Fahrzeuglackierer/in

Du liebst Autos, Motorräder und auch sonst alles, womit man sich fortbewegen kann? Obendrein bist du kreativ und hättest nichts dagegen, Farbe in dein Berufsleben zu bringen? Dann könnte eine Ausbildung als Fahrzeuglackierer/in für dich genau das Richtige sein. In diesem Beruf beschichtest und gestaltest du Fahrzeuge aller Art mit Lacken oder Beschriftungen. Außerdem behandelst du Oberflächen, um sie zu schützen oder instand zu setzen. Mit deinem Expertenwissen kannst du dich nach der Ausbildung in Fachwerkstätten, bei Fahrzeugbauern oder in Werkslackierereien des Maschinen- und Anlagenbaus bewerben. Jobs gibt es auch im Schiffs- und Bootsbau sowie im Schienenfahrzeugbau.

Eckdaten zur Ausbildung

Art der Ausbildung: Dual

Dauer: 3 Jahre

Schulabschluss: Handwerksbetriebe stellen überwiegend Auszubildende mit Hauptschulabschluss ein. In Industriebetrieben sieht man gerne Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss. Rechtlich gibt es aber keine vorgeschriebene Schulbildung.

Arbeitszeit: In Handwerksbetrieben gelten die betrieblich vorgegebenen Werkstattzeiten. In der Fahrzeugindustrie arbeitet man üblicherweise im Schichtbetrieb.

Gehalt im Bereich Handwerk:

  • 1. Jahr: 585 Euro
  • 2. Jahr: 635 Euro
  • 3. Jahr: 790 Euro

Gehalt im Bereich Industrie:

  • 1. Jahr: 936–1.010 Euro
  • 2. Jahr: 987–1.057 Euro
  • 3. Jahr: 1.056–1.150 Euro

Gesundheits-Check: Pro

Gesundheits-Check: Kontra

  • Du arbeitest in verschiedenen Haltungen – im Stehen, gebückt, kniend oder hockend – da trainierst du viele Muskeln, die bei einem Schreibtischjob schlapp machen.
  • Du trainierst die Feinmotorik deiner Finger und Hände.
  • Du hast täglich mit Dämpfen von Lacken und Polierstoffen zu tun. Wenn du die vorgeschriebene Schutzkleidung trägst, werden deine Atemwege, Lunge und Haut nicht beeinträchtigt.
  • Du brauchst ein gutes Sehvermögen, um Farbtöne beurteilen zu können und eine widerstandsfähige Haut, die nicht allergisch auf die verwendeten Chemikalien reagiert. Lass dich im Zweifelsfall ärztlich beraten.  

Ausbildungsinhalte

In der Ausbildung wirst du zum Profi in Sachen Fahrzeuglackierung. Du lernst, wie man Untergründe prüft, bewertet und beurteilt. Das ist wichtig, damit der Lack am Ende auch wirklich hält. Außerdem erfährst du alles über Lackierverfahren und deren Anwendung, also wie man Oberflächen beschichtet, behandelt, gestaltet und instand setzt. Auch das Mischen und Verarbeiten der Beschichtungsstoffe ist Teil der Ausbildung. Für all diese Arbeitsschritte brauchst du die passenden Werkzeuge, Geräte, Maschinen und Anlagen. Wie man sie auswählt, einrichtet, bedient und pflegt, lernst du natürlich auch. Weitere wichtige Themen auf deinem Ausbildungsplan sind: Schadensdiagnosen, Auftragsannahme und –abwicklung, Arbeitsorganisation, Demontage- und Montagearbeiten, Herstellen von Beschriftungen, Design- und Effektlackierungen, Umgang mit Kunden und vieles mehr.

Für alle, die es genau wissen möchten: detaillierte Ausbildungsinhalte Fahrzeuglackierer/in (PDF)

  • Die Ausbildungsordnung für Fahrzeuglackierer/innen wurde 2003 modernisiert. Hinzugekommen sind zum Beispiel Farbtechnik und Raumgestaltung.
  • Weiß liegt bei den deutschen Autofahrern seit Jahren im Trend. Zusammen mit Schwarz, Grau und Silber decken die sogenannten unbunten Lackierungen über drei Viertel des Farbspektrums bei Neuwagen ab.
  • Veredelungen wie Metallic- und Perleffekte sind besonders bei größeren Fahrzeugmodellen beliebt.
  • Ein Fahrzeuglackierer oder eine Fahrzeuglackiererin mit wertvollen Zusatzqualifikationen, z. B. als „Europaassistent/in im Handwerk“ oder durch Weiterbildung im Bereich Korrosionsschutz.
  • Jemand, der als nächstes die Prüfung als Maler- und Lackierermeister/in anstrebt.
  • Der künftige Besitzer der Fahrzeuglackiererei „Lack’n’Roll“.

Dos

  • Von deinen guten Noten in Mathe und Chemie berichten.
  • Falls deine Noten in Mathe und Chemie nicht so toll waren, punktest du einfach mit deinem handwerklichen Geschick und deinem technischen Verständnis.
  • Begeisterung für deinen zukünftigen Job zeigen.

Don‘ts

  • Mit Anzug, Krawatte und Lackschuhen hereinspazieren.
  • Sagen, dass du zwei linke Hände hast.
  • Überheblich oder übertrieben schüchtern sein.

Wenn du nicht gerade am Computer Schablonen für Schriften und Motive entwirfst, trägst du Arbeitsschutzkleidung, also Schutzanzug, Atemschutzmaske und Schutzbrille.

Bist du fit für den Job?

Deine Aufgabe: Erstelle eine Schadensdiagnose und einen Arbeitsplan!

Hast du irgendwo noch ein verkratztes Spielzeugauto? Gut! Denn nun kannst du dir vorstellen, wie du es als Fahrzeuglackierer/in wieder instand setzt. Du kannst es natürlich auch jetzt schon lackieren, dafür brauchst du allerdings das passende Material, z. B. aus einem Modellbaugeschäft. Geh in Gedanken die notwendigen Arbeitsschritte durch. Zuerst die Schadensdiagnose: Wo ist der Lack beschädigt? Müssen Stellen ausgebeult werden oder Teile auseinandergenommen werden? Welche Vorbehandlung ist erforderlich, damit du den Lack erneuern kannst? Welche Arbeitsschritte folgen dann? Welche Materialien und Geräte brauchst du, damit das Auto in neuem Glanz erstrahlt? Ganz wichtig ist das Thema Arbeitsschutz: Wie schützt du deine Atemwege und Augen sowie deine Haut und Kleidung?

Quelle: Alle Informationen in den Berufsbeschreibungen basieren auf Informationen der Bundesagentur für Arbeit und anderen Quellen. Die Höhe des tatsächlichen Verdienstes kann – abhängig von Region und Arbeitgeber – von den genannten Angaben abweichen.