem hast du die Möglichkeit, vor Ort Fragen zu stellen, die dir unter den Nägeln brennen. Am Ort des Geschehens merkst du bestimmt schnell, ob du mit deinen Vorstellungen richtig liegst und dir die Ausbildung gefallen könnte.

Quelle: Alle Informationen in den Berufsbeschreibungen basieren auf Informationen der Bundesagentur für Arbeit und anderen Quellen. Die Höhe des tatsächlichen Verdienstes kann – abhängig von Region und Arbeitgeber – von den genannten Angaben abweichen.